# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1924_S29 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1921. 29 liche Krankheit unſerer Zeit: den Indifferentismus. Gleich⸗ gültigkeit gegen die Lehre kommt der Schwierigkeit der verſchiedenen Kirchengemeinſchaften entgegen, indem ſie erklärt, daß wirklich kein Unterſchied beſtehe oder daß die Unterſchiede nur gering und unwichtig ſeien. Dieſe Leute glauben und lehren darum auch, daß es kaum der Mühe wert ſei, die Unterſchiede, die zwiſchen den verſchiedenen Kirchen⸗ gemeinſchaften beſtehen, kennenzulernen. Hier hat darum der Betrüger und der Wolf in Schafskleidern ſeine Gelegenheit. Mit ſchönen, glatten Worten, die von Liebe und Liberalismus ſtrotzen, ladet er ſein Opfer ein zu kommen und in die fremde Kirche einzutreten; „denn in Wirk⸗ lichkeit beſteht kein Unterſchied“. Hier iſt ein weiches Bett für die Bequemlichkeit des geiſtlich Trägen: „Warum ſollte ich mich bemühen, die Wahrheit vom Irrtum zu unterſcheiden? Es gibt ja eigentlich keine Unterſchiede.“ Das eröffnet ein Paradies der Ruhe für die Un⸗ wiſſenheit und Trägheit. Das ſind die Weiſen und Heiligen, die keinen Unterſchied ſehen können. Iſt das nicht die offene Tür zum Unglauben? Dieſe Leute ſagen: „In Glaubensſachen werden immer viele gute Leute verſchiedener Meinung ſein; aber das ſind nur Meinungen. Sie mögen noch ſo verſchieden ſein, es kommt nichts darauf an, was man glaubt, wenn man nur aufrichtig iſt und tut, was recht iſt.“ Dann hat man in der Schule des interdenominationellen Unionismus aus⸗ gelernt, wenn man jedem die Hand reichen und mit ihm Gemeinſchaft halten kann, wenn er nur erklärt, daß er verſuche, recht zu tun. Dieſer Meiſterzug wirft Bibel, Katechismus, Bekenntnis, Glauben, Gott und Ewigkeit beiſeite. Iſt dieſer interdenominationelle Unionismus nicht eine wunderbare Entdeckung? Wie die Christian Science erklärt: „Es gibt keine Krankheit“ und ſo mit einem Don Quichotiſchen Schlag alle mediziniſchen Schulen, Bücher und Wiſſenſchaften vernichtet, ſo zerſtört die Gleichgültigkeit den Glauben und ſetzt an deſſen Stelle eine bequeme Moral, die ſich jeder nach Belieben zuſchuſtert. Interdenominationeller Unionismus öffnet dem Ketzer die Tür und gibt ihm Gelegenheit, ſein giftiges Unkraut in der Kirche auszu⸗ ſtreuen. Er verlangt von mir, daß ich den, der Chriſti Worte im heiligen Abendmahl leugnet und ſo JEſum zum Lügner macht, als chriſtlichen Bruder anerkennen und ihm erlauben ſoll, meiner Herde ſeinen ſeelenmörderiſchen Irrtum zu predigen. Er verlangt von mir, daß ich den Lügenapoſteln, den ſogenannten „höheren Kritikern“, denen, die die Wirkſamkeit des Sakraments verläſtern und über die Kindertaufe ſpotten, ſamt den Fanatikern und Schwärmern einen Platz in meiner Kirche, an meinem Abenmahlſtiſch und auf meiner Kanzel einräumen ſoll. So öffnet er die Pforten des göttlichen Weinbergs und läßt die Säue herein, die ihn durchwühlen und verderben. Auf der andern Seite muß der interdenominationelle Unionismus jedes poſitive, klare und entſchiedene Zeugnis für die Wahrheit eines jeden Gotteswortes und jede furchtloſe Warnung gegen Irrtum zum Schweigen bringen. Wenn der interdenominationelle Unionismus die rechte Stellung eines Chriſten zur Schrift iſt, dann wird der als Reak⸗ tionär, als blinder Eiferer, als ein engherziger ſektiereriſcher Zelot angeſehen, der alle falſche Lehre in klaren, unmißverſtändlichen Worten verurteilt, die Irrtümer bloßlegt und treu davor warnt, während der⸗ jenige als Mann des Fortſchritts gilt, als ein Lehrer, der den neuen, angenehmen Weg in der Religion entdeckt hat, als der Mann, der von allen bewundert werden ſollte, der mit ſüßen, glatten, liberalen Phraſen die Wahrheit neutraliſiert und das Schwert des Geiſtes ſtumpf macht. Der interdenominationelle Unionismus hat keinen Platz für Chriſtum,