# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1924_S27 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1924. 27 ſondern eine freie chriſtliche Vereinigung einzelner Glieder aus verſchiedenen Kirchen, die weſentlich denſelben Glauben haben. Natür⸗ lich wird eine ſolche Vereinigung auch dazu dienen, nach und nach die Kirchen ſelbſt in engere Gemeinſchaft zu bringen und zu gegenſeitiger Anerkennung.“ So haben denn Männer aus verſchiedenen Kirchen⸗ gemeinſchaften eine Anzahl Glaubensartikel angenommen, in denen ſie übereinſtimmen, und obgleich ſie in vielen andern Stücken noch nicht einig ſind, glauben ſie, auf Grund dieſes „Ausdrucks der weſentlichen übereinſtimmung evangeliſcher Chriſten“ eine Art Einigkeit zuſtande gebracht zu haben, und erwarten für die Zukunft natürlich noch Beſſeres. Die Paſtoren und Glieder dieſer Kirchengemeinſchaften müſſen ſich gegenſeitig als Chriſten anerkennen und zum wenigſten Altar⸗ und Kanzelgemeinſchaft üben. Sie heben die Punkte hervor, in denen ſie übereinſtimmen, und verdunkeln und verkleinern die Unterſchiede; ſie behandeln ſich als Brüder und beteiligen ſich gemeinſchaftlich an ver⸗ ſchiedenen äußeren kirchlichen Beſtrebungen, z. B. an der Organiſierung von Christian Endeavor Societies und Young Men's und Young Women's Christian Associations. Was halten wir von dieſem Verſuch, die Kirchen zu einigen? Be⸗ grüßen wir ihn als einen Zug in der rechten Richtung, und ſollen wir mit dieſen Leuten in ihrer Bemühung, eine Einigung der Kirchen her⸗ beizuführen, Hand in Hand arbeiten? Nein, durchaus nicht! Nie⸗ mals! Unſere Gründe hierfür wollen wir jetzt nennen. Dieſer interdenominationelle Unionismus befriedigt ſelbſt ſeine eigenen Befürworter nicht ganz. Faſt jeder von ihnen geſteht zu, daß es viel wünſchenswerter wäre, wenn die verſchiedenen Kirchengemein⸗ ſchaften zu einem vollen Einverſtändnis und zu völliger übereinſtim⸗ mung in der Lehre und in der Verwaltung der Sakramente kämen. Sie bedauern, daß das gegenwärtig nicht erreicht werden kann. Sie ſind weit davon entfernt, zu behaupten, daß der Interdenominationalismus eine befriedigende Löſung der Frage ſei. Sie hoffen aber, daß er zu einem beſſeren Verſtändnis und zu einem beſſeren Zuſtand in der Kirche führen werde. In der Gegenwart halten ſie ihn für ein kleineres übel als völligen Mangel an Einigkeit unter den Kirchengemeinſchaften. Wir ſehen, daß dieſe Einrichtung nicht einmal ihre Anhänger befriedigt; ſodann bringt auch ſie nicht unter allen Kirchengemeinſchaften ein teilweiſes Verſtändnis zuſtande; denn Lutheraner und Katholiken wollen nichts damit zu tun haben, während andere, wie die Unitarier, davon ausgeſchloſſen ſind, ſo daß dieſe Einrichtung ſchon deswegen mangelhaft iſt. Ferner ſind diejenigen, die ſich der Verbindung anſchließen, ſich darüber nicht einig, was die Baſis zu einer ſolchen Vereinigung bilden, wer aufgenommen und wer ausgeſchloſſen werden ſoll. In einem Briefe Expräſident Rooſevelts an die Y. M. C. A. heißt es: „Je länger ich lebe, deſto mehr lerne ich die bewundernswerte Arbeit der Y. M. C. A. ſchätzen. Ich glaube, ſie ſollte nicht bloß Chriſten unter allen Kirchen⸗ gemeinſchaften gefallen, ſondern auch ſolchen, die den chriſtlichen Glau⸗ ben nicht bekennen. Sie erinnern ſich ohne Zweifel, wie ich, als ich noch Polizeikommiſſar war, durch ihre Vermittlung einen jungen Juden, der zur Bowery Branch der Y. M. C. A. gehörte, als einen wertvollen Rekrut für die Polizei gewann. Es ſcheint mir unweiſe und unliberal zu ſein, die Katholiken von dem Amt eines Direktors der Y. M. C. A. auszuſchließen. Ich habe nicht gewußt, daß das die Regel war, aber man hat mir nun mitgeteilt, daß es ſo iſt. Mir ſcheint es von der größten Wichtigkeit für unſer Land zu ſein, daß unſere Leute, die