# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1924_S32 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 32 Verhandlungen der neunundzwanzigſten Verſammlung feſt aneinander in einem Sinn und in einerlei Meinung“, 1 Kor. 1, 10. Das heben auch unſere Bekenntnisſchriften hervor. Triglotta, 186: „Und das Wort 1 Petr. 4: ‚Die Liebe deckt der Sünden Menge‘ uſw. iſt genommen aus den Sprüchen Salomonis, da er ſagt: ‚Haß richtet Hader an, aber die Liebe deckt der Sünden Menge zu.‘ Da gibt der Text klar an ihm ſelbſt genug, daß er von der Liebe redet gegen den Nächſten und nicht von der Liebe gegen Gott. Und er will gleich dasſelbe, das der nächſte Spruch Pauli zu den Koloſſern ſagt, nämlich daß wir uns ſollen fleißigen, brüderlich, freundlich zu leben, alſo daß einer dem andern viel zugute halte, daß Unluſt und Zwieſpalt vermieden werden; als ſollte er ſagen: Zwieſpalt erwächſt aus Haß; wie wir denn ſehen, daß aus geringen Fünklein oft großes Feuer an⸗ geht. Es waren nicht ſo große Sachen, darüber erſt C. Cäſar und Pompejus uneins geworden, und wo einer dem andern gewichen hätte, ſo wäre der folgende große Krieg, ſo viel Blutvergießen, ſo manch groß Unglück und Unrat nicht daraus gekommen. Aber da ein jeder mit dem Kopf hindurch wollte, iſt der große, unſägliche Schade, Zerrüttung des ganzen römiſchen Regiments, der Zeit erfolgt. — Und es ſind viele Ketzereien daher erwachſen, daß Prediger aufeinander ſind verbittert worden. So iſt nun Petri Spruch alſo zu verſtehen: ‚Die Liebe deckt der Sünden Menge zu‘, das iſt, die Liebe deckt des Nächſten Sünde. Das iſt, ob ſich gleichwohl Unwille unter Chriſten begibt, ſo trägt doch die Liebe alles, überſieht gern, weicht dem Nächſten, duldet und trägt brüderlich ſeine Gebrechen und ſucht nicht alles aufs ſchärfſte. So will nun Petrus das gar nicht, daß die Liebe vor Gott verdiene Vergebung der Sünden, daß die Liebe uns Gott verſöhne ohne den Mittler Chri⸗ ſtum, daß wir durch die Liebe ſollten Gott angenehm ſein ohne den Mittler Chriſtum, ſondern das will Petrus, daß, in welchem chriſtliche Liebe iſt, der iſt nicht eigenſinnig, nicht hart und unfreundlich, ſondern hält leichtlich dem Nächſten ſeine Gebrechen und Fehle zugute, vergibt brüderlich dem Nächſten, ſtillt, weiſt ſich ſelbſt und weicht um Friedens willen, wie auch lehrt der Spruch: Amici vitia noris, non oderis, das iſt, ich ſoll meines Freundes Weiſe lernen, aber ihn (ob es nicht alles ſchnurgleich iſt) darum nicht haſſen. Und die Apoſtel vermahnen nicht ohne Urſache zu ſolcher Liebe, welches die Philoſophi epieikeian genannt haben. Denn ſollen Leute in Einigkeit beieinander ſein oder bleiben, es ſei in der Kirche oder auch weltlichem Regiment, ſo müſſen ſie nicht alle Gebrechen gegeneinander auf der Goldwage abrechnen, ſie müſſen laſſen einander faſt viel mit dem Waſſer vorübergehen und immer zugute halten, ſoviel auch immer möglich, brüderlich miteinander Ge⸗ duld haben.“ Wo aber kommen ſolche Leute her, die das tun wollen? Wie können Leute dahin gebracht werden, daß ſie ſich in allen Stücken des Glaubens und Lebens, in credendis et agendis, dem HErrn unter⸗ werfen? Solche Leute ſind allein ein Produkt des Heiligen Geiſtes. „Niemand kann JEſum einen HErrn heißen ohne durch den Heiligen Geiſt“, 1 Kor. 12, 3. Kein Pläneſchmieden, kein Kompromiß, keine Gewalt, kein Feuer, Schwert, Gefängnis, keine verführeriſche Zwei⸗ deutigkeit der Rede, keine Duldung falſcher Lehrer, keine ſogenannte Liebe, die die Wahrheit des heiligen und alleinſeligmachenden Wortes Gottes der Torheit, Schwachheit und Bosheit der Menſchen preisgibt, kann ſolche Leute erzeugen, ſondern allein der Heilige Geiſt und niemand anders. Wenn jeder, der den Namen Chriſti kennt, dieſe eine Wahrheit lernen würde, es würde eine neue Epoche für die Kirche anbrechen. Im 12. Kapitel des erſten Briefes an die Korinther, wo