# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1924_S8 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 8 Verhandlungen der neunundzwanzigſten Verſammlung für die Vereinigung jedes Chriſten mit Chriſto, dem Haupt der Kirche, ja ſie oft vernichtend — das iſt die Trennung, welche die Chriſten verurſachen, die im Lager der falſchen Lehrer diejenigen bekämpfen, die die Wahrheit lehren, oder wenigſtens äußerlich von ihnen getrennt ſind durch Irrtümer im Glauben und in der Lehre. Davon reden wir in der zweiten Theſe. Theſe 2. Nach Gottes Willen ſoll dieſe innerliche Einigkeit ſich nun auch äußerlich zeigen durch übereinſtimmung aller Glieder der Kirche in der Lehre unter dem einen HErrn, JEſu Chriſto. Wenn ſich Chriſten verſammeln zum gemeinſchaftlichen Gebet, zum Gottesdienſt, zur Feier des Abendmahls oder in andern Ver⸗ ſammlungen zuſammenkommen und dann in Liebe, Demut, Sanftmut und Geduld miteinander verkehren, ſo wird die Einigkeit, die ſchon vorher zwiſchen ihnen beſtand, dadurch nur offenbar. Und es iſt Gottes Wille, daß die Chriſten ſo zuſammen Gottesdienſt abhalten und zum Abendmahl gehen und daß die Paſtoren ſo in Einigkeit zuſammen⸗ arbeiten. D. F. Pieper ſchreibt im Bericht der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz vom Jahre 1908, Seite 16, über dieſe äußere Einigkeit: „Der Zuſam⸗ menſchluß der Chriſten eines Ortes zu Ortsgemeinden und die Aufrichtung des öffentlichen Predigtamts iſt nicht dem freien Belieben der Chriſten überlaſſen, ſondern von Gott geboten. Daß Orts⸗ gemeinden ſich noch weiterhin zu größeren kirchlichen Gemeinſchaften, z. B. zu Synoden, zuſammenſchließen, das iſt nicht göttliche, ſondern menſchliche (kirchliche) Ordnung. Das muß nicht ſo ſein. Aber daß die Chriſten eines Ortes eine Gemeinde bilden und das öffentliche Predigtamt unter ſich aufrichten und gebrauchen, das muß ſo ſein; das iſt Gottes Wille und Ordnung.“ Und auf Seite 18 ſchreibt er: „Wir laſſen uns die Synodalverbindung nicht zu einer göttlichen Ord⸗ nung machen. Aber eins iſt noch göttliche Ordnung über die Ver⸗ bindung in der Lokalgemeinde hinaus: dies, daß wir die Chriſten, die an andern Orten den rechten Glauben bekennen, als Glaubensbrüder anerkennen und behandeln. Der Apoſtel Paulus ſchreibt an Timotheus (2 Tim. 1, 8): ‚Schäme dich nicht des Zeugniſſes unſers HErrn noch meiner, der ich ſein Gebundener bin.‘ Hiernach ſoll Timotheus auch den von ihm örtlich getrennten und in Rom gefangenen Paulus als Glaubensbruder anerkennen und behan⸗ deln, weil Paulus ein rechter Prediger des Evangeliums war. Chriſtus wird hier auf Erden in den Bekennern ſeines Wortes bekannt oder verleugnet.“ Da Chriſtus das Haupt der Kirche iſt, ſo iſt es die Pflicht eines jeden Gliedes, unter dem Regiment Chriſti als des einen Meiſters zu leben. Und da jeder Chriſt ein Glied des gemeinſchaftlichen Leibes iſt, an dem jeder andere Chriſt auch ein Glied iſt, ſo iſt es Pflicht eines jeden, in Harmonie mit den andern Gliedern zu leben und zu arbeiten. Alles, was das Regiment Chriſti und die Harmonie zwiſchen den Glie⸗ dern und ſo die Einigkeit der Kirche ſtört, iſt dem Willen Gottes zu⸗ wider. Das führt St. Paulus 1 Kor. 12 weiter aus: „Darum tue ich euch kund, daß niemand JEſum verfluchet, der durch den Geiſt Gottes redet; und niemand kann JEſum einen HErrn heißen ohne durch den Heiligen Geiſt. Es ſind mancherlei Gaben, aber es iſt ein Geiſt. Und es ſind mancherlei Ämter, aber es iſt ein HErr. Und es ſind mancherlei Kräfte, aber es iſt ein Gott, der da