# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1924_S5 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1924. 5 ſowohl um ihrer ſelbſt willen als auch zu dem Zweck, den Kampf gegen den Unglauben auf der einen Seite und den Aberglauben auf der andern Seite um ſo erfolgreicher führen zu können“. Auch die Papiſten drücken immer wieder ihr Bedauern aus über die Spaltungen in der Chriſtenheit und laden uns alle fortwährend ein, uns mit ihnen zu verbinden. Außerdem arbeiten ſie unter den Proteſtanten, um immer mehr Anhänger zu gewinnen und ſie in ihre Netze hineinzuziehen. Dieſe Arbeit wird beſonders von den Paulist Fathers und durch die ſogenannte Catholic Missionary Union betrieben. In vielen Städten ſind Vereinigungen ins Leben gerufen worden, die aus Paſtoren der verſchiedenen Gemeinſchaften beſtehen: aus Epiſkopalen, Reformierten, „Jüngern JEſu“ (Disciples), Kongregationaliſten, Baptiſten, Presby⸗ terianern und aus Lutheranern verſchiedener Synoden. Dieſe Leute verſammeln ſich wöchentlich zur Beſprechung von Fragen, die ihre Arbeit betreffen. Sie hoffen, daß ſolche Verſammlungen und ſolch vereinte Bemühungen ſie einander näher bringen und ein Mittel wer⸗ den, Differenzen aus dem Wege zu räumen. Zu gleicher Zeit freilich leſen wir: „Soweit man ſehen kann, haben dieſe Verſammlungen von Paſtoren nicht den geringſten Erfolg gezeitigt. Sie haben vielmehr bewieſen, daß ſie nicht imſtande ſind, eine Baſis für die Einigkeit zu formulieren. Erklärungen über Prinzipien, die man nicht aufgeben könne, ſind von verſchiedenen Männern gemacht worden, aber ihre Aus⸗ ſprüche ſind ſelten derart geweſen, daß ſie einer Einigung nahe gekom⸗ men wären. Nachdem man die Nutzloſigkeit alles deſſen eingeſehen hatte, wurde der Gegenſtand fallen gelaſſen. Und wo das nicht geſchah, da wurde die Organiſation zerriſſen.“ (St. Louis Globe-Democrat, 27. Februar 1911.) Wir dürfen nicht vergeſſen, daß bei dieſem wie bei jedem andern Werk diejenigen, welche auf Erfolg rechnen wollen, zu allererſt eine richtige, klare Erkenntnis des wirklichen Ziels haben müſſen, das ſie erreichen wollen, und daß ſie auch die richtigen Mittel anwenden müſſen, wodurch dies Ziel erreicht werden kann. Wie überall, ſo iſt es auch hier nutzlos, „zu kämpfen als einer, der in die Luft ſtreichet“. Alle Bemühungen, die äußere Einigkeit der Kirche herzuſtellen, ſind verlorne Zeit und Kraft, ja vereiteln und verhindern den wahren Erfolg, wenn man nicht das Ziel klar erkennt und zum andern den richtigen Weg weiß, auf dem das Ziel erreicht werden kann. — Den Chriſten in dieſem herrlichen, wünſchenswerten, geſegneten und wichtigen Werk des Friedens Handreichung zu tun, iſt die Aufgabe dieſer Arbeit. Theſe 1. Die innere geiſtliche Einigkeit der chriſtlichen Kirche beſteht in der Vereinigung eines jeden Chriſten mit Chriſto durch den Glauben, wo⸗ durch er ein Glied am Leibe Chriſti wird, an dem alle andern Chriſten ebenſo Glieder ſind und ſo durch denſelben Glauben alle auch unter⸗ einander „einer des andern Glied“, Röm. 12, 15. Unſer HErr und Meiſter JEſus Chriſtus hat eine Kirche ge⸗ gründet, und nur eine, nämlich die heilige chriſtliche Kirche. Dieſe eine heilige chriſtliche Kirche beſteht aus allen wahren Gläubigen in Chriſto zu allen Zeiten, unter allen Völkern und Nationen, an allen Orten. In dieſer heiligen chriſtlichen Kirche gibt es keine Ungläubigen, keine Heuchler, keine falſchen Chriſten. Jedes Glied dieſer Kirche beſitzt etwas, was ihn von allen Nichtgliedern unterſcheidet. Das iſt der ſeligmachende Glaube. Jedes Glied der Kirche Chriſti hat den ſelig⸗