# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1924_S28 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 28 Verhandlungen der neunundzwanzigſten Verſammlung rechtſchaffen und anſtändig ſind, ſo viel wie möglich miteinander ver⸗ kehren ohne Rückſicht auf theologiſche Unterſchiede, und aus eigener Erfahrung weiß ich, daß in der Y. M. C. A. keinem Katholiken irgendein Vorrecht verweigert wird, das einem Proteſtanten zuteil wird, und daß niemandem irgendeine Art Religion aufgedrungen, jedem aber, der es wünſcht, Religion gegeben wird. Darum kann ich nicht einſehen, warum ein ſolcher Unterſchied wie der erwähnte weiter fortgeſetzt werden ſollte. Es kann keinen Nutzen ſchaffen, verurſacht aber viel Aufregung. Wo immer ein katholiſcher Prieſter oder Laie mit dem Zweck und der Arbeit der Y. M. C. A. von Herzen übereinſtimmt — und ich weiß, es gibt deren viele —, da ſollten ſie zu Direktorenämtern und zu jeder andern einflußreichen Stellung ebenſowohl zugelaſſen werden wie Pro⸗ teſtanten. Ich wünſchte, daß dies vor die zuſtändige Behörde der Y. M. C. A. gebracht würde, und ich würde mich freuen, wenn Sie dieſen Brief an die rechte Perſon weiter beförderten.“ Dieſe interdenominationellen Unioniſten bekämpfen ſich immer noch, machen ſich gegenſeitig lächerlich, beſchuldigen ſich gegenſeitig, er⸗ richten Oppoſitionskirchen, ſchreiben gegeneinander und klagen einander gegenſeitig an. Wir können nicht einſehen, was für ein Nutzen dabei herauskommen ſoll. Interdenominationalismus hat auf der andern Seite auch viel Böſes im Gefolge. Er erzeugt Heuchelei. Wer den Lehren ſeiner eigenen Kirche aufrichtig zugetan iſt, ſoll brüderlichen Umgang pflegen mit ſolchen, die ſie verwerfen, Lehren ausbreiten, die ihm falſch er⸗ ſcheinen, die falſchen Lehrer, die Zwietracht und Unkraut unter die Leute ausſtreuen, als wahre Jünger JEſu anreden, ihr ſogenanntes gutes Werk loben und die Hoffnung ausſprechen, daß ihnen auch ferner Erfolg und Gedeihen zuteil werde. Da wird mancher ein Heuchler, und nachdem er es öfters getan hat, wird er ein echter Phariſäer, ein Heuchler durch und durch; und die interdenominationellen Unioniſten ſtehen dabei und klatſchen Beifall. Im Lutheran Witness, Jahrgang 29, Seite 162, leſen wir: „Wir können nicht begreifen, wie ehrliche Leute Oppoſitionsſtellungen ein⸗ nehmen und verſuchen können, den Unterſchied zwiſchen Wahrheit und Irrtum zu verbergen. In Canada verſuchen die Methodiſten, Kongre⸗ gationaliſten und Presbyterianer ſich zu vereinigen. Dieſe Gemein⸗ ſchaften ſtimmen in der Lehre nicht miteinander überein und machen auch gar kein Hehl daraus. Wenn darum Glieder einer dieſer Kirchen⸗ gemeinſchaften überzeugt ſind, daß ſie die Wahrheit haben, müſſen ſie glauben, daß die andern im Irrtum ſind. Dennoch haben Komiteen dieſer Sekten es fertiggebracht, eine Einigungsbaſis herzuſtellen, die alle dieſe verſchiedenen Lehren decken ſoll.“ Der methodiſtiſche Christian Advocate beſchreibt eine ſolche Ver⸗ einbarung mit folgenden Worten: „Es iſt ein ſorgfältig ausgearbei⸗ tetes Dokument, ein bewundernswerter Kompromiß und eine aus⸗ weichende Darſtellung, die Arminianer und Calviniſten, Epiſkopale und Presbyterianer befriedigen ſoll.“ Wie ein Menſch, der die eine Lehre für Gottes geoffenbarte Wahr⸗ heit und eine andere für menſchlichen Irrtum hält, abſichtlich beide in einem zweideutigen Schriftſtück zu vereinigen ſuchen kann, als ob ſie übereinſtimmten, können wir nicht begreifen. Was für Torheit oder, wir wollen lieber ſagen, teufliſcher Betrug iſt es, daß man die rechte Einigkeit in der Kirche durch Heuchelei her⸗ ſtellen will! Ferner erzeugt der interdenominationelle Unionismus die geiſt⸗