# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1924_S33 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1924. 33 Paulus die Einigkeit der vielen verſchiedenen Chriſten beſchreibt und ſie mit einem Leib mit vielen verſchiedenen Gliedern vergleicht, ſagt er uns auch, wie wir zu dieſer Einigkeit gekommen ſind. „Denn wir ſind durch einen Geiſt alle zu einem Leibe getauft, wir ſeien Juden oder Griechen, Knechte oder Freie, und ſind alle zu einem Geiſt getränket“, 1 Kor. 12, 13. Der Heilige Geiſt ſteht nicht im Widerſpruch mit ſich ſelbſt. Er hat uns nicht verſchiedene, ſich widerſprechende Religionen oder Regeln oder Geſetze gegeben, ſondern ſein Wort iſt ein harmoniſches Ganzes; und wenn wir ihm folgen, wird es bei uns nicht zu verſchiedenen Richtungen, zu einander gegenüberſtehenden Par⸗ teien und zur Trennung kommen, ſondern wenn wir ihm folgen, wo, wie und wohin er uns leitet, gelangen wir gewißlich zu wahrer Einigkeit nach innen und nach außen. „Denn Gott iſt nicht ein Gott der Unord⸗ nung, ſondern des Friedens wie in allen Gemeinden der Heiligen“, 1 Kor. 14, 33. Darum wird er genannt „der Gott des Friedens“, 1 Theſſ. 5, 23; Röm. 15, 33, weil er nicht der Urheber der Uneinigkeit und des Streites iſt, ſondern Frieden erhält. Aber mit ſeinen fried⸗ liebenden Chriſten muß er kämpfen gegen die Friedensſtörer, den Teufel und ſeinen Samen. Und allein dieſer Gott des Friedens kann uns Frieden geben, 2 Theſſ. 3, 16. Das verheißt auch der HErr ſeiner Kirche ausdrücklich: „Wenn aber jener, der Geiſt der Wahrheit, kom⸗ men wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten.“ Das iſt die Vor⸗ kehrung, die JEſus getroffen hat, um ſeine Kirche zu einigen und in der Einigkeit zu erhalten: er hat uns ſeinen Heiligen Geiſt gegeben und geſandt. Dieſer Geiſt arbeitet nicht im Gegenſatz zu JEſu Willen, ſondern er arbeitet dem Willen JEſu gemäß; „denn er wird nicht von ihm ſelber reden, ſondern was er hören wird, das wird er reden; . . . denn von dem Meinen wird er's nehmen und euch verkündigen“, Joh. 16, 13. 14. Dieſe übereinſtimmung der Lehre des Heiligen Geiſtes mit dem Worte JEſu wird von Paulus vorgetragen, wenn er ſchreibt: „Denn der Sohn Gottes, JEſus Chriſtus, der unter euch durch uns gepredigt iſt, durch mich und Sylvanum und Timotheum, der war nicht Ja und Nein, ſondern es war Ja in ihm“, 2 Kor. 1, 19. Wir wollen uns aber nun nicht einbilden, daß wir überhaupt nichts zu tun brauchten, daß wir den Heiligen Geiſt ſein Werk ohne Menſchen und ohne Mittel tun laſſen könnten, oder daß wir bloß um den Heiligen Geiſt zu bitten brauchten. Durchaus nicht! Es iſt wahr, der Heilige Geiſt könnte das tun, wenn er wollte, aber „es gefiel Gott wohl, durch törichte Predigt ſelig zu machen die, ſo daran glauben“, 1 Kor. 1, 21. Das Wort Gottes iſt „geoffenbart worden durch ſeinen [Gottes] Geiſt“, der allein die Tiefen der Gottheit er⸗ forſcht, 1 Kor. 2, 10. Und durch die Predigt nun („mit Worten, die der Heilige Geiſt lehret“, 1 Kor. 2, 13) beruft, ſammelt, erleuchtet, einigt Gott die Kirche und erhält ſie im wahren Glauben. 1 Petr. 1, 5: „Ihr werdet aus Gottes Macht durch den Glauben bewahret zur Seligkeit.“ Phil. 1, 6: „Und bin desſelbigen in guter Zuverſicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollführen bis an den Tag JEſu Chriſti.“ Wo Chriſten der Leitung des Heiligen Geiſtes in dem klaren Wort der Schrift folgen, da muß Einigkeit folgen und iſt auch immer Einigkeit gefolgt. Paulus warnt die Chriſten vor Zwietracht und Spaltung und vor den Folgen ſolcher Zerriſſenheit. Gal. 5, 15: „So ihr euch aber untereinander beißet und freſſet, ſo ſehet zu, daß ihr nicht untereinander verzehret werdet.“ Und dann fährt er fort und zeigt ihnen das Heilmittel gegen dies übel und ſagt ihnen,