# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1924_S13 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1924. 13 ſind verſchieden, weil ſie verſchieden ſind. Das ſind die Leute, die diejenigen am meiſten tadeln, die ihren eigenen Glauben am klarſten darlegen und ihn mit Beſtimmtheit und ohne Kompromiß verteidigen. Ohne auf die Gründe der Streitfragen einzugehen, tadeln ſie alle Par⸗ teien, daß ſie überhaupt ſtreiten, und geben denen die meiſte Schuld, die ihre Stellung am ernſtlichſten verteidigen. Wie leicht wäre die Arbeit der Richter unſers Landes, wenn ſie alle Prozeſſe nach dieſer Methode ſchlichten wollten! Da verſteht man, warum Luther, wo er von ſolchen Leuten redet, ihnen oft Namen beilegt, die ſie tief belei⸗ digten. Wenn jemand ſolche Methode in einer andern Streitſache als der zwiſchen den verſchiedenen Kirchengemeinſchaften vorſchlagen wollte, man würde ihn unterſuchen, um zu ſehen, ob er bei Sinnen ſei. Ent⸗ weder gibt es in der Chriſtenheit überhaupt kein großes Gut, oder aber das Gut iſt des Kampfes wert. — Andere wiederum weiſen auf die Bibel hin als eine Urſache aller Verwirrung. Manche von dieſen behaupten, die Bibel ſei nicht klar genug und darum mißverſtändlich, woraus dann leicht Dif⸗ ferenzen entſtünden. Der Papſt gebraucht dies Argument, wenn er den Laien die Bibel in ihrer Mutterſprache verbietet. Scheinbar be⸗ ſtätigt er ſeine Behauptung, indem er auf die verſchiedenen Sekten hinweiſt, die die Bibel mutwillig verdrehen. Wenn man ſich jedoch Zeit und Mühe gibt und ſich die Sache näher beſieht, wird man finden, daß der Papſt den klaren und ausdrücklichen Worten der Bibel zuwider lehrt und nur nach einem Vorwand ſucht, dem gemeinen Manne das Buch der Bücher aus den Händen zu winden, damit der arme Menſch des Papſtes Betrug nicht aus der Schrift widerlegen könne. Außer dem Papſt gibt es auch noch andere, die einfach alle Schuld auf die Bibel ſchieben. Das iſt bequem, da braucht man keinen Men⸗ ſchen zu beleidigen. Aber Gott lehrt uns, daß ſein Wort nicht verwirrt und zweideutig oder rätſelhaft iſt, ſondern die klarſte, beſtimmteſte und genaueſte Anweiſung für den Glauben und Wandel enthält, die es je gegeben hat. Daher haben wir die von Gott eingegebenen Zeugniſſe: „Dein Wort iſt meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege“, Pſ. 119, 105. „Das Zeugnis des HErrn iſt gewiß und macht die Albernen weiſe“, Pſ. 19, 8. „Es macht klug die Einfältigen.“ Weit davon entfernt, daß die Bibel nur für die Gelehrten geſchrieben worden wäre, ſoll ſie vielmehr von allen, auch von den Ungelehrteſten und von den Anfängern oder „Kindern in Chriſto“, geleſen, gehört und ſtudiert werden. Der Apoſtel bezeugt, daß er an die ſchreibt, die man wie⸗ derum „die erſten Buchſtaben der göttlichen Worte lehren muß“, Hebr. 5, 12. Und Petrus ſpricht von den „neugebornen Kindlein“ in Chriſto; das ſind die unerfahrenen Chriſten, die erſt kürzlich mit dem Abc der chriſtlichen Lehre bekannt geworden ſind; denn er ſagt: „Seid gierig nach der vernünftigen lautern Milch, als die jetzt gebornen Kindlein, auf daß ihr durch dieſelbige zunehmet“, 1 Petr. 2, 2. Dasſelbe bezeugt St. Paulus, wenn er ſchreibt: „Und ich, liebe Brüder, konnte nicht mit euch reden als mit Geiſtlichen, ſondern als mit Fleiſchlichen, wie mit jungen Kindern in Chriſto. Milch habe ich euch zu trinken gegeben und nicht Speiſe; denn ihr konntet noch nicht, auch könnt ihr noch jetzt nicht“, 1 Kor. 3, 1. 2. Wenn man ſagt, daß die Bibel für den einfachen, gewöhnlichen und unerfahrenen Chriſten nicht klar genug ſei, ſo ſagt man damit nicht bloß, daß Paulus unbedachte, dunkle und unverſtänd⸗ liche Worte, ja ſogar Verkehrtes, geredet hat, ſondern man beſchuldigt damit auch Gott, daß er uns eigentlich ein wertloſes Wort gegeben hat; denn dann wird das einfache gemeine Volk gezwungen, ſich auf das