# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1928_S8 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 8 Verhandlungen der einunddreißigſten Verſammlung gezeigt. Sie haben einfach JEſum als göttlichen Hohenprieſter gepredigt. Sie haben ihn in ſeiner hoheprieſterlichen Glorie ihren Zeitgenoſſen in begeiſterten Worten vorgemalt. Paulus ſagt 1 Kor. 2, 2: „Ich hielt mich nicht dafür, daß ich etwas wüßte unter euch ohne allein JEſum Chriſtum, den Gekreuzigten.“ So haben ſie die Feindſchaft gegen ihn als den rechten wahren Hohenprieſter überwunden. Mit andern Wor⸗ ten, die Botſchaft von JEſu hoheprieſterlichem Amt hat ſich ſelbſt als göttlich durchgeſetzt und die Herzen, die ſich erſt dagegen ſträubten, über⸗ wunden. Das iſt eine wunderbare Eigenſchaft des Wortes vom Kreuz, daß es in ſich ſelbſt die Kraft enthält, Glauben an ſeine Wahrheit und ſeinen göttlichen Urſprung zu erzeugen. So kam es zum Beiſpiel daß, als Paulus dieſes Wort in Theſſalonich predigte, die Leute, die dort bekehrt wurden, es aufnahmen nicht als Menſchenwort, ſondern, wie es denn wahrhaftig iſt, als Gottes Wort. „Die Worte, die ich rede, die ſind Geiſt und ſind Leben“, ſagt Chriſtus von ſeiner eigenen Predigt, und dieſe enthält auch gerade das Hauptſtück des Evangeliums, das wir jetzt beſprechen. Dies wollen wir auch bei unſern diesjährigen Erör⸗ terungen fein im Auge behalten, ſo uns Gott Gnade gibt. Nicht wollen wir verſuchen die Lehre von JEſu hoheprieſterlichem Werk philoſophiſch zu entwickeln und zu begründen; vielmehr wollen wir einfach zur Schrift gehen, wo dieſe Lehre ſteht, und was dort geſchrieben iſt, das wollen wir einander ſagen, einander bezeugen. Es wird uns dies helfen in unſerm herrlichen Beruf, dieſen Teil der göttlichen Wahrheit mit Kraft und Klarheit zu verkündigen und zu lehren. Wir werden dieſe köſtliche Botſchaft beſſer kennenlernen und darum auch unſern Mitmenſchen beſſer predigen können. Wenn wir auf die vermeintlichen Gründe der Gegner eingehen und ſie wiederlegen, ſo wollen wir uns deſſen bewußt bleiben, daß ſolche Beweisführungen nicht die Hauptſache ſind und daß nur eins die Herzen für die Wahrheit gewinnen kann, nämlich das Evangelium ſelbſt, deſſen Kern eben die Lehre von JEſu Hohemprieſtertum iſt. Das, was die Schrift über dieſen Gegenſtand ſagt, habe ich in fol⸗ gende Sätze zuſammenzufaſſen verſucht: 1. JEſus wird in der Schrift unſer Hoherprieſter genannt, und ſein Werk wird mit Ausdrücken beſchrieben, die vom Opferdienſt her⸗ genommen ſind. Auch wird bezeugt, daß Gott ſelbſt ihn zu dieſem Amt berufen hat. 2. JEſus Chriſtus, wahrer Gott und Menſch, beſitzt die erforder⸗ lichen Eigenſchaften, unſer wahrer Hoherprieſter zu ſein. 3. JEſu hoheprieſterliches Wirken liegt zum Teil in der Ver⸗ gangenheit. Dieſer Teil beſtand darin, daß er Verſöhnung zwiſchen Gott und der Welt herbeiführte. 4. Dieſe Verſöhnung hat JEſus vollbracht durch ſeine ſtellver⸗ tretende Erfüllung des Geſetzes und durch ſein ſtellvertretendes Leiden und Sterben. 5. JEſus hat als Hoherprieſter das erfüllt, was durch die Hohen⸗ prieſter des Alten Bundes und durch ihre Opfer abgeſchattet oder vor⸗ gebildet wurde. 6. JEſus iſt unſer einiger Hoherprieſter; außer ihm iſt kein Heil. Er iſt aber auch unſer ewiger Hoherprieſter; ſein Werk iſt vollgültig für alle Ewigkeit. 7. Während JEſu hoheprieſterliches Wirken für alle ſtattgefunden hat, ſo werden doch nur diejenigen des Segens dieſes Wirkens teil⸗ haftig, die ſich gläubig an ihn anklammern. 8. JEſus wirkt auch jetzt noch als unſer Hoherprieſter, indem er uns bei Gott vertritt und uns ſegnet.