# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1924_S12 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 12 Verhandlungen der neunundzwanzigſten Verſammlung Wort gemäß gereicht werden. Und iſt nicht not zu wahrer Einigkeit der chriſtlichen Kirche, daß allenthalben gleichförmige Zeremonien, von den Menſchen eingeſetzt, gehalten werden, wie Paulus ſpricht Eph. 4, 5: ‚Ein Leib, ein Geiſt, wie ihr auch berufen ſeid zu einerlei Hoffnung eures Berufs.‘“ (Augsb. Konfeſſ., Art. VII.) Wie ſehr wir darum auch Einigkeit in ſolch äußerlichen Dingen, wie kirchliche Zeremonien, Sitten und Gebräuche, Gottesdienſtordnung, Melodien, Feiertage uſw. es ſind, wünſchen mögen, ſo wird doch dadurch die Einigkeit der Kirche weder erhalten noch zerſtört. Um einig zu ſein, brauchen die Kirchen bloß dieſelbe Wahrheit zu predigen und in der Verwaltung der Sakra⸗ mente nach Chriſti Einſetzung übereinzuſtimmen. In dieſen beiden Stücken darf allerdings keine Verſchiedenheit und keinerlei Abweichung ſtattfinden. Es iſt ferner wahr, was der Apoſtel 1 Kor. 3, 12—15 ſagt: „So aber jemand auf dieſen Grund bauet Gold, Silber, Edelſteine, Holz, Heu, Stoppeln, ſo wird eines jeglichen Werk offenbar werden; der Tag wird's klarmachen. Denn er wird durchs Feuer offenbar werden, und welcherlei eines jeglichen Werk ſei, wird das Feuer bewähren. Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebaut hat, ſo wird er Lohn empfangen. Wird aber jemandes Werk verbrennen, ſo wird er des Schaden leiden; er ſelbſt aber wird ſelig werden, ſo doch als durchs Feuer.“ Mit Holz, Heu und Stoppeln meint er hier Irrtümer, törichte Menſchenmeinungen, die manche Paſtoren predigen. Aber weit davon entfernt, ſolch verkehrte menſchliche Meinungen und Lehren einen Segen zu nennen oder zu ſagen, ſie ſeien dem Willen Gottes gemäß, ſagt der Apoſtel vielmehr, daß ſie törichte und gefährliche Zuſätze ſind, die in keiner Weiſe das Werk der Kirche fördern, ſondern es vielmehr hindern und in Gefahr bringen und dazu angetan ſind, die wahre, weſentliche Einigkeit der Kirche zu vernichten. Das bringt uns zum nächſten Punkt: von den Urſachen der Spaltung und Zerriſſenheit. Theſe 3. Ungehorſam gegen unſern HErrn JEſum Chriſtum iſt die Urſache aller Spaltung, Sektiererei, falſchen Lehre, Trennung und Zerriſſenheit in der Chriſtenheit. Obwohl viele mit uns die Spaltung und Zerriſſenheit der Kirche beklagen, ſo gehen nur wenige mit uns, wenn wir den Finger auf die Wurzel des übels legen: Ungehorſam gegen Chriſtum. Und noch mehr wenden ſich von uns ab, wenn wir dies erläutern und be⸗ weiſen. Aber das entmutigt uns nicht; denn wer von der Wahrheit iſt, der hört auch des Meiſters Stimme. Solche aber, die die Finſternis mehr lieben denn das Licht, werden an jenem Tage keine Entſchuldigung haben, wenn ſie dort dem Richter gegenüberſtehen, den ſie hier als ihren Hirten nicht haben annehmen wollen. Ein Grund, warum man im Einigkeitswerk ſo wenig Fortſchritt zu verzeichnen hat, iſt gerade dieſer, daß man ſich ſo wenig bemüht hat, der wahren Urſache des übels auf die Spur zu kom⸗ men. Viele Leute, darunter manche wohlmeinende, arbeiten fleißig darauf hin, den traurigen Zuſtand der Zerriſſenheit zu heilen, ohne daß ſie auch nur die Urſachen der Krankheit ernſtlich erwogen hätten. Was Wunder, daß ſie nicht mehr ausrichten als einer, der in die Luft ſtreicht? Andere ſind ſo töricht, daß ſie die Zerriſſenheit der Kirche den verſchiedenen Glaubensbekenntniſſen der Kir⸗ chengemeinſchaften zuſchreiben. Das hieße ſo viel als: Sie