# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1924_S9 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1924. 9 wirket alles in allen. In einem jeglichen erzeigen ſich die Gaben des Geiſtes zum gemeinen Nutzen. Einem wird gegeben durch den Geiſt, zu reden von der Weisheit; den andern wird gegeben, zu reden von der Erkenntnis nach demſelbigen Geiſt; einem andern der Glaube in demſelbigen Geiſt; einem andern die Gabe, geſund zu machen, in dem⸗ ſelbigen Geiſt; einem andern, Wunder zu tun; einem andern Weis⸗ ſagung; einem andern, Geiſter zu unterſcheiden; einem andern man⸗ cherlei Sprachen; einem andern, die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirket derſelbige einige Geiſt und teilet einem jeglichen Seines zu, nachdem er will. Denn gleichwie ein Leib iſt und hat doch viele Glieder, alle Glieder aber eines Leibes, wiewohl ihrer viel ſind, ſind ſie doch ein Leib: alſo auch Chriſtus. Denn wir ſind durch einen Geiſt alle zu einem Leibe getauft, wir ſeien Juden oder Griechen, Knechte oder Freie, und ſind alle zu einem Geiſt getränket. Denn auch der Leib iſt nicht ein Glied, ſondern viele. So aber der Fuß ſpräche: Ich bin keine Hand. darum bin ich des Leibes Glied nicht, ſollt' er um deswillen nicht des Leibes Glied ſein? Und ſo das Ohr ſpräche: Ich bin kein Auge, darum bin ich des Leibes Glied nicht, ſollt' es um deswillen nicht des Leibes Glied ſein? Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo bliebe das Gehör? So er ganz Gehör wäre, wo bliebe der Geruch? Nun aber hat Gott die Glieder geſetzt, ein jegliches ſonderlich am Leibe, wie er gewollt hat. So aber alle Glieder ein Glied wären, wo bliebe der Leib? Nun aber ſind der Glieder viele, aber der Leib iſt einer.“ Hiernach iſt es ganz und gar gegen Gottes Willen ſowie gegen die Natur des Leibes Chriſti, daß einige Glieder die andern Glieder feindlich angreifen oder ſich weigern, die Einigkeit, durch die ſie in Wirklichkeit als Glieder des Leibes verbunden ſind, öffentlich zu betätigen und zu bezeugen. Daher wird z. B. Spaltung oder Schisma 1 Kor. 1, 10—13 ver⸗ boten: „Ich ermahne euch aber, liebe Brüder, durch den Namen unſers HErrn JEſu Chriſti, daß ihr allzumal einerlei Rede führet und laſſet nicht Spaltungen unter euch ſein, ſondern haltet feſt aneinander in einem Sinn und in einerlei Meinung. Denn mir iſt vorkommen, liebe Brüder, durch die aus Chloes Geſinde von euch, daß Zank unter euch ſei. Ich ſage aber davon, daß unter euch einer ſpricht: Ich bin Pauliſch; der andere: Ich bin Apolliſch; der dritte: Ich bin Kephiſch; der vierte: Ich bin Chriſtiſch. Wie? iſt Chriſtus nun zertrennet? Iſt denn Paulus für euch gekreuziget, oder ſeid ihr. in Pauli Namen getauft?“ Und Eph. 4, 3—6: „Seid fleißig, zu halten die Einigkeit im Geiſt durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geiſt, wie ihr auch berufen ſeid auf einerlei Hoffnung eures Berufes. Ein HErr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater (unſer) aller, der da iſt über euch alle und durch euch alle und in euch allen.“ An dieſen Stellen wird klar gelehrt, daß es gegen Gottes Willen iſt, daß in der Chriſtenheit Parteien, Spaltungen und Richtungen beſtehen. Es hat Leute gegeben und gibt noch heute ſolche, die da behaupten, daß Spaltungen und Oppoſitionsparteien in der Kirche ein Segen ſeien. Sie behaupten, daß dadurch die Chriſten zur Tätigkeit gereizt und der Geiſt freundlichen Wetteifers gepflegt werde und daß durch gegenſeitige Kritik und Wachſamkeit jede Partei beſſer arbeite und auf der einen Seite vor Stillſtand und Stockung, auf der andern Seite aber vor Tyrannei und Ungerechtigkeit eines Monopols bewahrt werde. Aber allen ſolchen, die ſo die zufriedenen Optimiſten zu ſpielen wün⸗ ſchen, ſagen wir: Eure Anſicht iſt nicht Wahrheit, ſondern Selbſt⸗