# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1926_S7 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1926. 7 uns, berichten zu können, daß wir dreiundzwanzig Perſonen in der Gemeinde haben, die neben dem Colored Lutheran auch andere unſerer kirchlichen Zeitſchriften halten und leſen.“ — Die Sonntagsſchule der Gemeinde iſt die größte in der ganzen Miſſion; ſie zählte Ende März dieſes Jahres 214. 3. St. Paul's, New Orleans. (Gegründet 1879. Miſſionar: E. H. Wildgrube,* ſeit März 1922.) Die St. Paulsgemeinde iſt unſere größte Gemeinde. Sie zählt zurzeit 405 Seelen und 235 Abendmahls⸗ berechtigte. Miſſionar Wildgrube ſagt in ſeinem Bericht: „Wir hatten in dieſen zwei Jahren folgende Verluſte zu verzeichnen: 12 durch den Tod; 8 durch Ausſchluß; 23 durch Entlaſſung an andere Gemeinden; 3 durch ſpurloſes Verſchwinden. Geſamtverluſt: 46. Trotzdem hat die Gemeinde an Gliederzahl zugenommen. Der Beſuch der Gottes⸗ dienſte könnte viel beſſer ſein. Zwar iſt ein Fortſchritt zu verzeichnen; doch iſt dieſer kaum ſpürbar. Sie fragen vielleicht: ‚Was hat der Miſſionar getan?‘ Er hat Geſetz und Evangelium gepredigt nach beſtem Vermögen, hat die Leute beſucht und Traktate verteilt. [Be⸗ merkung des Berichtſchreibers: Wir haben auf amtlichem Wege er⸗ fahren, daß Miſſionar Wildgrube zum Beiſpiel einen Mann, der Wort und Sakrament nicht gebrauchte, 34mal beſuchte, ehe es zum Ausſchluß kam.] Unſere monatlichen Gemeindeverſammlungen werden jetzt beſſer als je beſucht, und die Glieder legen ein großes Intereſſe an den Ver⸗ ſammlungen an den Tag. Es ſind gewöhnlich gegen 15 anweſend. Das iſt ſehr gut für eine Gemeinde in New Orleans, wenn man bedenkt, daß eine unſerer hieſigen weißen Gemeinden mit 800 Abendmahls⸗ gliedern nur gegen 15 Stimmberechtigte in den Gemeindeverſamm⸗ lungen hat, wie mir berichtet wurde. — Bei Krankenbeſuchen finde ich, daß unſere Lutheraner nur ſehr ſelten ohne Gebetbuch ſind. Der eng⸗ liſche „Kleine Gebetsſchatz“ liegt entweder auf dem Tiſch neben dem Bett oder unter dem Kopfkiſſen. Das iſt ein gutes Zeichen. — Die Neger ſind ein ſorgloſes Volk, und ſie ſingen und pfeifen gern. Oft hört man unſinniges Zeug und alte Plantagenlieder, zuweilen aber auch ſchöne Geſänge. Unſere Kirche, beſonders aber die Schule, hat viel dazu bei⸗ getragen, Lieder unter ihnen zu verbreiten, die in Zeiten der Trübſal ein Troſtquell für ſie ſind: unſere herrlichen lutheriſchen Lieder. Als ich einſt an einem unbekannten Hauſe vorbeiging, hörte ich, wie jemand auf engliſch das Lied ſang: Aus Gnaden ſoll ich ſelig werden! Herz, glaubſt du's, oder glaubſt du's nicht? Was willſt du dich ſo blöd' gebärden? Iſt's Wahrheit, was die Schrift verſpricht, So muß auch dieſes Wahrheit ſein: Aus Gnaden iſt der Himmel dein. Ich konnte einfach nicht weitergehen, bis das Lied zu Ende geſungen war. Es war ein wahrer Genuß. Ein anderes Mal — es war früh an einem Sonntagmorgen — hörte ich draußen jemand ſingen: ‚Ein' feſte Burg iſt unſer Gott‘ uſw. Ich lief hinaus, um zu ſehen, wer es ſei. Es war ein junger Mann, und zu meiner Verwunderung war er kein Glied unſerer St. Paulskirche. Er hatte dies lutheriſche Kampf⸗ und Siegeslied gewiß in einer unſerer lutheriſchen Kirchen oder Schulen gelernt. Wie dieſer junge Mann dies Lied von uns gelernt hat, ſo hat manches Kind und mancher Erwachſene das Evangelium von uns ge⸗ lernt, das er in ſeinem Herzen bewahrt und aus dem er Troſt ſchöpft, obwohl er äußerlich nicht zu unſerer Kirche gehört.“ Wir möchten gern noch mehr aus Miſſionar Wildgrubes intereſſantem Bericht bringen,