# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1924_S25 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1924 25 denn zuvor. Denn weil man ſolchem Haupte nicht müßte untertan ſein aus Gottes Befehl, ſondern aus menſchlichem guten Willen, würde es gar leichtlich und bald verachtet, zuletzt kein Glied behalten, müßte auch nicht immerdar zu Rom oder [an] anderm Ort ſein, ſondern wo und in welcher Kirche Gott einen ſolchen Mann hätte gegeben, der tüchtig dazu wäre. O, das wollte ein weitläuftig, wüſtes Weſen werden!“ (Conc. Trigl., 472.) Wir haben geſagt, daß der Papſt noch nie imſtande geweſen iſt, die Kirche zu einigen. Aber die Sache iſt noch ſchlimmer. Wie ein unwiſſender, törichter Stümper hat er nicht bloß verfehlt, die Kirche zu einigen, ſondern er hat aus übel ärger gemacht. Dadurch, daß er Lehren gegen Gottes Wort aufgebracht hat und dabei verharrt, daß er z. B. den Laien den geſegneten Kelch im Abendmahl verbietet und Götzen anzubeten befiehlt, hat er ſich ſelbſt von der heiligen Kirche losgeſagt, und indem er andere zu ſolchem Ungehorſam verleitet hat, hat er Tauſende von der Einigkeit im Glauben weggeriſſen. Indem er das Reich des Antichriſten aufgerichtet hat, iſt er unter den Menſchen der Hauptrebell gegen die Autorität des einigen HErrn geworden und hat mehr als irgend jemand anders dazu beigetragen, die Einigkeit der Kirche zu zerſtören. Ja, es kann kein Zweifel darüber obwalten, daß er durch ſeine vielen blutigen Verfolgungen und durch ſeine be⸗ trügeriſchen Lehren in grauſamer Weiſe Glieder von der inneren Einig⸗ keit mit den Brüdern losgeriſſen hat, bis es dahin gekommen iſt, daß das Papſttum „trunken iſt von dem Blut der Heiligen und von dem Blut der Zeugen JEſu“, Offenb. 17, 6. Nichts hat ſo viel Verwirrung und Verwüſtung in der Kirche angerichtet als das Papſttum. Und trotz aller ſeiner Proteſte iſt der Papſt durch ſeinen Ungehorſam und ſeine Rebellion gegen Chriſtum bis auf dieſen Tag das Haupthindernis, das der Einigkeit der Kirche im Wege ſteht. Das Papſttum arbeitet Tag und Nacht mit ſeiner mächtigen Maſchinerie geiſtlicher und irdiſcher Mittel und mit ſeinem ganzen Einfluß gegen die Einigkeit der Kirche. Es gibt viele Chriſten in äußerlicher Knechtſchaft unter dem Papſt, die unter ſeiner Tyrannei ſeufzen und durch dieſe Geißel und Plage der Menſchheit verhindert ſind, zu äußerlicher Einigkeit mit andern Chriſten zu kommen. Und doch ſchauen einfältige Leute in ihrer Unwiſſenheit nach Rom, das die Einigkeit zuſtande bringen ſoll. Laßt uns bitten: Erhalt uns, HErr, bei deinem Wort Und ſteur' des Papſts und Türken Mord, Die JEſum Chriſtum, deinen Sohn, Wollen ſtürzen von deinem Thron. Cäſareopapismus iſt eine andere Methode, die in manchen Kreiſen vorgeſchlagen worden iſt. Der Staat ſoll ſich der Sache annehmen und die Leute durch Strafen, Gefängnis, Verbannung ins Exil und Tod zur Einförmigkeit des Bekenntniſſes und des Gottesdienſtes zwingen. Das iſt ein ähnliches Papſttum, nur in kleinerem Maßſtab. Es kann nur in einem gewiſſen, beſchränkten Gebiet Einigkeit anſtreben und hat das Ziel nie erreicht, ſo armſelig es auch war. Um zu ſehen, was für ein Fehlſchlag es war, braucht man ſich nur die Verſuche Heinrichs VIII. in England oder Philipps II. in den Niederlanden oder Herzog Georgs in dem kleinen Sachſen zu Luthers Zeit anzuſehen. Joachim I. von Brandenburg konnte nicht einmal ſeine Familie zur Einigkeit zwingen, viel weniger zu einer herzlichen übereinſtimmung. Kurz, Verſuche, die Kirche mit Gewalt zu einigen, wie der Papſt und einige Obrigkeiten es