# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1922_S33 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1922. 33 Dies: Wie in unſern weißen Gemeinden leider manche von denen, die bei ihrer Konfirmation dem Heiland und der Kirche Treue geloben bis an den Tod, doch wieder untreu und abtrünnig werden, ſo auch in unſern Negergemeinden. Und doch kann und muß auch hier zur Ehre Gottes und zum Lobe des Evangeliums gerühmt und geredet werden von chriſtlicher Standhaftigkeit und Treue. Schreiber dieſes hörte ein⸗ mal, wie einer unſerer Miſſionare vor einer Negerverſammlung an einem neuen Miſſionsplatz etwa folgendes ſagte: Ich bin Paſtor einer lutheriſchen Negergemeinde von nahezu 400 Seelen. Wenn du zu dieſen Leuten gehen, eine Piſtole zeigen und zu ihnen ſagen würdeſt: Ihr müßt die lutheriſche Kirche verlaſſen oder ich ſchieße, ſo würden ſie antworten: „Schieß!“ Ein Mädchen in New Orleans beſuchte die dortige St. Paulsſchule. Ihr Vater war Prediger in einer Sektenkirche. Durch den Religions⸗ unterricht kam ſie zu der Erkenntnis, daß die lutheriſche Kirche Gottes Wort rein und lauter verkündigt. Sie nahm teil am Konfirmanden⸗ unterricht und wollte ſich konfirmieren laſſen. Ihr Vater erhob Ein⸗ ſpruch dagegen und ſperrte ſie ſchließlich in ein dunkles Zimmer ein und gab ihr weiter nichts als Brot und Waſſer. Dabei ſetzte er ſeine Ver⸗ ſuche fort, ihr zu zeigen, daß die lutheriſche Kirche falſch lehre, um ſie von ihrem Vorhaben abzubringen. Geduldig ließ das Mädchen dieſe Verfolgung über ſich ergehen. Sie wurde ſchließlich freigelaſſen und kniete dann mit den andern Konfirmanden am Tag der Konfirmation am Altar des HErrn nieder und gelobte mit frohem Herzen und freu⸗ digen Lippen lebenslängliche Treue. Sie iſt jetzt eine erwachſene Frau. Nicht nur ſie, ſondern auch ihr Vater und andere Familienglieder ſind gute Glieder unſerer Kirche. In Alabama wurden Zwillingsmädchen — Mary und Sara McCants — konfirmiert. Nach der Konfirmation verließen ſie die Miſſionsſchule — ſie waren bereits 19 Jahre alt — und gingen heim. Ihre Heimat war fünfzehn Meilen entfernt. Dort war die lutheriſche Kirche durchaus unbekannt. Sie hängten ihre Konfirmationsſcheine in der elterlichen Blockhütte auf und zeigten ſie ihren Beſuchern mit ſicht⸗ licher Freude. Falſchgläubige Verwandte und Bekannte verſuchten nun ihr Beſtes, die beiden Mädchen zu bewegen, der lutheriſchen Kirche den Rücken zu kehren. Sie aber blickten auf ihre Konfirmationsſcheine und gedachten ihres Gelübdes und ſtanden feſt. Ja, nach einigen Tagen zimmerten ſie Bänke für eine lutheriſche Sonntagsſchule, die ſie in einer alten, verlaſſenen Blockhütte auf der Plantage eröffneten. Faſt die ganze Verwandtſchaft und Bekanntſchaft der Zwillinge iſt lutheriſch geworden. An einem andern Ort ſtarb der Familienvater. Er und die Seinen waren vor einigen Jahren durch den Dienſt eines unſerer Miſ⸗ ſionare gewonnen worden. Die Witwe iſt nun allein mit dem Haus voll kleiner Kinder. Da kommt die Frau des reichen Plantagenbeſitzers,