# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1928_S10 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 10 Verhandlungen der einunddreißigſten Verſammlung uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem ſüßen Geruch“, ſchreibt der⸗ ſelbe Apoſtel an die Epheſer. Das unſtreitig köſtlichſte Kapitel in der altteſtamentlichen Weis⸗ ſagung, Jeſ. 53, ſagt vom Meſſias, daß er ſein Leben zum Schuldopfer gibt. In ſeinen gewaltigen Ausführungen über die Rechtfertigung im Römerbrief ſchildert Paulus den Heiland in Ausdrücken dieſer Art, in⸗ dem er ſagt: „Welchen Gott hat vorgeſtellt zu einem Gnadenſtuhl durch den Glauben in ſeinem Blut.“ Und wer wollte ſie alle aufzählen, die noch übrigen Ausſprüche, in denen in der einen oder andern Weiſe JEſu Wirken unter den Geſichtspunkt des Opferdienſtes geſtellt wird? Alles dies ſtimmt mit der Tatſache, daß die Schrift JEſum unſern Hohenprieſter nennt. Die Schrift bezeichnet aber nicht nur JEſum als Hohenprieſter, ſie betont auch, daß er von Gott ſelbſt in dieſes hohe Amt eingeſetzt worden iſt. Der Verfaſſer des Hebräerbriefs hält dies für einen wich⸗ tigen Punkt und legt darum den Finger darauf. Er ſchreibt Kap. 5, 4 ff.: „Und niemand nimmt ihm ſelbſt die Ehre, ſondern der auch berufen ſei von Gott, gleichwie der Aaron. Alſo auch Chriſtus hat ſich nicht ſelbſt in die Ehre geſetzt, daß er Hoherprieſter würde, ſondern der zu ihm geſagt hat: Du biſt mein Sohn; heute habe ich dich gezeuget, wie er auch am andern Ort ſpricht: Du biſt ein Prieſter ewiglich nach der Ordnung Melchiſedeks.“ Hier begegnen wir dem vorhin angeführten Pſalmwort noch einmal, und zwar als einem Beweis dafür, daß JEſus ſich nicht die hoheprieſterliche Würde anmaßt, ſondern von Gott ſelbſt damit bekleidet worden ſei. Ja, jeder rechte Hoheprieſter wurde von Gott zu dieſem Amt berufen. Das gilt auch von JEſu; indem Gott zu ihm ſprach: „Du biſt ein Prieſter ewiglich nach der Weiſe Mel⸗ chiſedeks“, hat er ihn mit dieſem hohen Amt betraut. Und Hebr. 7, 20 ff. wird dann darauf hingewieſen, daß Gott bei der übergabe dieſes Amtes an JEſum einen Eid geſchworen habe: „Denn jene ſind ohne Eid Prieſter worden, dieſer aber mit dem Eide durch den, der zu ihm ſpricht: Der HErr hat geſchworen und wird ihn nicht gereuen: Du biſt ein Prieſter in Ewigkeit nach der Ordnung Melchiſedeks. Alſo gar eines viel beſſeren Teſtaments Ausrichter iſt JEſus worden.“ Wir haben alſo geſehen, Gott ſelbſt hat in der Schrift JEſum Hohenprieſter genannt und ihn feierlich in dies Amt geſetzt. Hat aber Gott ſelbſt ihm dieſen Titel beigelegt, und hat er ſelbſt ihn zu dieſem Amt beſtellt und noch dazu geſchworen, daß er in Ewigkeit ein Prieſter ſein ſolle, welches Recht hätte dann noch irgendein Menſch, daran zu zweifeln, daß JEſus in Wahrheit von Gott mit dieſem hohen Amt und dieſer hohen Würde betraut worden iſt? Die Schrift nennt JEſum unſern Hohenprieſter, ſagen wir. Wir könnten das auch ſo ausdrücken: In der Schrift wird es uns geoffenbart, daß JEſus dieſes Amt trägt und verwaltet. Aus der Offenbarung Gottes wiſſen wir, daß er dieſe hohe Stelle einnimmt. Es iſt das eine große Gnade unſers Gottes, daß er uns dieſe Offenbarung zuteil werden läßt. Aus uns ſelbſt hätten wir es nimmer erkundet oder in Erfahrung gebracht, daß JEſus unſer Hoherprieſter iſt; auch ſeine Zeitgenoſſen nicht. Hier gilt, was JEſus dem Petrus ſagt nach deſſen großem Be⸗ kenntnis: „Selig biſt du, Simon, Jonas' Sohn; denn Fleiſch und Blut hat dir das nicht offenbart, ſondern mein Vater im Himmel.“ „Selig biſt du.“ Selig ſind wir, ſagen wir, indem wir dies auf uns ſelbſt be⸗ ziehen. Ja, ſelige Leute ſind alle die, die dieſe Offenbarung beſitzen. Möge ſie ein wahres, inneres Beſitztum bei uns ſein und bleiben! Der Einwurf kommt von den Moderniſten her: Hoherprieſter, das ſei ein bloßer Name. Es iſt das, ſagen ſie, eben ein Titel, der JEſu