# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1924_S35 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1924. 35 In dieſen Worten ermahnt Paulus die Chriſten, die Einigkeit der Kirche zu erhalten, und lehrt ſie auch, wie das getan werden ſoll. Er zeigt ihnen, daß ſie, wenn ſie die Einigkeit im Geiſt erhalten wollen, ſich zwei Stücke merken müſſen. Zum erſten müſſen ſie ſelbſt ſo wan⸗ deln, daß ſie den Frieden nicht durch Stolz, Ungeduld und Unverträg⸗ lichkeit mit ihren Brüdern ſtören. Sie ſollen ſanftmütig und geduldig ſein, und einer ſoll den andern in Liebe tragen. Wer Chriſto nicht gehorcht und ſeine Brüder nicht behandelt als ſolche, die dem HErrn gleich teuer ſind, ſondern als Untergeordnete, die man geringſchätzig behandeln, über die man herrſchen, die man lieblos verwerfen kann; wer ſich weigert, ihre Schwachheiten zu tragen, Schwachheiten, wie ſie ſich bei jedem Chriſten finden, während er verlangt, daß die andern ſeine eigenen Schwachheiten überſehen ſollen, ja vielleicht gar erwartet, daß man ſeine Schwachheiten als Tugenden anſehen ſoll: der zerreißt mit ſeinem Stolz und ſeiner Selbſtſucht die Einigkeit der Kirche. Durch ein ſolches Verhalten reizt er ſeine Brüder, gibt ihnen Urſache zur Klage, fordert ihre Anklagen gegen ſich ſelbſt heraus; und wenn dann andere, wie das gewöhnlich mit ſolchen Leuten geſchieht, Stellung neh⸗ men, ſo werden einander gegenüberſtehende Parteien geſchaffen. Das alles kann vermieden werden, wenn Chriſten würdiglich wandeln, wie ſich's gebührt ihrem Beruf, darinnen ſie berufen ſind, mit aller Demut und Sanftmut, mit Geduld, und wenn einer den andern verträgt in der Liebe und fleißig iſt, die Einigkeit im Geiſt zu halten. Aber damit nicht manche auf den Gedanken kommen, daß man auch die falſchen Lehrer dulden und tragen ſoll, zeigt ihnen Paulus zum andern, was nötig iſt, daß die Einigkeit in der Kirche aufgerichtet und erhalten werde. Er ſagt ihnen, daß der auferſtandene und gen Himmel gefahrene HErr gerade zu dem Zweck der Kirche die Gabe des Heiligen Geiſtes gege⸗ ben hat. Der Heilige Geiſt wirkt nun durch Paſtoren und Lehrer, daß die Heiligen zugerichtet werden zum Werk des Amtes, dadurch der Leib Chriſti erbauet werde, bis wir alle hinankommen zu einerlei Glauben und Erkenntnis des Sohnes Gottes und ein vollkommener Mann werden. Wenn Chriſten rechtſchaffen ſind in der Liebe und jeden Wind der Lehre von liſtigen und verſchlagenen Leuten meiden, werden ſie im Wort der Wahrheit unterrichtet, daß ſie alle einen HErrn, einen Glauben und eine Taufe bekennen und alle dasſelbe reden. Daraus geht klar hervor, daß der Heilige Geiſt die Kirche einigt, indem er alle immer dieſelben Wahrheiten lehrt, nicht aber alle möglichen falſchen Lehren duldet. In der Tat, wenn niemand anders an der Kirche ar⸗ beiten würde als der Heilige Geiſt und die, welche er zu Dienern der Kirche beruft, Chriſti Wort rein und lauter lehrten, ſo wäre das Pro⸗ dukt die Kirche, und dieſe Kirche wäre eine einige Kirche; ſie könnte nichts anderes ſein. Die Störung kommt von den Leuten, die ſich dem Werk des Heiligen Geiſtes widerſetzen oder ihre eigene Meinung einmiſchen, entweder aus Unwiſſenheit (obgleich ſie es dabei gut meinen) oder aber aus Eigendünkel oder gar aus Bosheit. Was iſt es alſo, was wir Chriſten zur Herſtellung der wahren Einigkeit tun ſollen? Selbſt auf die Gefahr hin zu wiederholen oder weitläufig zu werden, will ich folgendes noch betonen: 1. „Verſuchet euch ſelbſt, ob ihr im Glauben ſeid, prüfet euch ſelbſt!“ 2 Kor. 13, 5; das heißt, ſeht vor allem zu, ob ihr durch auf⸗ richtige Buße und wahren Glauben wahrhaft bekehrte Chriſten ſeid. Wenn nicht, dann ſteht ihr nicht in geiſtlicher Einigkeit mit der Kirche, einerlei was für eine hohe Stellung in der ſichtbaren Kirche und Ge⸗