# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1924_S16 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 16 Verhandlungen der neunundzwanzigſten Verſammlung ſenen ſpricht: „Es ſei denn, daß ihr euch umkehret und werdet wie die Kinder, ſo werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen“, Matth. 18, 3. Sie lehren im Gegenteil, daß ein Kind erſt ein Erwachſener werden muß, ehe er fähig iſt, getauft und ein Chriſt zu werden. Dieſer Un⸗ gehorſam gegen den einen Meiſter, der ſeinen Jüngern befiehlt, alle Nationen zu taufen, und der die Taufe bloß auf die Erwachſenen einer Nation beſchränkt wiſſen will, iſt die Urſache der Trennung von der Kirche, die auch in dieſem Stück bei den ausdrücklichen Worten des HErrn der Kirche bleibt. Und wiederum: Was war die Urſache der Trennung der ſynergiſtiſchen Lutheraner von den Lutheranern der Synodalkonferenz? Es war der Ungehorſam ihrer führenden Männer, die ſich weigerten, das Wort des HErrn anzunehmen und zu lehren, da er ſpricht: „Ihr habt mich nicht erwählet, ſondern ich habe euch erwählet“, Joh. 15, 16, und gegen die Stelle, wo der HErr durch ſeinen Apoſtel lehrt, daß Gott uns verordnet hat zur Kindſchaft gegen ſich ſelbſt durch JEſum Chriſt, nach dem Wohlgefallen ſeines Willens, Eph. 1, 5. Sie ſchreiben der Wahl des Menſchen zu, was allein der Gnade Gottes zugeſchrieben werden ſoll. Dieſer Ungehorſam verur⸗ ſachte die beklagenswerte, traurige und ſchädliche Trennung der ſyn⸗ ergiſtiſchen Lutheraner von den treuen Lutheranern dieſes Landes. — Aber wie nun, wenn eine Kirchengemeinſchaft uns erlaubt, die Wahrheit zu predigen, aber zu gleicher Zeit von uns verlangt, daß auch gegenſätzliche Anſichten in manchen Dingen erlaubt ſein ſollen, wie z. B. die Evangeliſche Synode in der Frage von der wahren Gegenwart Chriſti im Abendmahl? Durch ſolchen Un⸗ gehorſam und ſolche Untreue, daß eine Kirchengemeinſchaft ſich die Autorität anmaßt, nicht allein das Gegenteil von der lauteren Lehre des HErrn der Kirche zu predigen, ſondern auch andern zu erlauben, es geradeſo zu machen, zerreißt ſie notwendigerweiſe die Einigkeit der Kirche und verbindet ſich mit Leuten, die gegen Chriſtum ſind. Ihr Anerbieten, daß es erlaubt ſein ſoll, auch die Worte Chriſti zu predigen, macht die Sache nicht beſſer; denn Chriſtus und ſeine Jünger bitten nicht um Erlaubnis, ſondern lehren die Wahrheit ohne alle Erlaubnis der Menſchen. Ihrem Irrtum aber Gleichberechtigung einräumen, iſt nicht nur Ungehorſam, ſondern auch ein Angriff gegen die Oberherr⸗ ſchaft Chriſti. Es iſt Rebellion gegen den HErrn der Kirche. Gott bewahre uns davor, daß wir ihn verlaſſen und uns zu den Rebellen und Aufrührern ſchlagen! Gibt es eine Kirche, die dem HErrn treu und gehorſam iſt, die Gottes Wort rein verkündigt und nirgends davon abweicht? Gott ſei Dank, Gott hat in Gnaden eine ſolche Kirche erhalten. Es iſt die Kirche, die die ganze Wahrheit Gottes bekennt, wie ſie in der Schrift gelehrt und in dem ungeänderten Konkordienbuch vom Jahre 1580 rein und lauter dargelegt iſt. In dieſem Lande iſt dieſe Kirche als die Synodalkonferenz bekannt, zu der auch wir gehören, eine Vereinigung von Synoden der evangeliſch⸗lutheriſchen Kirche Amerikas. Wenn das Stolz oder Phariſäismus genannt wird, daß wir die reine Lehre, die uns durch Gottes Gnade gegeben iſt, als ſolche dankbar anerkennen und uns darüber freuen, dann iſt es auch Stolz und Phariſäismus, wenn ein geſunder Menſch Gott für ſeine Geſundheit dankt. Ja, dann wären Paulus, Petrus, Johannes und Jakobus Phariſäer geweſen, dann wären alle wahren, treuen Lehrer ſtolze, aufgeblaſene Menſchen; denn ſie alle haben Anſpruch darauf gemacht, daß ſie treue Lehrer des Wortes Gottes ſeien. Und wenn nicht einmal das treue Hangen an Gottes Wort uns vor Irrtum bewahrt, dann ſind Chriſti Worte nicht wahr: