# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1924_S10 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 10 Verhandlungen der neunundzwanzigſten Verſammlung ſchmeichelei, die in ihrem Traum von Friede, wo kein Friede iſt, nicht geſtört zu werden wünſcht. Gott ſelbſt erklärt ſich gegen ſolche Spaltung. Er ermahnt uns ernſtlich, zu „halten die Einigkeit im Geiſt durch das Band des Friedens“. Er ermahnt die Chriſten, daß ſie feſt aneinanderhalten ſollen „in einem Sinn und in einerlei Meinung“. Es iſt alſo nicht Gottes Wille, daß ſolche Spaltungen beſtehen ſollen, wie wir ſie heute kennen als Kirchengemeinſchaften, als da ſind Römiſch⸗Katholiſche, Griechiſch⸗Katholiſche, Altkatholiken, Epi⸗ ſkopale, Baptiſten, Kongregationaliſten, Adventiſten uſw., jede feind⸗ ſelig tätig gegen die andere. Dieſer Zuſtand iſt nicht nur unſagbar traurig, ſondern auch ſündlich und der Kirche Chriſti und den Gliedern ſeines Leibes ſchädlich. Wehe, wehe denen, die für einen ſolch traurigen Zuſtand verantwortlich ſind; und wehe denen, die dahin arbeiten, daß dieſer Zuſtand weiter fortbeſtehe! Wenn ein Bruder den andern bekämpft, ſagt Paulus: „Es iſt ein Fehl unter euch“ und ſetzt hinzu: „Euch zur Schande muß ich das ſagen“, 1 Kor. 6, 5. 7. Gilt das ſchon von einem traurigen Streit unter wenigen, wieviel mehr gilt es dann, wenn Tauſende, die ſich Chriſten nennen, andern, die das Wort Chriſti rein verkündigen, feind⸗ ſelig gegenüberſtehen und ſie ſchmähen und brandmarken. Wie kann in ſolcher Oppoſition ein Segen ſein? Chriſtus ſagt: „Ein jeglich Reich, ſo es mit ihm ſelbſt uneins wird, das wird wüſte, und ein Haus fällt über das andere“, Luk. 11, 17. Wenn Chriſtus hier ſagt, daß ſelbſt Satan nicht ſo töricht iſt, ſein Reich durch gegenſeitigen Krieg zu bauen, wie kann jemand ſo toll ſein, zu behaupten, daß Chriſtus ſein Reich durch ſolchen Zwieſpalt zu bauen wünſcht! Nein, Chriſtus will Einigkeit. Der Apoſtel Chriſti warnt und bittet die Chriſten, „feſt aneinan⸗ derzuhalten“, und ſagt ihnen: „So ihr euch aber untereinander beißet und freſſet, ſo ſehet zu, daß ihr nicht untereinander verzehret werdet“, Gal. 5, 15. Ja, das iſt das feierliche, ernſte Gebet unſers Hohen⸗ prieſters JEſu Chriſti, Joh. 17, 11: „Heiliger Vater, erhalte ſie in deinem Namen, die du mir gegeben haſt, daß ſie eins ſeien gleichwie wir!“ Und wiederum: „Ich bitte aber nicht allein für ſie, ſondern auch für die, ſo durch ihr Wort an mich glauben werden, auf daß ſie alle eins ſeien gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; daß auch ſie in uns eins ſeien, gleichwie wir eins ſind“, Joh. 17, 20. 21. Und trotz⸗ dem erklären Leute, die Lehrer der Kirche ſein wollen, daß es ein Segen für die Kirche und im Einklang mit Gottes Willen ſei, wenn die Kirche geſpalten ſei, und daß ſie durch gegenſeitige Feindſchaft gebaut werden ſolle. Wir wiſſen gut genug, daß Gott dieſe böſen, ſündlichen Spal⸗ tungen und Streitigkeiten zum Beſten derer lenkt, „denen alle Dinge zum beſten dienen müſſen“. Aber obwohl Gott die Bosheit der Brüder Joſephs zum beſten lenkte, nennen wir nicht ihre böſen Ge⸗ danken und Werke gut. Es iſt wahr, was wir 1 Kor. 11, 19 leſen: „Es müſſen Rotten unter euch ſein, auf daß die, ſo rechtſchaffen ſind, offenbar unter euch werden.“ Aber ſolche Rotten ſind nicht an ſich gut und heilſam, obwohl Gott aus Böſem auch Gutes hervorbringt und dadurch die Rechtſchaffenen offenbar macht. Liberal geſinnte Leute ſagen manchmal: „Es gehören allerlei Leute und Geſinnungen dazu, die Welt zu füllen.“ “It takes all kinds of people and minds to make a world.” Damit wollen ſie die Notwendigkeit der verſchiedenen Reli⸗ gionen für dieſe Welt beweiſen. Darauf antworten wir: Ja, es ge⸗ hören Verbrecher dazu, unſere Gefängniſſe zu füllen, Trunkenbolde und Hurer, unſere Irrenanſtalten und Hoſpitäler zu füllen; aber wer