# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1922_S32 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 32 Verhandlungen der achtundzwanzigſten Verſammlung Leuten werden euch ſagen, daß die lutheriſchen Neger im großen ganzen die beſten ſind, die wir haben.“ Sie werden von den Weißen ſehr als Dienſtboten begehrt, weil man weiß, daß ſie ehrlich und fleißig ſind. Gott ſei Dank für dieſen ſchönen Ruhm, den unſere ſchwarzen lutheri⸗ ſchen Mitchriſten bei ihren Mitbürgern genießen! Kirchliche Beiträge. Zur Heiligung gehört auch das rechte Geben für Gottes Reich. Wie ſteht es in dieſer Hinſicht bei unſern Negern? Bekanntlich ſind die Schwarzen meiſtens arm, oft blutarm. Wie aber die Witwe im Evan⸗ gelium ihr Scherflein in den Gotteskaſten einlegte, ſo auch unſere armen ſchwarzen Brüder und Schweſtern. Da trägt etwa eine Frau am Sams⸗ tag ein Huhn in die Stadt — vielleicht ihr letztes —, um am nächſten Tag ihre Gabe auf den Kollektenteller legen zu können. Es iſt ganz erfreulich zu ſehen, wie unſere lieben Leute in der Tugend der Frei⸗ gebigkeit für Gottes Reich zunehmen. Vor ſieben Jahren betrugen die kirchlichen Beiträge $5528, letztes Jahr dagegen $30,865. Das be⸗ deutet eine Zunahme von mehr als $25,000! Unter den Gaben unſerer Negerchriſten letztes Jahr befand ſich auch der Ertrag des Vermächtniſſes der ſeligen Ellen Bransford im Betrag von etwa $10,000. Ellen Bransford war eine ehemalige Sklavin. Sie ſchloß ſich unſerer Miſ⸗ ſionsgemeinde in Little Rock, Ark., an. Als ſie vor einigen Jahren ein⸗ ging zur Ruhe des Volkes Gottes, fand es ſich, daß ſie in ihrem Teſta⸗ ment ihr geſamtes Vermögen unſerer Negermiſſion vermacht hatte. Manch einer, der wohl bei der Verabfaſſung ſeines Teſtaments nie an ſeine Kirche gedacht hat, mag wohl geſagt und gefragt haben: „Kann man denn aus einem Neger wirklich einen guten Lutheraner machen?“ — Obwohl nun unſere Negerchriſten einen ſo feinen Fortſchritt in der Freigebigkeit für kirchliche Zwecke gemacht haben, ſo wollen ſie doch jetzt nicht etwa haltmachen. Im Juni hatten ſie ihre erſte Allgemeine Kon⸗ ferenz in New Orleans. Bei dieſer Gelegenheit feierten ſie das fünf⸗ zigjährige Jubiläum der Synodalkonferenz. Im Jubelgottesdienſt legten ſie über $2600 auf den Tiſch, die ſie als Dankopfer mitgebracht hatten. In den Geſchäftsverſammlungen war die Hauptfrage die: Wie können wir es dahin bringen, daß wir immer mehr aufbringen für unſer Miſſionswerk? Einſtimmig und mit Freuden wurde zweierlei be⸗ ſchloſſen: Jede Gemeinde ſolle verſuchen, ihren monatlichen Beitrag an die Miſſionskaſſe um 15 Prozent zu erhöhen; und jede Gemeinde ſolle ferner eine Summe feſtſetzen, die ſie monatlich zum Pfarrgehalt auf⸗ bringen wolle; dieſe Summe ſoll dann der Kaſſierer der Miſſions⸗ kommiſſion abziehen, wenn er den monatlichen Gehalt ausſchickt. Gott gebe ihnen Kraft, dieſe Beſchlüſſe auszuführen! Standhaftigkeit unſerer lutheriſchen Neger. Sind denn die Neger, die ſich unſerer Kirche anſchließen, auch ſtandhaft und treu? Dieſe Frage wird oft geſtellt, zuweilen in einem zweifelnden Ton. Was ſollen und müſſen wir darauf antworten?