# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1924_S34 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 34 Verhandlungen der neunundzwanzigſten Verſammlung daß ſie dem Heiligen Geiſt und ſeinem Werk in ihnen folgen und ſich von ihm leiten laſſen ſollen; dann werden ſie die Lüſte des Fleiſches nicht vollbringen noch den Werken des Fleiſches zum Opfer fallen, unter denen er z. B. nennt „Abgötterei, Zauberei, Feindſchaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord“, Gal. 5, 20, die ſämtlich Arten von Ungehorſam ſind, durch welche die meiſten Spaltungen und Streitigkeiten in der Kirche entſtanden ſind und noch entſtehen. Dieſe drei aber: Streit, Spaltung und Parteien, ſind die größten übel. Und der Heilige Geiſt iſt derjenige, der dieſe übel zu heben vermag. Ja, der Heilige Geiſt muß auch den wirklichen Erfolg ſolcher friedlichen Einig⸗ keit zwiſchen Chriſten wirken; „denn Gott iſt's, der in euch wirket beide das Wollen und das Vollbringen nach ſeinem Wohlgefallen“, Phil. 2, 13. Daraus geht nun auch hervor, was wir tun müſſen, um Frieden und Einigkeit zuſtande zu bringen und zu erhalten, nämlich dies, daß wir uns vom Heiligen Geiſt in alle Wahrheit leiten laſſen und ſelbſt Werkzeuge werden, jeder nach ſeinen Gaben und ſeinem Vermögen, durch welche des Heiligen Geiſtes Wort andern gebracht wird zu ihrer Erleuchtung, Beſſerung, Stärkung und Erbauung. Wenn ein Chriſt ſich der Führung des Heiligen Geiſtes unterwirft, im Geiſte wandelt, an ſeinem Teile die Gaben des Geiſtes gebraucht und jede Gelegenheit benutzt, Gottes Wort zu lehren, auszubreiten, zu predigen und zu ver⸗ teidigen, in dieſem Intereſſe zu ſchreiben, zu drucken, zu leſen, zu ſingen und zu bekennen, dann baut jener Chriſt den einen Tempel Gottes und wird durch den Heiligen Geiſt ein gewaltiges Werkzeug für die wahre kirchliche Einigkeit. Das wird ſchön dargelegt von Paulus im 4. Kapitel an die Epheſer, 1—16: „So ermahne nun euch ich Gefan⸗ gener in dem HErrn, daß ihr wandelt, wie ſich's gebühret eurem Beruf, darinnen ihr berufen ſeid, mit aller Demut und Sanftmut, mit Geduld und vertraget einer den andern in der Liebe und ſeid fleißig, zu halten die Einigkeit im Geiſt durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geiſt, wie ihr auch berufen ſeid auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein HErr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater (unſer) aller, der da iſt über euch alle und durch euch alle und in euch allen. Einem jeglichen aber unter uns iſt gegeben die Gnade nach dem Maß der Gabe Chriſti. Darum ſpricht er: Er iſt aufgefahren in die Höhe und hat das Gefängnis gefangen geführet und hat den Menſchen Gaben gegeben. Daß er aber aufgefahren iſt, was iſt's, denn daß er zuvor iſt hinuntergefahren in die unterſten Örter der Erde? Der hinuntergefahren iſt, das iſt derſelbige, der aufgefahren iſt über alle Himmel, auf daß er alles erfüllete. Und er hat etliche zu Apoſteln geſetzt, etliche aber zu Propheten, etliche zu Evangeliſten, etliche zu Hirten und Lehrern, daß die Heiligen zugerichtet werden zum Werk des Amts, dadurch der Leib Chriſti erbauet werde, bis wir alle hinan⸗ kommen zu einerlei Glauben und Erkenntnis des Sohnes Gottes und ein vollkommener Mann werden, der da ſei in der Maße des vollkom⸗ menen Alters Chriſti, auf daß wir nicht mehr Kinder ſeien und uns wägen und wiegen laſſen von allerlei Wind der Lehre durch Schalkheit der Menſchen und Täuſcherei, damit ſie uns erſchleichen zu verführen. Laſſet uns aber rechtſchaffen ſein in der Liebe und wachſen in allen Stücken an dem, der das Haupt iſt, Chriſtus, aus welchem der ganze Leib zuſammengefüget und ein Glied am andern hanget durch alle Gelenke, dadurch eines dem andern Handreichung tut nach dem Werk eines jeglichen Gliedes in ſeiner Maße und machet, daß der Leib wächſet zu ſeiner ſelbſt Beſſerung; und das alles in der Liebe.“