# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1928_S36 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 36 Verhandlungen der einunddreißigſten Verſammlung Geſchäftsverhandlungen. Negermiſſion. Es lag zur Beratung vor der folgende Vierundzwanzigſte Bericht der Kommiſſion für Negermiſſion. Juli 1926 bis Juli 1928. „Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet ſie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geiſtes. Und lehret ſie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und ſiehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ So lautet der große Miſſionsbefehl unſers HErrn und Heilandes JEſu Chriſti. Auf dieſen Befehl iſt das Miſſionswerk gegründet, das unſere Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika nun mehr als ein halbes Jahrhundert unter den hieſigen Negern getrieben hat. Das Negervolk gehört ja zu „allen Völkern“. Darum ſollen wir auch die Neger „lehren“, das heißt, zu Jüngern JEſu machen. Das iſt nun aber keine Kleinigkeit. Die Negermiſſion hat mit vielen und großen Hinderniſſen zu kämpfen. Sollen wir einige dieſer Hinderniſſe nennen und vorführen? Wir übergehen die Hinderniſſe, die unſere Negermiſſion mit andern Miſſionen gemein hat, und rücken nur ſolche in den Vordergrund, die ihr beſonders und allein oder doch in beſonderem Maß entgegentreten. Hinderniſſe. 1. Da iſt einmal der Oſtrazismus, der Ausſchluß von der Geſellſchaft der Weißen, unter dem unſere weißen Miſſionare und ihre Familienangehörigen ſchwer leiden müſſen. Man ſchilt unſere Miſſio⸗ nare nigger-lovers und nigger-preachers und ſchließt ſie aus ſeiner Ge⸗ ſellſchaft aus. Das fordert ſtarken Glauben und Heldenmut, unter ſolchen Verhältniſſen Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr auszuhalten und weiterzuarbeiten. Ich glaube, es iſt leichter, Negermiſſionar in Afrika zu ſein als hier in unſerm Land. Eine ſüdländiſche Frau ſchrieb vor mehreren Jahren über einen unſerer Miſſionare: „Wenn dieſer Miſſionar nach Afrika geſchickt worden wäre, dann hätten ihn die Liebe, die Teilnahme und die Gebete der ganzen lutheriſchen Kirche begleitet. Seine Reiſen und Erlebniſſe würden in den Zeitſchriften veröffentlicht und mit Intereſſe geleſen werden. Aber da er und die andern ſelbſtverleugnenden Männer unter den armen Negern unſers Südens arbeiten, ſcheint es, als hätten ſich alle Freundes⸗ türen hinter ihnen geſchloſſen, und ſie müſſen unter einer Vereinſamung unſer aller Werk für Chriſtum treiben, die uns überwältigen und arbeitsunfähig machen würde.“ Am härteſten iſt der Oſtrazismus für die liebe Frau des Miſſionars. So kommt es denn in vielen Fällen da⸗ hin, daß allzubald ein Beruf an eine weiße Gemeinde angenommen wird. 2. In dem letzten Satz iſt bereits auf eine zweite Schwierigkeit in der Negermiſſion hingewieſen. Es iſt der häufige Paſtoren⸗ wechſel. Der ſelige Miſſionar Bakke, der über vierzig Jahre im Dienſt der Negermiſſion ſtand, ſchrieb einmal: „Die meiſten derſelben [der weißen Arbeiter] ſchieden nach kurzer Zeit, nach einigen Jahren, manche nach einigen Monaten, wieder aus. Der häufige Wechſel der Miſſions⸗ arbeiter iſt ein großes Hindernis für die Miſſion geweſen.“ Wir wollen allerdings nicht unerwähnt laſſen, daß einige Miſſionare mit lobens⸗