# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1924_S24 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 24 Verhandlungen der neunundzwanzigſten Verſammlung ſprucht niemand, nicht einmal der Papſt, daß durch ſeine Methode alle zu einer innerlichen und äußeren Union vereinigt worden ſeien. Der Papſt gibt ſelbſt zu, daß nicht jeder, der ſich äußerlich unter die Ober⸗ herrſchaft des Papſtes ſtellt, dadurch auch innerlich mit der katholiſchen Kirche vereinigt wird. Er geſteht zu, daß es auch in der katholiſchen Kirche „faule und tote Glieder gibt“. (Vollſtändiger Katechismus der katholiſchen Kirche von J. O. E. De Harbe, S. J., S. 147.) Die römiſch⸗ katholiſche Kirche geſteht zu, daß Lehrer in ihrer Mitte geirrt und falſche Lehre geführt haben. (S. 141.) Nach ihren eigenen Zugeſtändniſſen haben es alſo die Papiſten nicht fertiggebracht und werden es auch nicht fertigbringen, alle diejenigen, die ihre Lehre bekennen, in lebendige Gemeinſchaft mit Chriſto, ja nicht einmal zu völliger übereinſtimmung in der Lehre zu bringen. Und wir wiſſen, wie wahr das iſt. Aber können ſie die Chriſten nicht wenigſtens äußerlich zuſammenbringen? Nein; auch das haben ſie nicht fertiggebracht, alle Bekenner Chriſti äußerlich zu vereinigen. Es hat nie eine Zeit gegeben, in der alle, die Chriſtum bekannten, die Oberherrſchaft und Autorität des Papſtes anerkannt und ſich darunter gefügt hätten. In der erſten chriſtlichen Kirche gab es keinen Papſt, und ſobald die römiſchen Biſchöfe Autorität über die ganze Kirche beanſpruchten, hat es immer Leute gegeben, die ſich weigerten, ſolchen Anſpruch anzuerkennen. Die griechiſche Kirche, die Waldenſer, die Huſſiten und die Proteſtanten ſamt vielen Tau⸗ ſenden in der römiſch⸗katholiſchen Kirche ſelbſt haben nie den Papſt als oberſten und endgültigen Richter auf Erden angenommen, und wenn der Papſt in ſchwierigen Fällen ſeine Autorität durchzuſetzen ſuchte, wie manches Mal hat er dann erfahren müſſen, daß Leute, die äußer⸗ lich in ſeiner Kirche leben, ihm nicht von Herzen untertan ſind! Die chriſtliche Kirche auch nur äußerlich zu einigen, das hat er in 1500. Jahren nie fertiggebracht. Der Plan des Papſtes iſt ſchon ſeit Jahrhunderten ohne Erfolg verſucht worden. Und wie viele Tauſende hat er geſchlachtet, verbrannt, ins Gefängnis geworfen, ausgewieſen aus der Heimat und verfolgt, um ſie alle im Papſttum zu halten! Aber alle ſeine Bemühungen waren verfehlt. Vernünftige Leute ſollten daraus erkennen, daß der Papſt, der es ſo lange und ſo emſig verſucht und es doch nicht fertiggebracht hat, ſeine Lektion doch lernen und ſich mit ſeinem Anerbieten, die Kirche zu einigen, nicht länger lächerlich machen ſollte. Die römiſch⸗katholiſche Kirche beanſprucht, die Mutter der Chriſten zu ſein, aber ſie erinnert uns ſtark an “the old woman that lived in a shoe; she had so many children she did not know what to do”. Wie unmöglich es dem Papſt iſt, die Kirche zu einigen, zeigt Luther klar in den Schmalkaldiſchen Artikeln, wenn er ſchreibt: „Und ich ſetze, daß der Papſt wollte ſich des begeben, daß er nicht jure divino oder aus Gottes Gebot der Oberſte wäre, ſondern, damit die Einigkeit der Chri⸗ ſten wider die Rotten und Ketzerei deſto beſſer erhalten würde, müßte man ein Haupt haben, daran ſich die andern alle hielten; ſolches Haupt würde nun durch Menſchen erwählt, und [es] ſtünde in menſchlicher Wahl und Gewalt, dasſelbe Haupt zu ändern, zu entſetzen, wie zu Konſtanz das Konzilium ungefähr dieſe Weiſe hielt mit den Päpſten, ſetzten der dreie ab und wählten den vierten; ich ſetze nun, ſage ich, daß ſich der Papſt und der Stuhl zu Rom ſolches begeben und annehmen wollte (welches doch unmöglich iſt; denn er müßte ſein ganz Regiment und Stand laſſen umkehren und zerſtören mit allen ſeinen Rechten und Büchern; Summa, er kann's nicht tun): dennoch wäre damit der Chriſtenheit nichts geholfen, und würden viel mehr Rotten werden