# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1924_S20 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 20 Verhandlungen der neunundzwanzigſten Verſammlung Heiligen Schrift hat, daß es niemand möglich iſt, ihn zu tadeln oder umzuſtoßen. Darum ſchließen wir frei, daß alle diejenigen abgöttiſch, Gottesläſterer und außerhalb der Kirche Chriſti ſeien, die da anders halten oder lehren.“ (Art. I.) Zum andern: Wenn wir mit ſolchen handeln, die noch weſentliche Teile des Wortes Gottes glauben und bekennen, aber in Lehren, die auch klar geoffenbart, aber nicht fundamental ſind, irren, machen wir wiederum nach Chriſti Gebot gewiſſe Unterſchiede. Wir wollen nicht ſo verſtanden ſein, als ob wir irgendeinen Teil des Wortes Gottes nicht für wichtig hielten, oder als ob man klar geoffenbarte Lehren hintanſetzen könnte. Weit davon entfernt! Wir halten das ganze Wort Gottes für äußerſt wichtig und für einen un⸗ ermeßlichen Schatz; denn unſer HErr ſagt: „Ich ſage euch: Wahrlich, bis daß Himmel und Erde vergehe, wird nicht vergehen der kleinſte Buchſtabe noch ein Tüttel vom Geſetz, bis daß es alles geſchehe. Wer nun eins von dieſen kleinſten Geboten auflöſet und lehret die Leute alſo, der wird der Kleinſte heißen im Himmelreich“, Matth. 5, 18. 19. Und ganz am Ende der Heiligen Schrift wird der Fluch ausgeſprochen über einen jeden, der etwas zu dieſem Buche hinzufügt oder davon⸗ nimmt. „Ich bezeuge aber allen, die da hören die Worte der Weis⸗ ſagung in dieſem Buch: So jemand dazuſetzt, ſo wird Gott zuſetzen auf ihn die Plagen, die in dieſem Buch geſchrieben ſtehen. Und ſo jemand davontut von den Worten des Buches dieſer Weisſagung, ſo wird Gott abtun ſein Teil vom Buch des Lebens und von der heiligen Stadt und von dem, das in dieſem Buch geſchrieben ſtehet“, Offenb. 22, 18. 19. Der HErr ſelbſt lehrt uns in ſeinem Wort aber auch, daß unter den chriſtlichen Lehren ein Fundament und ein Oberbau iſt. Keiner, der durch ſein Lehren das Fundament umſtößt, einerlei ob es aus Unwiſſenheit oder aus Bosheit geſchieht, iſt ein Chriſt; denn in der chriſtlichen Kirche kann niemand „einen andern Grund legen außer dem, der gelegt iſt“. Aber wenn jemand auf dieſes Fundament baut, ſo iſt es möglich, daß er das Fundament behält, aber darauf Irrtümer baut, und dieſe Irrtümer werden Holz, Heu und Stoppeln genannt. Trotz⸗ dem kann ein ſolch törichter Baumeiſter ein Chriſt ſein und ſelig werden. Denn ſo ſteht geſchrieben 1 Kor. 3, 11—15: „Einen andern Grund kann zwar niemand legen außer dem, der gelegt iſt, welcher iſt JEſus Chriſtus. So aber jemand auf dieſen Grund bauet Gold, Silber, Edelſteine, Holz, Heu, Stoppeln, ſo wird eines jeglichen Werk offenbar werden; der Tag wird's klarmachen. Denn es wird durchs Feuer offenbar werden, und welcherlei eines jeglichen Werk ſei, wird das Feuer bewähren. Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebauet hat, ſo wird er Lohn empfangen. Wird aber jemandes Werk ver⸗ brennen, ſo wird er des Schaden leiden; er ſelbſt aber wird ſelig werden, ſo doch als durchs Feuer.“ Hier erklärt uns Paulus in einem Bilde, daß diejenigen, welche aus Unwiſſenheit auf das Fundament Irrtümer in nichtfundamentalen Dingen aufbauen, dennoch ſelig werden können, obwohl ihr Werk untergeht. Darum verdammen wir auch nicht ſogleich Leute als Ketzer oder Gottloſe, die die fundamentalen Lehren annehmen, glauben und bekennen, aber nebenbei eine Irrlehre feſthalten. Aus dem Grunde haben wir auch nie ganze Kirchengemein⸗ ſchaften verurteilt und ausgeſchloſſen, die neben den Hauptartikeln des chriſtlichen Glaubens auch Irrtümer lehren. In der Vorrede zum „Chriſtlichen Konkordienbuch“ unſerer Kirche heißt es: „Was dann die condemnationes, Ausſetzungen und Verwerfungen falſcher und unreiner