# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1924_S11 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1924. 11 wünſcht und bittet, zu einem ſolchen Teile der Welt zu gehören, und wer fühlt ſich dazu berufen, Anſtrengungen zu machen, damit die Welt dieſen Teil ihrer Bürger nicht verliert? Nur Chriſten machen die Kirche aus. In der Welt werden von Gott und den Chriſten viele Böſe geduldet, zum Teil zu dem Zweck, um ſie aus ihrem traurigen Zuſtand zu erretten; aber in der Kirche brauchen wir nur die, welche durch den Glauben in inniger Verbindung mit dem einen HErrn, JEſu Chriſto, ſtehen und ihren Glauben dadurch beweiſen, daß ſie dem HErrn gehorſam ſind und mit den Gliedern in Frieden leben. Chriſtus ſagt ſelbſt: „Eine jegliche Rebe an mir, die nicht Frucht bringet, wird er wegnehmen. Wer nicht in mir bleibet, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorret, und man ſammelt ſie und wirft ſie ins Feuer, und muß brennen“, Joh. 15, 2. 6. Es wird manchmal betont, daß unter den Leuten viele verſchiedene Neigungen und Charaktere ſind, eine große Verſchiedenheit der Gaben, und daß verſchiedene Leute verſchiedene Kirchenge⸗ meinſchaften erfordern. „Es gibt gefühlvolle Leute; die ſind von Natur Methodiſten. Es gibt Leute, die eine würdevolle liturgiſche Gottesdienſtordnung gerne haben; die ſind von Natur Epiſkopale. Es gibt Leute, die ein ſtrenges Kirchenregiment brauchen. Ihrer ſinnlichen Natur muß man entgegenkommen mit religiöſen Bil⸗ dern, prunkhaftem Kirchenſchmuck und herrlichen Prieſterkleidern. Sie müſſen in Furcht und Scheu gehalten werden durch ſchmerzliche, unver⸗ ſtändliche Klagen vor einem herrlich erleuchteten Altar. Sie ſind un⸗ fähig, ſich ſelbſt zu regieren. Sie müſſen einen geiſtlichen Vater unter ſich haben und wie eine Herde getrieben werden. Sie gebrauchen Unterhaltung für ihre ſehr aktive religiöſe Einbildung, und ihr natür⸗ licher Aberglaube muß in Kanäle geleitet werden, die der Kirche Nutzen bringen. Dieſe ſind von Natur der Monarchie des Papſtes angepaßt.“ Darauf antworten wir: Geradeſowenig wie die Verſchiedenheit zwiſchen Auge und Fuß, zwiſchen Zunge und Hand die Einigkeit des Leibes zerſtört, ebenſowenig iſt die Verſchiedenheit in bezug auf Gaben, Neigungen, Charaktere und Fähigkeiten unter den Chriſten der Einheit des Leibes hinderlich, es ſei denn, daß ihr Charakter ſie von der Kirche als Sklaven Satans ausſchließt; denn dann gehören ſie überhaupt nicht zur Kirche. Wir treffen keine Maßregeln, tote Glieder am Leibe zu behalten. Paulus malt ein ſchönes Bild von dieſer Einigkeit zwiſchen den Gliedern, die nicht durch Verſchiedenheit der Gaben und Fähig⸗ keiten geſtört zu werden braucht, in 1 Kor. 12 (oben bereits zitiert). Ja, dieſe Verſchiedenheit iſt vielmehr ein Schmuck der Einigkeit. „In einem jeglichen erzeigen ſich die Gaben des Geiſtes zum gemeinen Nutzen.“ Und: „Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo bliebe das Gehör? So er ganz Gehör wäre, wo bliebe der Geruch? So aber alle Glieder ein Glied wären, wo bliebe der Leib?“ Dieſe Ver⸗ ſchiedenheit iſt in der Tat ein Segen. Der würdevollſte, langſamſte Chriſt erfreut ſich an ſeinem lebhaften, warmen und gefühlvollen Bruder und hat Nutzen von ihm. Jeder will die Schwachheit des andern tragen, ſoweit Schwachheit in ihnen iſt, und jeder wird gebeſſert durch die be⸗ ſondere Gabe des andern und hat alſo Nutzen davon. Perſönlicher Geſchmack in bezug auf Kirchenarchitektur und verſchiedene Gottes⸗ dienſtordnung kann auch in der geeinten Kirche befriedigt werden, ohne daß darüber die Gemeinſchaft zerriſſen wird; denn wir wiſſen, was zur wahren Einigkeit der Kirche nötig iſt. „Dieſes iſt genug zu wahrer Einigkeit der chriſtlichen Kirche, daß da einträchtiglich nach reinem Ver⸗ ſtand das Evangelium gepredigt und die Sakramente dem göttlichen