# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1924_S22 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 22 Verhandlungen der neunundzwanzigſten Verſammlung weiſung gemäß einen ſolchen aufnehmen, ihn ſorgfältig unterweiſen und in alle Wahrheit leiten, wie Priszilla und Aquila mit Apollo und die Apoſtel mit ihren Gemeinden getan haben. Wenn aber jemand mutwillig Irrtum lehren und ausbreiten will, dann dürfen und können wir ihn nicht dulden. Wenn er zu unwiſſend iſt, wenn er noch nicht weiß, was Chriſtus gelehrt haben will, dann ſoll er erſt lernen und ſtudieren, ehe er anfängt, andere zu lehren. Wenn er aber ſein böſes Werk treibt, obgleich er weiß, daß ſeine Lehre nicht mit der Schrift ſtimmt, dann muß ihm das Maul geſtopft (Tit. 1, 11), und nach der erſten und zweiten Stufe der Ermahnung muß er als ein falſcher Prophet gemieden werden. Gottes Wort zeigt klar, was hierin unſere Pflicht iſt: „Ich ermahne euch, liebe Brüder, daß ihr aufſehet auf die, die da Zertrennung und Ärgernis anrichten neben der Lehre, die ihr gelernet habt, und weichet von denſelbigen (ekklinate ap' autōn)!“ Röm. 16, 17. Mit ſolchen, die äußerlich in Gemeinſchaft mit Falſchgläubigen ſtehen, halten wir keine Gemeinſchaft, ſolange ſie nicht nach erfolgter Unterweiſung und Belehrung willig ſind, ſich von ihren falſchen Lehrern loszuſagen. Wir richten und urteilen nicht über ihr Herz, ſondern wir tun es, weil wir von jedem Bruder erwarten, daß er ſeinem Meiſter gehorcht, und Chriſtus ſagt einem jeden ſeiner Jünger, daß ſie ſich vor falſchen Propheten vorſehen, ſie verwerfen und meiden ſollen. Denen, die Gemeinſchaft mit Falſchgläubigen dulden wollen, ſchreibt Paulus: „Ziehet nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen! Denn was hat die Gerechtigkeit für Genieß mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht für Gemeinſchaft mit der Finſternis? Wie ſtimmt Chriſtus mit Belial? Oder was für ein Teil hat der Gläubige mit dem Ungläubigen? Was hat der Tempel Gottes für eine Gleiche mit den Götzen? . . . Darum gehet aus von ihnen und ſondert euch ab, ſpricht der HErr, und rühret kein Unreines an!“ 2 Kor. 6, 14—17. Wiederum, 2 Joh. 10. 11 finden wir dieſe Ermahnung: „So jemand zu euch kommt und bringet dieſe Lehre nicht, den nehmet nicht zu Hauſe und grüßet ihn auch nicht. Denn wer ihn grüßet, der macht ſich teil⸗ haftig ſeiner böſen Werke.“ Falſche Lehrer ſtellen gerade die treuen und gehorſamen Diener Chriſti als Friedensſtörer und Feinde der wahren Einigkeit hin; aber „die Weisheit muß ſich rechtfertigen laſſen von ihren Kindern“, Matth. 11, 19. Nicht diejenigen Prediger zerreißen die Kirche, die aus Ge⸗ horſam gegen Chriſtum die reine Lehre verteidigen, ſondern der un⸗ gehorſame Rebell gegen den König der Liebe, unſern HErrn und Meiſter JEſus Chriſtus, iſt mit ſeinem Ungehorſam die Urſache der Zwietracht und Spaltung. Niemand wende ein, daß wir den Irrenden Liebe ſchuldig ſind; denn wenn das zugeſtanden iſt, daß ſie irren, dann iſt es Pflicht der Liebe, ihnen mit ſanftmütigem Geiſt wieder zurechtzuhelfen, wie uns der Apoſtel ermahnt. Aber wenn man uns ſagt, daß wir auch bedenken ſollten, daß wir nicht unfehlbar ſind und wir darum andern auch Freiheit laſſen ſollten, anders zu lehren, als wir lehren, ſo antworten wir: Dann könnte niemand der Lehre gewiß ſein, und alles Lehren in der Kirche wäre nichts als Mutmaßung. Das hieße nichts anderes, als Chriſtum zum Erzlügner machen, wenn er ſagt: „So ihr bleiben werdet an meiner Rede, ſo ſeid ihr meine rechten Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch freimachen.“ Nie⸗ mand hat größere Liebe als Gott, der uns ſeinen eingebornen Sohn gegeben hat, und niemand hat ſich mehr für die verlornen Schafe auf⸗