# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1924_S30 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 30 Verhandlungen der neunundzwanzigſten Verſammlung keinen Platz für eine Warnung vor falſchen Propheten, keinen Platz für Paulus, der den Fluch ausſpricht über jeden, der ein „anderes Evan⸗ gelium“ bringt, keinen Platz für Johannes, der den Geiſt des Irrtums verdammt. Er ſetzt den Betrüger, den Mietling, auf den Thron, den Mann, der den Leuten predigt, wonach ihnen die Ohren jucken, der ſeine eigenen Träume und Weisſagungen verkündigt, während der, welcher ausſchließlich Gottes lauteres Wort treu, klar und poſitiv predigt, getadelt und zuſchanden gemacht wird. Wehe der Kirche, wenn dem Verräter geſchmeichelt, der treue und furchtloſe Zeuge aber ver⸗ läſtert, verfolgt und ins Gefängnis geworfen wird! Mein lieber Chriſt, fliehe dieſe Peſtilenz, die unter dem Mantel der Liebe die Herde Chriſti nicht nur einem Wolf, ſondern Tauſenden von Wölfen preisgibt! Gott gebe uns offene Augen! Gott hat uns nicht befohlen, mit allen Menſchen unter allen Umſtänden im Frieden zu leben oder Frieden zu machen. Er ſagt vielmehr: „Wehe euch, wenn euch jedermann wohl redet!“ Luk. 6, 26. Wie ein treuer Chriſt fleißig ſein ſoll, die Einigkeit im Geiſt durch das Band des Friedens zu halten mit Chriſto, dem Haupt der Kirche, und der Kirche, ſeinem Leibe, und ſich auch bemühen ſoll, dieſe Einigkeit an den Tag zu legen, wo es möglich iſt, ſo ſoll er auch mit den Un⸗ gläubigen nicht am fremden Joch ziehen, ſondern von ihnen ausgehen und ſich von den unreinen Arbeitern der Ungerechtigkeit abſondern. Wenn es darüber zur Spaltung kommt, liegt die Schuld nicht an den treuen Leuten, die die Wahrheit lehren und ſo ihrem HErrn und Biſchof, JEſu Chriſto, gehorchen, ſondern allein bei den Ungehorſamen, die entweder Irrtum lehren und pflegen oder ihn ſtillſchweigend dulden. Laßt uns die Worte D. Walthers beherzigen, der in einer Predigt auf der Synodalkonferenz im Jahre 1875 ſagte: „Der zweite, und zwar der allerwichtigſte Gebrauch, den wir von der Wahrheit, daß Gott allein ſeine Kirche baut und erhält, zu machen haben, iſt, daß wir uns hüten, die Kirche durch unſere Klugheit und nach unſerer guten Meinung bauen und erhalten zu wollen, ſondern daß wir Gott allein walten laſſen. Mag es alſo unſerer Vernunft ſcheinen, als ob die Kirche ſich ſchneller und weiter ausbreiten würde, wenn wir die und jene Wahrheit verſchwiegen, oder wenn wir den und jenen Irrtum duldeten, oder wenn wir in dieſem oder jenem Punkte nachgäben, oder wenn wir mit den Beſtreitern einer göttlichen Wahrheit und mit den Verteidigern eines ihr entgegenſtehenden Irrtums uns verglichen, mit ihnen Frieden machten und uns mit ihnen zu einem großen, geſchloſſenen Heere gegen den Antichriſten und die Spötter unſerer Tage vereinigten; mag es ſonderlich jetzt, in dieſer Zeit falſcher Freiheit, unſerer Vernunft ſo ſcheinen, als ob es die Sache der Kirche ſehr fördern würde, wenn wir noch eine andere Gewalt als die Gewalt des Wortes gebrauchten, die chriſtliche Freiheit durch Menſchengeſetze einſchränkten und eine eiſerne Kirchenzucht einführten und unſere Ge⸗ meinden auch in den Dingen, die Gott nicht geboten noch geordnet hat, dem Predigtamt oder doch der Synode unterwürfen: dies alles ſind nichts als törichte Vernunftgedanken. Ohne Zweifel iſt der Bau der Kirche mehr durch diejenigen gehindert worden, welche ihr in guter Meinung durch ihre menſchliche Klugheit haben helfen wollen, als durch diejenigen, welche ſie feindſelig bekämpft und ver⸗ folgt haben.“ (Lutheraner 1911, 133.) Auch in der Konkordienformel (Triglotta, 1094) iſt unſere über⸗ zeugung voll und genau wiedergegeben: „Aus welcher unſerer Er⸗