# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1924_S6 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 6 Verhandlungen der neunundzwanzigſten Verſammlung machenden Glauben. Niemand anders außer den Gliedern der Kirche Chriſti hat dieſen Glauben. Der ſeligmachende Glaube iſt das, was die Glieder der Kirche, und zwar alle Glieder ohne Ausnahme, von allen andern Menſchen abſondert und zu einem Leibe vereinigt. So ſchreibt St. Paulus Gal. 3, 26: „Ihr ſeid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Chriſtum JEſum.“ Und Eph. 2, 19 beſchreibt er die Glieder der Kirche als Hausgenoſſen Gottes. Joh. 11, 51. 52 ſchreibt er: „Denn Chriſtus ſollte ſterben für das Volk und nicht für das Volk allein, ſondern daß er die Kinder Gottes, die zerſtreuet waren, zuſam⸗ menbrächte.“ Die Kirche Chriſti, die der Sohn Gottes gegründet hat und noch in Gnaden regiert, iſt zuſammengeſetzt aus der ganzen Anzahl der Kinder Gottes, ſeinem Haushalt. Und was macht ſie zu Kindern Gottes? Der Glaube an Chriſtum JEſum. Dies iſt auch die Lehre unſerer Kirche in ihren Bekenntnis⸗ ſchriften. In der Augsburgiſchen Konfeſſion, Art. VIII, wird die chriſtliche Kirche beſchrieben als „die Verſammlung aller Gläubigen und Heiligen“. Das Wort „heilig“ wird hier und in der Schrift als ſynonym mit „gläubig“ gebraucht. In den Schmalkaldiſchen Artikeln leſen wir Teil III, § 12: „Denn es weiß, Gott Lob, ein Kind von ſieben Jahren, was die Kirche iſt, nämlich die heiligen Gläubigen.“ Die Bibel nennt die Kirche den Leib Chriſti. Das Wort „Leib“ wird hier nicht in ſeiner eigentlichen Bedeutung gebraucht, ſondern meint einen geiſtlichen Leib. So ſchreibt St. Paulus Eph. 1, 22. 23: „Gott hat ihn geſetzt zum Haupt der Gemeinde über alles, welche da iſt ſein Leib.“ Chriſtus iſt das Haupt, mit dem der Leib aufs innigſte verbunden iſt. Als Glied dieſes Leibes ſteht jeder Chriſt in enger Verbindung mit Chriſto, dem Haupt, und mit allen andern Gliedern. Von dieſer innigen Verbindung Chriſti mit allen ſeinen Gliedern und den Gliedern untereinander redet Paulus, wenn er Eph. 4, 3—6 ſchreibt: „Seid fleißig, zu halten die Einigkeit im Geiſt durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geiſt, wie ihr auch berufen ſeid auf einerlei Hoffnung eures Berufes. Ein HErr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater unſer aller, der da iſt über euch alle und durch euch alle und in euch allen.“ Und noch deutlicher ſpricht ſich derſelbe Apoſtel in ſeinem Brief an die Römer aus, Kap. 12, 5: „Alſo ſind wir viele ein Leib, aber untereinander iſt einer des andern Glied.“ Auch hier bezeugt der Apoſtel, daß die Chriſten in geiſtlicher Weiſe ſo eng miteinander verbunden ſind, daß ſie Glieder untereinander genannt werden. Dieſelbe Wahrheit tritt uns entgegen in ſeinem Briefe an die Epheſer, Kap. 4, 15. 16: „Laſſet uns wachſen in allen Stücken an dem, der das Haupt iſt, Chriſtus, aus welchem [von welchem aus] der ganze Leib zuſammengefüget und ein Glied am andern hängt durch alle Gelenke, dadurch eins dem andern Handreichung tut nach dem Werk eines jeglichen Gliedes in ſeiner Maße und machet, daß der Leib wächſet zu ſeiner ſelbſt Beſſerung; und das alles in der Liebe.“ Derſelbe Gedanke von einer engen Verbindung jedes Gliedes der Kirche mit Chriſto und aller Glieder untereinander iſt enthalten in den Worten unſers HErrn Joh. 15, 5: „Ich bin der Weinſtock, ihr ſeid die Reben.“ Hier lehrt der HErr, daß Trennung von ihm geiſtlichen Tod bedeutet, Vereinigung mit ihm aber geiſtliches Leben und Fruchtbringen. Er iſt die Quelle des Lebens und der geiſtlichen Frucht. Und was iſt es nun, das uns mit Chriſto verbindet; was iſt es, das die Glieder des Leibes mit dem Haupt vereinigt? Es iſt der Glaube an Chriſtum JEſum, der ſeligmachende Glaube des Chriſten. Die Bibel redet überall von dieſem Glauben als gleichbedeutend mit Vereinigung mit Chriſto als