# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1928_S26 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 26 Verhandlungen der einunddreißigſten Verſammlung durch mich“; und wiederum: „Wer an den Sohn glaubet, der hat das ewige Leben; wer dem Sohn nicht glaubet, der wird das Leben nicht ſehen, ſondern der Zorn Gottes bleibt über ihm.“ Ja, er iſt der einige, das heißt, der einzige, Hoheprieſter, der einzige Verſöhner, den wir haben. Dieſe Lehre, daß nur in JEſu Verſöhnung mit Gott zu finden iſt, iſt unſerer ſündlichen Vernunft ſehr anſtößig und verhaßt. Es ſchäumt und tobt daher auch die ungläubige Welt, die theologiſche und nicht⸗ theologiſche, dagegen und will dieſe Lehre nicht wahr haben. Jeder iſt ſeines eigenen Glückes Schmied, hört man dieſe Leute ſagen. „üb' immer Treu' und Redlichkeit bis an dein kühles Grab“, das iſt nach ihrer Meinung der Weg zur Verſöhnung mit Gott. Mit guten Werken muß man ſich ſelbſt den Himmel verdienen, iſt ihre Anſicht, die denn auch oft dürr und platt herausgeſagt wird. Man meint, daß jeder ſchließlich ſein eigener Hoherprieſter ſein und Gott mit ſich verſöhnen müſſe. Daß dies einfach blindes Heidentum iſt, merkt man nicht, oder wenn man es merkt, ſo wird kein Gewicht darauf gelegt. Freilich verurteilt die Schrift dies ſtolze, ſelbſtgerechte, aufgeblaſene Weſen in ernſten Worten. Aber von der Schrift wollen ſich die Vernunftgläubigen nicht leiten laſſen. Und ihr Gewiſſen, das ihnen ihre Sünden vorhält und ſie mit dem Gedanken an die ewigen von ihnen verdienten Strafen quält, ver⸗ ſuchen ſie mit Verſtandesreflexionen zu betäuben, was ihnen auch oft zeitweilig gelingt, bis ſchließlich bei vielen von ihnen in der Todes⸗ ſtunde die Stimme im Innern aufwacht und mit Donnerworten ihnen die Haltloſigkeit ihrer ganzen Stellung aufzeigt. Vielfach begegnet man der Behauptung, daß nicht nur JEſus, ſondern auch Sokrates, Buddha, Konfuzius und Mohammed Hoheprieſter der Menſchheit geweſen ſeien. Es iſt das eine der größten Tiefen der Gottesläſterung, die wir uns denken können, aber eine Gottloſigkeit, die leider in vielen Kreiſen ſchon Mode geworden iſt. In der Logenreligion findet ſich gerade der grund⸗ ſtürzende Irrtum, dem wir hier entgegentreten. In dieſer Religion herrſcht nämlich die Anſchauung, die Friedrich der Große von Preußen ſo ausdrückte: „In meinem Lande kann jeder nach ſeiner eigenen Faſſon ſelig werden.“ Man mag ſich den Hohenprieſter wählen, der einem gefällt, oder ſich auch ſelbſt dazu ernennen. Wir ſetzen nur die Worte JEſu daneben: „Alle ſollen den Sohn ehren, wie ſie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehret, der ehret den Vater nicht, der ihn geſandt hat“, Joh. 5, 23. Zu denen, die JEſum nicht ihren einigen Hohenprieſter ſein laſſen, gehören aber nicht bloß alle die, die ſich ausdrücklich von ihm als ihrem Heiland losſagen, ſondern auch alle, die ihr Vertrauen noch zum Teil auf ihre eigenen Werke ſetzen, beſonders die Römiſchen, die die Wahr⸗ heit verwerfen, daß der Menſch allein durch den Glauben gerechtfertigt wird. Der Papſt und ſeine Kirche behaupten wohl, daß ſie JEſu alle Ehre geben, die ihm nach der Schrift zukommt. Aber indem ſie lehren, daß der Menſch ſelber durch ſeine Werke zur Erlangung der Vergebung der Sünden beitragen müſſe, rauben ſie JEſu die Ehre, die ihm Gott gegeben hat, als er zu ihm ſagte: Du biſt ein Prieſter in Ewigkeit nach der Weiſe Melchiſedeks. Nach der Schrift hat Chriſtus alle Sünden getragen, und ſie ſprechen, er habe nur die Erbſünde gebüßt; für wirk⸗ liche Sünden müſſe der Menſch ſelber Genugtuung leiſten. Somit laſſen ſie das Werk der Verſöhnung geteilt werden zwiſchen Chriſto und dem Menſchen. Daß dies der Schriftlehre direkt entgegen iſt, liegt auf der Hand. Unſere Theſe betont aber nicht nur, daß JEſus unſer einiger, ſondern auch, daß er unſer ewiger Hoherprieſter iſt. Damit wird