# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1924_S26 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 26 Verhandlungen der neunundzwanzigſten Verſammlung verſucht haben, erzeugen Heuchler und können höchſtens eine äußerliche, beſchränkte, heuchleriſche Einförmigkeit in bezug auf etliche Glaubens⸗ artikel oder den Gottesdienſt hervorbringen, aber nie die wahre brüder⸗ liche Einigkeit, den Schatz, den wir uns wünſchen und um den wir bitten. Luther drückt ſich hierüber ſo aus: „So ſprichſt du abermals: Ja, weltliche Gewalt zwingt nicht zu glauben, ſondern wehrt nur äußer⸗ lich, daß man die Leute mit falſcher Lehre nicht verführe; wie könnte man ſonſt den Ketzern wehren? Antwort: Das ſollen die Biſchöfe tun; denen iſt ſolch Amt befohlen und nicht den Fürſten. Denn Ketzerei kann man nimmermehr mit Gewalt wehren; es gehört ein anderer Griff dazu, und iſt hie ein anderer Streit im Handel denn mit dem Schwert. Gottes Wort ſoll hier ſtreiten; wenn das nichts ausrichtet, ſo wird's wohl unausgerichtet bleiben von weltlicher Gewalt, ob ſie gleich dieſe Welt mit Blut füllet. Ketzerei iſt ein geiſtlich Ding, das kann man mit keinem Eiſen hauen, mit keinem Feuer verbrennen, mit keinem Waſſer ertränken. Es iſt aber alles in Gottes Wort da; das tut's, wie Paulus ſagt 2 Kor. 10, 4. 5: ‚Unſere Waffen ſind nicht fleiſch⸗ lich, ſondern mächtig in Gott, zu zerſtören allen Rat und Höhe, ſo ſich wider Gottes Erkenntnis auflehnt, und nehmen gefangen allen Sinn unter den Dienſt Chriſti.‘“ (Band X, Kol. 403.) Auch iſt der Verſuch gemacht worden, eine farbloſe Gemeinſchaft, die kein beſtimmtes Glaubensbekenntnis hat, zu organiſieren, in der alle Parteien ſich vereinigen könnten. Die Campbelliten und die Kon⸗ gregationaliſten ſind ſolche Gemeinſchaften. Einen Schritt in dieſer Richtung haben auch die Evangeliſchen gemacht, die aus Lutheranern und Reformierten beſtehen und einen Kompromiß gemacht haben. Aber der ganze Verſuch iſt nur ein Selbſtbetrug; denn trotz wiederholter Bemühung konnten nicht einmal die beiden erſten eine Verſtändigung oder Einigung zuſtande bringen. Trotz aller ihrer gegenteiligen Be⸗ hauptungen haben ſie doch ein Glaubensbekenntnis, und noch dazu ein ſehr enges. Ihre Entſcheidung, allerlei falſche Lehre zu dulden, ſchließt alle Chriſten aus, die da glauben, daß JEſus Chriſtus der alleinige Hirte ſeiner Herde iſt und alle andern, die vor oder nach ihm gekommen ſind und gute Hirten zu ſein vorgeben, nichts als Diebe und Mörder ſind, Joh. 10, 8. Ein ſolch törichtes und enges Bekenntnis iſt zu eng für uns. Die Erfolge dieſes Verſuches ſtehen ungefähr im umgekehrten Verhältnis zu dem, was man damit erreichen wollte. Selbſt ein Baptiſt, der ſich ſonſt in anderer Weiſe mit dieſen falſchen Unioniſten verbrüdert, ſchreibt: „Eine fade Kirche, ohne Glaubensbekenntnis, die Kompromiſſe macht, iſt ſchlimmer als wertlos. Sie ‚hindert nur das Land‘.“ (Luth. Witness, Vol. 29, 145.) Noch ein anderes Mittel, die Zerriſſenheit der Kirche zu heilen, iſt vorgeſchlagen und von vielen mit großem Enthuſiasmus begrüßt worden. Weil wir keinen beſſeren Ausdruck dafür finden können, wollen wir es „interdenominationellen“ Unionismus nennen. Das iſt die Idee der Evangeliſchen Allianz. Nach denen, die dieſen Verſuch befürworten, „iſt es eine freiwillige Vereinigung evangeliſcher Chriſten aus verſchiedenen Kirchen und Ländern zu dem Zweck, religiöſe Freiheit, chriſtliche Einigkeit und Zuſammenwirken in allerlei guten Werken zu befördern. Sie verdankt ihren Urſprung einem weitverbreiteten und wachſenden Verlangen nach einer engeren Vereinigung der Proteſtanten ſowohl um ſeiner ſelbſt willen, als auch um den Unglauben auf der einen Seite und den Aberglauben auf der andern Seite erfolgreicher bekämpfen zu können“. (Dr. Ph. Schaff.) „Sie ſtrebt nicht eine äußer⸗ liche Vereinigung oder ein Verbündnis von Kirchen als ſolches an,