# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1924_S7 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1924. 7 dem Haupt und darum auch mit den Gliedern untereinander als Teilen desſelben Leibes Chriſti. Gal. 3, 26: „Denn ihr ſeid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Chriſtum JEſum.“ (Vgl. Gal. 2, 20; 3, 2. 7; Eph. 3, 17.) Das Band, das die Chriſten vereinigt, iſt nicht etwas Äußer⸗ liches oder Sichtbares: nicht einheitliche Zeremonien, nicht Gleichheit in Sitten und Gebräuchen, nicht gewiſſe Erkennungszeichen, nicht ge⸗ wiſſe gleichlautende Worte oder Phraſen; das Band, welches die Chri⸗ ſten vereinigt, iſt geiſtlich und unſichtbar. Luk. 17, 20. 21 ſagt Chriſtus: „Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerlichen Gebärden; man wird auch nicht ſagen: Siehe, hie oder da iſt es! Denn ſehet, das Reich Gottes iſt inwendig in euch.“ Und Petrus ſagt im 2. Kapitel ſeines erſten Briefes, V. 5: „Und auch ihr, als die lebendigen Steine, bauet euch zum geiſtlichen Hauſe.“ Tatſache iſt, daß äußerlich die Glieder des Leibes Chriſti in mancher Hinſicht ſehr verſchieden ſind; innerlich aber ſind ſie alle eins durch den einen Geiſt, der in ihnen allen wohnt und in ihnen allen denſelben Glauben wirkt. Durch dasſelbe Wort iſt derſelbe HErr JEſus Chriſtus ihnen allen bekannt geworden, und durch die Sakramente iſt er in ihnen allen verſiegelt worden. Dies iſt die Einigkeit im Geiſt. Durch denſelben ſeligmachenden Glauben, der in einem jeden unter ihnen von demſelben Heiligen Geiſt angezündet worden iſt, iſt jedes Glied verbunden mit demſelben HErrn JEſu Chriſto und mit allen andern Gliedern ſeines Leibes, mit allen andern Gläubigen. D. Stöckhardt ſagt in ſeinem Kommentar zum Epheſerbrief, Seite 180: „Die gläubigen Chriſten ſind wirklich und wahrhaftig miteinander eins und einig. Der eine Geiſt und Glaube eint und verbindet ſie. Der chriſtliche Glaube iſt, wenn man ſich ſo ausdrücken will, das vornehmſte ſoziale Prinzip. Der chriſtliche Glaube hat in ſich eine vis unitiva, er ſchließt die Menſchenherzen zuſammen. Ja, mit dem Glauben, der freilich nicht jedermanns Ding iſt, aber auch nie auf eine einzige Menſchenſeele beſchränkt iſt, iſt eo ipso die Gemeinde der Gläubigen geſetzt und gegeben. Es iſt nicht an dem, daß die Chriſten durch freie Vereinbarung, Beratung und Beſchlußfaſſung dieſe ihre Sozietät erſt aufgerichtet hätten. Die Kirche iſt überhaupt nicht Men⸗ ſchenwerk, ſondern ein Werk, eine Stiftung, Gottes. Und dieſes Got⸗ teswerk fällt mit dem vornehmſten Werk, das Gott auf Erden hat, der Wirkung des Glaubens, ſachlich zuſammen. Indem der Heilige Geiſt eine Seele nach der andern, immer mehr Menſchen, durch das Evan⸗ gelium beruft, mit ſeinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben heiligt und erhält, ſammelt, beruft und erleuchtet er eo ipso die ganze Chriſten⸗ heit auf Erden und erhält ſie bei JEſu Chriſto im rechten einigen Glauben.“ Alle äußerlichen Unterſchiede unter den Chriſten mögen in ihrer Weiſe wichtig ſein, aber ſie ſtören die Einigkeit der Kirche nicht, wenn ſie nur nicht den ſeligmachenden Glauben in Gefahr bringen oder zer⸗ ſtören. Darum ſagt St. Paulus Gal. 3, 28: „Hie iſt kein Jude noch Grieche, hie iſt kein Knecht noch Freier, hie iſt kein Mann noch Weib; denn ihr ſeid allzumal einer in Chriſto JEſu.“ Äußerlich ſind die Chriſten verſchieden in bezug auf Sprache, Raſſe, Nationalität, Farbe, Sitten, Geſchlecht, Kultur und in verſchiedenen Graden der Ziviliſation und des Ranges. Solche Unterſchiede ſind weder gegen Chriſti Willen, noch ſtören ſie die Einigkeit der Kirche. Es gibt jedoch eine äußerliche Trennung, die mit der innerlichen Einigkeit der chriſtlichen Kirche un⸗ vereinbar iſt, gefährlich für das geiſtliche Leben der Chriſten, gefährlich