# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1924_S18 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 18 Verhandlungen der neunundzwanzigſten Verſammlung Brüder, durch die aus Chloes Geſinde von euch, daß Zank unter euch ſei. Ich ſage aber davon, daß unter euch einer ſpricht: Ich bin Pauliſch; der andere: Ich bin Apolliſch; der dritte: Ich bin Kephiſch; der vierte: Ich bin Chriſtiſch. Wie? iſt Chriſtus nun zertrennet? Iſt denn Paulus für euch gekreuziget, oder ſeid ihr in Pauli Namen getauft?“ Aus Röm. 14, 15 geht hervor, daß auch in der Gemeinde zu Rom Zwietracht war, die man nicht ſo hingehen laſſen konnte. „So aber dein Bruder über deine Speiſe betrübet wird, ſo wandelſt du ſchon nicht nach der Liebe. Lieber, verderbe den nicht mit deiner Speiſe, um welches willen Chriſtus geſtorben iſt!“ Apoſt. 21, 20—30 zeigt, daß in der Gemeinde zu Jeruſalem Zwietracht entſtanden war, weil Mei⸗ nungsverſchiedenheiten herrſchten betreffs Verbindlichkeit des moſaiſchen Geſetzes für die Chriſten. In den Evangelien hören wir oft, wie JEſus mit den falſchen jüdiſchen Lehrern jener Zeit disputierte und ſie ver⸗ urteilte. Schließlich haben wir auch die Weisſagungen Chriſti und der Apoſtel, in denen vorausverkündigt wird, daß durch etliche in der Kirche Ärgernis und Zwietracht werde angerichtet und falſche Lehre und Spal⸗ tung aufkommen werde. Matth. 24, 24: „Denn es werden falſche Chriſti und falſche Propheten aufſtehen und große Zeichen und Wunder tun, daß verführet werden in den Irrtum (wo es möglich wäre) auch die Auserwählten.“ Apoſt. 20, 29. 30: „Denn das weiß ich, daß nach meinem Abſchied werden unter euch kommen greuliche Wölfe, die der Herde nicht verſchonen werden. Auch aus euch ſelbſt werden aufſtehen Männer, die da verkehrte Lehren reden, die Jünger an ſich zu ziehen.“ Solcher Zank und Streit war nicht immer derſelben Art. Zum erſten herrſchte manchmal bei einigen Unklarheit über gewiſſe Dinge, z. B. über das Eſſen von Götzenopferfleiſch oder über die Ver⸗ bindlichkeit des moſaiſchen Geſetzes im Neuen Teſtament. Dieſe Meinungsverſchiedenheiten wurden von den Chriſten durch gegenſeitige Unterweiſung aus Gottes Wort geſchlichtet. Gehorſam gegen Gottes Wort bewahrte ſie vor Spaltung. Dann gab es Meinungsverſchieden⸗ heiten darüber, wie man handeln ſolle in gewiſſen Fällen, wo Gott kein beſtimmtes Gebot gegeben hat. In ſolchen Fällen hat Beratung, gegenſeitige Unterweiſung und Geduld, verbunden mit liebe⸗ voller Selbſtverleugnung nach Gottes Gebot, Trennung verhindert. Dann kamen auch wirkliche Sünden im Leben und Wandel vor. Wenn dieſe nach Matth. 18 geſtraft wurden und man Buße darüber tat, wie z. B. in dem Fall, der uns Gal. 2, 11—15 berichtet wird, wurde die Einigkeit wiederhergeſtellt. Wenn aber falſche Lehrer ſchriftwidrige Lehren verbreiteten und nach empfangener Warnung in ſolchem Un⸗ gehorſam verharrten, folgte Trennung und Spaltung. Solche falſchen Lehrer wurden aus der Gemeinſchaft ausgeſchloſſen. Tit. 3, 10: „Einen ketzeriſchen Menſchen meide, wenn er einmal und abermal er⸗ mahnet iſt.“ Paulus gibt deutliche Anweiſung, daß man ſolche falſchen Lehrer nicht in der äußerlichen Gemeinſchaft dulden ſolle, wenn ihr Ungehorſam ſie als wirkliche Verführer offenbart habe. Tit. 1, 10: „Denn es ſind viel freche und unnütze Schwätzer und Verführer, ſon⸗ derlich die aus der Beſchneidung.“ Daraus lernen wir, wie man im Gehorſam gegen Chriſtum, un⸗ ſern Meiſter, zu handeln hat, wenn Differenzen entſtehen oder Spal⸗ tung droht. In Sachen, die Chriſtus, unſer HErr, nicht entſchie⸗ den hat, ſoll man mit den Brüdern beraten und ein übereinkommen treffen, ſelbſt wenn man darüber ſeine eigene Meinung opfern muß. In manchen Fällen iſt es auch möglich, daß man jeden bei ſeiner Mei⸗ nung läßt, ohne daß dadurch Zwietracht entſteht, wie z. B. in dem Falle,