# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1928_S32 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 32 Verhandlungen der einunddreißigſten Verſammlung ſie nämlich nicht an JEſum Chriſtum als ihren Hohenprieſter glauben! Aber wie tröſtlich andererſeits, daß zum Erlangen des Segens, den JEſu Werk bereitet hat, nichts nötig iſt als nur das Hinnehmen, das Sichanklammern an ihn, das Glauben! Keine Leiſtung, kein Werk, iſt erforderlich, ſondern nur dies, daß man fröhlich zugreift, indem unſer Hoherprieſter uns das von ihm mit ſeinem Blut erkaufte Gut hinhält. Dem ungläubigen Geſchlecht unſerer Tage kommt allerdings das als etwas ſehr Geringes vor, was hier den Ausſchlag gibt, das gläubige Hinnehmen der Vergebung JEſu. Aber wie wenig verſtehen dieſe Leute, was eigentlich glauben an JEſum Chriſtum heißt! Der Hebräer⸗ brief ſagt von dem Blut Chriſti, das er als unſer Hoherprieſter dar⸗ bringt und deſſen ſich der gläubige Chriſt tröſtet: „Wieviel mehr wird das Blut Chriſti, der ſich ſelbſt ohne allen Wandel durch den Heiligen Geiſt Gott geopfert hat, unſer Gewiſſen reinigen von den toten Werken zu dienen dem lebendigen Gott!“ Es iſt dort geſagt, Chriſtus reinige unſer Gewiſſen von den toten Werken. Das bedeutet erſtlich einmal, daß er uns die Gewißheit gibt, daß wir Vergebung der Sünden beſitzen, ſo daß wir vor Gott ein gutes, fröhliches Gewiſſen haben können. Es bedeutet aber ferner, daß er die Sündenketten, die uns gefangen halten, zerbricht, ſo daß wir nicht mehr Sklaven der Sünde ſind, ſondern dem lebendigen Gott dienen können. Auf die Rechtfertigung folgt die Heiligung. Der Aneignung der Sündenvergebung folgt ein frommes Leben. „Iſt jemand in Chriſto, ſo iſt er eine neue Kreatur“, ruft Paulus aus, indem er dieſelbe Wahrheit zum Ausdruck bringt. Nimm JEſum an als deinen Hohenprieſter, und du biſt frei, frei nicht bloß von der Schuld und Strafe, ſondern auch von der Herrſchaft der Sünde. Das iſt die Macht des ſo vielfach verſpotteten Glaubens. Nur der Glaube — und doch auch wirklich der Glaube — iſt nötig, will man für ſeine Perſon der Verſöhnung mit Gott teilhaftig werden, ſagen wir. Wir wiſſen wohl, daß die Römiſchen und alle andern, die Werkgerechtigkeit lehren, die Wahrheit verwerfen, daß nur der Glaube erforderlich iſt, wenn man die Vergebung der Sünden er⸗ langen will. Wir wiſſen ferner, daß das ganze Heer der Rationaliſten, der Quäker, der Univerſaliſten und vieler andern in den Streit gezogen iſt gegen das zweite, daß nämlich auch wirklich der Glaube erforderlich iſt, wenn man für ſeine Perſon ein ſeliges Gotteskind werden will. Sie fordern vielmehr, daß Gott ohne Rückſicht auf Glauben oder Un⸗ glauben die Menſchen in den Himmel nehme. Ihnen allen gegenüber wollen wir bei der einfachen, ſchlichten Schriftwahrheit bleiben: „Wer an den Sohn glaubet, der hat das ewige Leben“, mag unſere Vernunft ſich dafür erklären oder nicht. VIII. Wir haben geſehen, daß Chriſti Werk als das unſers Hohen⸗ prieſters zum großen Teil in der Vergangenheit liegt, indem es nämlich in der Verſöhnung zwiſchen Gott und der Welt beſtand. Dies Ver⸗ ſöhnungswerk iſt vollbracht. Es braucht nicht wiederholt zu werden. Die römiſche Lehre, daß JEſus in der Meſſe noch immerfort für uns geopfert werde, wenn auch nur auf unblutige Weiſe, widerſpricht ſchnurſtracks dem, was die Schrift und beſonders der Hebräerbrief über dieſen Punkt ſagt. Hebr. 10, 27. 28 iſt ſo deutlich, als hätte der Ver⸗ faſſer gerade die papiſtiſche Lehre vor Augen gehabt. Aber wenn wir nun auch nachdrücklich betonen, daß JEſu Ver⸗ ſöhnungsopfer ein für allemal dargebracht iſt und keiner Ergänzung oder Wiederholung bedarf, ſo müſſen wir doch andererſeits uns merken,