# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1924_S17 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1924. 17 „So ihr bleiben werdet an meiner Rede, ſo ſeid ihr meine rechten Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahr⸗ heit wird euch freimachen“, Joh. 8, 31. 32. Wir beanſpruchen nicht vollkommene Heiligung. Wir beanſpruchen nicht, daß die lutheriſche Kirche ohne Heuchler iſt, aber das behaupten wir, daß Gott uns ſein unfehlbares Wort und die reine Lehre gegeben hat, die wir einfach nachſprechen und lehren. Aber iſt nicht auch Kampf, Streit und Spaltung in der lutheriſchen Kirche durch Neid, Eiferſucht, Selbſtſucht, Haß und Feindſchaft entſtanden? Allerdings, und das war auch Unge⸗ horſam, und wo man dieſe Leidenſchaften nicht bekämpfte, ſondern ſie wachſen und aufwuchern ließ, iſt auch falſche Lehre darauf gefolgt, und ſolcher Ungehorſam hat die Kirche zerriſſen. Brüder, die einig ſind, ſollen darum nicht nur auf die reine Lehre achten, ſondern müſſen ſich auch vor böſen, feindſchaftlichen Leidenſchaften gegen ihre Brüder hüten, ſonſt gewinnt Satan doch die Oberhand. Hebr. 12, 14. 15: „Jaget nach dem Frieden gegen jedermann und der Heiligung, ohne welche wird niemand den HErrn ſehen. Und ſehet darauf, daß nicht jemand Gottes Gnade verſäume, daß nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachſe und Unfrieden anrichte und viele durch dieſelbige verunreinigt werden.“ Aber gab es nicht Streit und Zwietracht ſogar in der apoſto⸗ liſchen Kirche? Gewiß, wir leſen Apoſt. 15, 2: „Da ſich nun ein Aufruhr erhub und Paulus und Barnabas nicht einen geringen Zank mit ihnen hatten, ordneten ſie, daß Paulus und Barnabas und etliche andere aus ihnen hinaufzögen gen Jeruſalem zu den Apoſteln und Ältesten um dieſer Frage willen.“ Wir hören, daß nicht geringe Zwie⸗ tracht und Streit in Antiochien über die Beſchneidung entſtanden war. Und Apoſt. 15, 37—39 leſen wir: „Barnabas aber gab Rat, daß ſie mit ſich nähmen Johannem mit dem Zunamen Markus. Paulus aber achtete es billig, daß ſie nicht mit ſich nähmen einen ſolchen, der von ihnen gewichen war in Pamphylia und war nicht mit ihnen gezogen zu dem Werk. Und ſie kamen ſcharf aneinander, alſo daß ſie vonein⸗ ander zogen und Barnabas zu ſich nahm Markum und ſchiffte in Zypern.“ Wir leſen, daß ein großer Streit war zwiſchen Paulus und Barnabas, und daß zu Antiochien Paulus den Petrus öffentlich vor allen tadelte. Gal. 2, 11—15: „Da aber Petrus gen Antiochien kam, widerſtund ich ihm unter Augen; denn es war Klage über ihn kommen. Denn zuvor, ehe etliche von Jakobo kamen, aß er mit den Heiden; da ſie aber kamen, entzog er ſich und ſonderte ſich, darum daß er die von der Beſchneidung fürchtete. Und heuchelten mit ihm die andern Juden, alſo daß auch Barnabas verführet ward, mit ihnen zu heucheln. Aber da ich ſah, daß ſie nicht richtig wandelten nach der Wahrheit des Evangelii, ſprach ich zu Petro vor allen öffentlich: So du, der du ein Jude biſt, heidniſch lebeſt und nicht jüdiſch, warum zwingeſt du denn die Heiden, jüdiſch zu leben? Wiewohl wir von Natur Juden und nicht Sünder aus den Heiden ſind.“ Aus dem ganzen Brief an die Galater geht hervor, daß Paulus falſche Lehrer bekämpft. Und Gal. 1, 8. 9 ſpricht er einen ſchrecklichen Fluch über jeden aus, der ein anderes Evangelium predigt, als er ſelbſt den galatiſchen Gemeinden gepredigt hat: „Aber ſo auch wir oder ein Engel vom Himmel euch würde Evangelium pre⸗ digen anders, denn das wir euch geprediget haben, der ſei verflucht! Wie wir jetzt geſagt haben, ſo ſagen wir auch abermal: So jemand euch Evangelium prediget anders, denn das ihr empfangen habt, der ſei verflucht!“ 1 Kor. 1, 11—13 ſtraft Paulus die Gemeinde zu Korinth, weil Zank unter ihnen war. „Mir iſt vorkommen, liebe