# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1928_S24 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 24 Verhandlungen der einunddreißigſten Verſammlung nahten, ihre Sünden vergab. Wie merkwürdig, ſagt unſere Vernunft, daß jene Opfer die Sünde ſühnten und daß nun noch im Neuen Teſta⸗ ment ein Opfer ſtattfinden muß, wodurch die Sünden der ganzen Welt hinweggenommen werden! Wie merkwürdig, daß damals Hoheprieſter wirkten und das Volk verſöhnten und daß nun im Neuen Bunde dieſe glänzende Reihe aufhört und anſtatt der vielen jetzt einer als Hoher⸗ prieſter daſteht! Wenn uns die Heilige Schrift nicht dieſe Sache er⸗ klärte, ſo würden wir hier vor großen Rätſeln ſtehen. Gottes Wort ſagt uns, daß die Opfer, welche die Hohenprieſter im Alten Bunde darbrachten, in ſich ſelbſt keine Kraft beſaßen. Der Hebräerbrief hat mehrere klare Ausſprüche dieſes Inhalts. Hören wir Kap. 10, 4: „Es iſt unmöglich, durch Ochſen⸗ und Bocksblut Sünden wegnehmen.“ Kap. 10, 11: „Und ein jeglicher Prieſter iſt eingeſetzt, daß er alle Tage Gottesdienſt pflege und oftmals einerlei Opfer tue, welche nimmermehr können die Sünden abnehmen.“ Im Einklang damit heißt es Kap. 9, 9: „Welche [die Hütte] mußte zu derſelben Zeit ein Vorbild ſein, in welcher Gaben und Opfer geopfert wurden, und konnte nicht vollkommen machen nach dem Gewiſſen den, der da Gottesdienſt tut.“ Hier iſt geſagt, daß es keineswegs das Blut der Opfertiere war, was Gott gnädig ſtimmte, wenn dieſe Opfer ſtattfanden. Opfer dieſer Art können nicht die Sünde hinwegnehmen, können ſie nicht ſühnen. An und für ſich waren daher die Opfer des Alten Bundes wertlos. Nicht konnten ſie der göttlichen Gerechtigkeit eine genügende Leiſtung darbieten. Das iſt das eine, was man im Auge behalten muß, will man anders den Opferdienſt Israels verſtehen lernen. Zum andern ſehen wir aber, daß die Opfer durchaus nicht be⸗ deutungslos waren. An und für ſich wertlos, hatten ſie nach der Be⸗ ſtimmung Gottes doch einen hohen Wert. Sie bildeten nämlich eine Weisſagung auf das eine große Opfer, das in der Zeit des Neuen Teſtaments Gott dargebracht werden ſollte. Auch das iſt mit großer Klarheit in der Schrift bezeugt. Hebr. 10, 1 leſen wir: „Denn das Geſetz hat den Schatten von den zukünftigen Gütern, nicht das Weſen der Güter ſelbſt.“ Was das Geſetz in ſeinen Zeremonien bot, war alſo ein Schatten. Ein Schatten iſt ganz weſenlos, etwas Negatives; aber er hat doch wenigſtens den Wert, daß er anzeigt, daß etwas da iſt, was den Schatten wirft. So deuten die Opfer des Alten Bundes hin auf etwas anderes. Was war das? Es waren die zukünftigen Güter, die Güter des Neuen Bundes, den JEſus aufrichten ſollte, und unter dieſen Gütern iſt ja das Hauptſächlichſte die Verſöhnung mit Gott. Aus dem Zuſammenhang in Hebr. 10 iſt auch klar, daß gerade das Verſöhnungsopfer JEſu gemeint iſt als das, worauf die alten Opfer hinwieſen. Es werden nämlich die altteſtamentlichen Opfer und das Opfer JEſu einander gegenübergeſtellt, und es wird ausge⸗ führt, daß das, was die jährlich von den Prieſtern wiederholten Opfer nicht tun konnten, durch das einmalige Opfer JEſu ausgerichtet wurde. Ebenſo wird die Stiftshütte mit allen ihren Gaben und Opfern ein Vorbild genannt, Kap. 9, 9. So haben wir denn ein volles Recht, die Hohenprieſter und die Opfer Israels als Finger anzuſehen, die in die Zukunft wieſen, auf das große Werk des Heilandes. Weis⸗ ſagungen waren ſie, und man hat ſie paſſend Realweisſagungen ge⸗ nannt, weil ſie in Handlungen beſtanden. Inſofern ſie auf Chriſtum hinwieſen, waren ſie wirkliche Gnadenmittel und reichten die Vergebung der Sünden den Israeliten dar. Man kann nicht unpaſſend die Opfer des Alten Teſtaments mit unſerm Papiergeld vergleichen. Unſer Papiergeld hat an und für ſich ja keinen Wert. Es iſt bloß Papier.