# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1924_S23 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1924. 23 geopfert als Chriſtus, der für ſie geſtorben iſt. Wenn wir dem klar geoffenbarten Worte des HErrn folgen und mit Falſchgläubigen han⸗ deln, wie er uns befohlen hat, ſo folgen wir der Stimme deſſen, der die Liebe ſelbſt iſt. Wir wiederholen es: Nicht die treuen Lehrer, die, vom Oberhirten geleitet, den Irrtum verwerfen und bekämpfen, ſind die Urſache der Spaltung in der Kirche, ſondern der Ungehorſam derer, die ihre eigenen Träume predigen. Theſe 4. Der Heilige Geiſt iſt die bewirkende Urſache aller wahren inner⸗ lichen und äußeren Einigkeit der Kirche. Der Verſuch iſt oft gemacht worden, die äußere Zerriſſenheit der Kirche zu heilen. Man hat z. B. dieſen Plan vorgeſchlagen: Stellt einen Mann an die Spitze, den alle als Haupt anerkennen und dem alle gehorchen müſſen, der das Recht haben muß, alle Differenzen zu ent⸗ ſcheiden, und der, wenn nötig, Gehorſam gegen ſeine Entſcheidungen mit Gewalt durchſetzt und ſo eine äußerliche Einigkeit erzwingt. Was iſt nun gegen dieſen Plan einzuwenden? Dieſes: Es iſt der Plan des Teufels, und wie alle Pläne des böſen Feindes, ſo verſpricht auch dieſer viel, erzielt aber nichts Gutes und erzeugt unzählige übelſtände. Dieſer Plan, der ſo vielen törichten Leuten gefällt, iſt ein Kniff des hölliſchen Gauklers, wodurch er Chriſtum als Haupt der Kirche abſetzen und — ohne daß es die Leute merken — den Antichriſten an ſeine Stelle ſetzen will. Den Befürwortern dieſes Planes ſagen wir: Es ſteht ſchon einer an der Spitze der Kirche, dem alle gehorchen ſollen; es iſt der, dem der Vater einen Namen gegeben hat, der über alle Namen iſt; es iſt der, den der Vater erhöht hat und der nun ſitzt zur rechten Hand Gottes. Der Vater hat „alle Dinge unter ſeine Füße getan und hat ihn geſetzt zum Haupt der Gemeinde über alles, welche da iſt ſein Leib, nämlich die Fülle des, der alles in allen erfüllet“, Eph. 1, 22. 23. Wer immer dieſe Stelle, die der Vater ſeinem Sohn, JEſu Chriſto, gegeben hat, einzunehmen wünſcht, zeigt damit, daß er noch nicht einmal ein Glied am Leibe Chriſti iſt, ſondern ein Rebell, vom Satan, dem Rebellengeiſt, dazu verführt und angefacht; denn „einer iſt euer Meiſter, Chriſtus; ihr aber ſeid alle Brüder“, Matth. 23, 8. Das iſt Satans Weiſe, daß er Gottes Plan zu verbeſſern in Aus⸗ ſicht ſtellt. Gott gab den Menſchen das Paradies; Satan verſprach Adam und Eva etwas Beſſeres als das Paradies. Gott gab den Menſchen die Ehe; im Zölibat hat ihnen Satan etwas Beſſeres ver⸗ ſprochen. Gott gab der Kirche Chriſtum als das Haupt; Satan ver⸗ ſpricht uns mehr Erfolg mit dem Papſt als Haupt. Und ſolange ſo viele Menſchen wie Eva von dem Gott dieſer Welt geblendet ſind, ſo lange werden viele vom Satan bezaubert, daß er ihnen den Antichriſten als Stellvertreter Chriſti vorgaukeln kann. Welche Einigkeit, Friede, Harmonie, übereinſtimmung wird denen verſprochen, die den Papſt als das Haupt der Kirche annehmen! Der frühere ſogenannte Apoſtoliſche Delegat des Papſtes zu Waſhington, Kardinal Satolli, hat ſeinerzeit folgendes geſchrieben: „Die römiſch⸗katholiſche Kirche iſt nicht nur nicht abgeneigt, ſondern überaus bemüht, dieſe Einigkeit zu bewerkſtelligen, und der Papſt, ihr Haupt, ladet fort und fort die Chriſten, die ſich losgetrennt haben, ein, zurückzukehren zu der Einigkeit, welche von Anfang an beſtand.“ (New York Herald, 10. Mai 1895.) Laßt uns einmal ihre Anſprüche unterſuchen und ſehen, was für Früchte des Papſtes Einigungsplan gezeitigt hat. Zum erſten bean⸗