# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1928_S35 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1928. 35 daß er auch ſelber verſucht worden iſt und alſo unſere Not wohl kennt und verſteht. Es heißt Kap. 2, 18: „Denn darinnen er gelitten hat und verſucht iſt, kann er helfen denen, die verſucht werden.“ Und wiederum, Kap. 4, 15: „Denn wir haben nicht einen Hohenprieſter, der nicht könnte Mitleid haben mit unſerer Schwachheit, ſondern der verſucht iſt allenthalben gleichwie wir, doch ohne Sünde.“ Und daß JEſus nun auch wirklich hilft, das ſehen wir aus vielen Stellen. Es liegt in den Worten, wo er als treuer Hoherprieſter über das Haus Gottes, das heißt, über die chriſtliche Kirche, beſchrieben wird. Es liegt in dem ſchönen Ausſpruch, worin die auf Chriſtum, den Hohenprieſter gerichtete Hoffnung beſchrieben wird als ein ſicherer und feſter Anker unſerer Seele, der auch hineinreicht in das Inwendige des Vorhangs, das heißt, in den Himmel, Kap. 6, 19. Es liegt in dem Ausſpruch Kap. 10, 23: „Und laſſet uns halten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er iſt treu, der ſie verheißen hat.“ Zu ihm laßt uns darum aufſehen, meine Brüder, als zu unſerm Hohenprieſter, der Mit⸗ leid mit uns hat und uns in allen Anfechtungen Stärkung darreicht. Mit dem Hinweis auf die große, tröſtliche Wahrheit, daß JEſus auch jetzt noch als unſer Hoherprieſter für uns tätig iſt, wollen wir unſere Verhandlungen über unſer Thema zum Abſchluß bringen. Wenn irgendwo, ſo merken wir es hier, wie wenig unſer menſchliches Ver⸗ mögen imſtande iſt, den Erlöſer und ſein Wirken ſo zu preiſen, wie es ſich gebührt. Unſer Wiſſen iſt Stückwerk, und unſer Weisſagen iſt Stückwerk — das gilt auch hier. Weder können wir mit unſerm Ver⸗ ſtand die Höhe und die Tiefe des Opfers JEſu Chriſti ermeſſen, noch können wir davon reden, zeugen und ſingen, wie wir es ſollten und es auch gerne möchten. Wir haben aber die fröhliche Hoffnung, daß es einmal anders werden wird. Auch gerade dieſe Sache betreffend, blicken wir empor zu JEſu und ſprechen: Ach, nimm das arme Lob auf Erden, Mein Gott, in allen Gnaden hin! Im Himmel ſoll es beſſer werden, Wenn ich bei deinen Engeln bin. Da ſing' ich dir im höhern Chor Viel tauſend Halleluja vor. Amen.