# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1928_S27 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1928. 27 hingewieſen auf die herrlichen Ausſprüche im Hebräerbrief, die wir zum Teil ſchon gehört haben, wonach JEſu ein ewiges, unvergängliches Prieſtertum zugeſchrieben wird. Daß der heilige Schreiber, wenn er das Pſalmwort „Du biſt ein Prieſter in Ewigkeit nach der Ordnung Melchiſedeks“ zitiert und damit den Melchiſedek als das Vorbild auf JEſum hinſtellt, dabei auch gerade die Ewigkeit des Hoheprieſtertums JEſu im Auge hat, geht klar aus Kap. 7, 1—3 hervor. Die letzten Worte könnten genauer ſo wiedergegeben werden: So iſt er gleich ge⸗ artet dem Sohne Gottes und bleibt Prieſter für immer. Wir haben es hier mit einem merkwürdigen Ausdruck zu tun. Melchiſedek, ſo heißt es, hatte keinen Vater, keine Mutter, kein Geſchlecht — das will ſagen, keinen Stammbaum, keinen Anfang der Tage noch Ende des Lebens. Wie ſollen wir das verſtehen? Im Alten Teſtament, wo uns die Geſchichte von Melchiſedek erzählt wird, iſt doch kein Wort darüber geſagt, daß er ein ewiges, alſo ein göttliches, Weſen iſt, ohne Anfang und ohne Ende. Nun, was der Verfaſſer uns vorführen will, iſt nicht dies, daß Melchiſedek ein göttliches Weſen ſei, ſondern nur, daß in der Erzählung im erſten Buch Moſis nichts von den Eltern des Melchiſedek geſagt wird, auch nichts von ſeiner eigenen Geburt und ſeinem Tode. Seine Perſon erſcheint plötzlich in der Geſchichte, und plötzlich ver⸗ ſchwindet ſie auch wieder. Der Vorhang hebt ſich, wir ſehen den er⸗ habenen Prieſterkönig, den Diener des hochgelobten Gottes ein paar Augenblicke, und dann fällt der Vorhang wieder und bleibt auch unten. Wie ſchön iſt auch in dieſer Hinſicht Melchiſedek ein Vorbild auf JEſum! will der Verfaſſer gleichſam ſagen. Die Schrift meldet nichts von dem Kommen und Gehen dieſes alten Prieſters, von ſeiner Geburt und ſeinem Sterben. Das erinnert daran, daß JEſus der rechte Hohe⸗ prieſter, der zugleich König von Salem iſt, der König des Friedens, und Melchiſedek, der König der Gerechtigkeit, ohne Anfang und ohne Ende iſt. Ja, JEſus, der Sohn Gottes, iſt ewig. Ihm iſt Melchiſedek gleichgeſtaltet, indem nichts von ſeinem Lebensanfang und Lebensende geſagt wird. Und wiederum, gerade wie dieſer Melchiſedek gleichſam als immerwährender Prieſter vor uns ſteht, weil nämlich gar nichts über ſein Scheiden aus dieſem Amt erzählt wird, ſo hat JEſus ein immerwährendes Prieſtertum. Freilich, was Melchiſedek nur anſchei⸗ nend hat, das hat JEſus in Wirklichkeit. In den Ausführungen über dieſe Sache finden wir die Worte, die wir ſchon vorhin hörten, Hebr. 7, 23—25. Sodann auch V. 28: „Denn das Geſetz macht Menſchen zu Hohenprieſtern, die da Schwachheit haben; dies Wort aber des Eides, das nach dem Geſetz geſagt iſt, ſetzet den Sohn ewig und vollkommen.“ Demnach ſteht es feſt, daß die Schrift lehrt, JEſu Hoheprieſtertum iſt ein unaufhörliches. Sein Amt wird er nicht abtreten, nicht wird der Tod bei ihm anklopfen und ihn aus ſeinem Beruf reißen. Nicht wird ein Würdigerer erſcheinen, dem er Platz machen müßte. Selbſt wenn dieſe Welt dahingeſunken iſt und die Auserwählten Gottes ſich des neuen Himmels und der neuen Erde freuen, wird er noch dieſen Titel tragen. In dem neuen Jeruſalem wird, wie die Offenbarung St. Johannis ausführt, kein Tempel ſein, denn der HErr, der allmächtige Gott, iſt der Tempel und das Lamm, und die Stadt bedarf keiner Sonne noch des Mondes, denn die Herr⸗ lichkeit Gottes erleuchtet ſie, und ihre Leuchte iſt das Lamm. Ja, als das Lamm, alſo unſer Opferlamm, und demgemäß als unſer Hoher⸗ prieſter, wird JEſus bei uns ſein in alle Ewigkeit. Dies ſind nun nicht etwa nur ſchönklingende Lehrſätze für die Schule, ſondern die Schrift weiſt nach, daß ſie die größte Bedeutung für unſer ewiges Heil haben. Weil JEſus ein ewiger Hoherprieſter