# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1928_S25 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1928. 25 Und doch hat es Wert, weil es nämlich hinweiſt auf das Gold oder Silber, das im Schatzamt in Waſhington oder anderswo niedergelegt iſt, das die Bezahlung garantiert. So hatten jene Opfer an und für ſich zwar keine Kraft, dem Sünder in und aus ſeiner Not zu helfen; aber weil ſie hinwieſen auf das eine große Verſöhnungsopfer, das in der Zukunft lag und das alle Sünden ſühnen kann, konnte von ihnen geſagt werden, daß ſie von Sünden reinigten. Wenn der Hohe⸗ prieſter am großen Verſöhnungstag in das Allerheiligſte ging, um Gott zu verſöhnen, ſo unternahm er etwas, wozu er viel, viel zu ſchwach war. Und doch wurde der HErr durch dieſe heilige Handlung verſöhnt, weil nämlich dadurch das Werk des rechten Hohenprieſters abgebildet wurde, der der Gerechtigkeit Gottes vollkommen Genüge tat. Es wird heutzutage ſo häufig über die altteſtamentlichen Opfer geſpottet. Man nennt ſie ein Stück primitiven Aberglaubens oder Heidentums, das ſich noch in Israel gefunden habe. Alle, die ſo höhnen und läſtern, ſollen wiſſen, daß ſie das Wort Gottes mit Füßen treten, das deutlich lehrt, daß die Opfer einen hohen Platz innehatten in der Heilsökonomie des Alten Teſtaments. Wir wollen uns durch ſolche Läſterreden nicht beunruhigen laſſen. Auf die intereſſante Frage, ob die Kinder Israel ſich dieſes weis⸗ ſagenden (typiſchen) Charakters ihrer Opfer bewußt waren, gibt uns die Schrift keine direkte Antwort. Wir können aber wohl annehmen, daß die wahren Israeliten, die auf den Meſſias hofften, die rechte Er⸗ kenntnis auch in dieſem Stück beſaßen. VI. Chriſtus iſt unſer einiger Hoherprieſter; das wollen wir uns zu⸗ nächſt vorführen. Dieſe Wahrheit wird im Neuen Teſtament gewaltig bezeugt. Wir wenden uns wieder dem Hebräerbrief zu, weil darin JEſu Hohesprieſtertum ausführlich behandelt wird. Dort wird JEſus, der eine, der Vielheit der Hohenprieſter des Alten Bundes entgegen⸗ geſetzt. Was ſie, die vielen, nicht tun konnten, das hat er, der eine, vollbracht. Er hat ſein Amt in Ewigkeit inne, das wird uns wiederholt bezeugt; und darin liegt, daß niemand anders dies Amt bekleiden wird. Auch im Alten Bunde war es Regel, daß zu ein und derſelben Zeit nur ein Mann das hoheprieſterliche Amt verwaltete. Zwar wird von den vielen Hohenprieſtern des Alten Bundes geredet, aber nur des⸗ halb, weil einer nach dem andern von ihnen mit dem Tode abging und die Stelle durch einen Nachfolger beſetzt werden mußte. Hebr. 7, 23. 24 heißt es: „Und jener ſind viel, die Prieſter wurden, darum daß ſie der Tod nicht bleiben ließ. Dieſer aber darum, daß er bleibet ewiglich, hat er ein unvergänglich Prieſtertum.“ JEſus hat weder Vorgänger noch Nachfolger. Auch wird er nie ſein Amt mit jemand anders teilen müſſen. Weil er der einige Hoheprieſter iſt, ſo wird auch davor gewarnt, ihn doch ja nicht zu verwerfen. Sehr ernſt lauten die Worte Hebr. 10, 26. 27: „Denn ſo wir mutwillig ſündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, haben wir fürder kein ander Opfer mehr für die Sünden, ſondern ein ſchrecklich Warten des Gerichts und des Feuereifers, der die Widerwärtigen verzehren wird.“ Hiermit ſtimmt denn auch das ganze Neue Teſtament. Aus der großen Zahl einſchlägiger Stellen ſeien ein paar angeführt. Petrus ruft den Juden zu Apoſt. 4, 12: „Es iſt in keinem andern Heil, iſt auch kein anderer Name den Menſchen gegeben, darinnen wir ſollen ſelig werden“, als nämlich der Name JEſus. Chriſtus ſelbſt ſagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn