# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1922_S31 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1922. 31 begonnen worden war. Als dies Glied ſeine Predigt im Viſitations⸗ gottesdienſt beendigt hatte, riefen ihm die farbigen Zuhörer zu: “Keep on! Keep right on!” So etwas hatte er in ſeiner weißen Gemeinde in St. Louis nie gehört. Er hielt eine zweite Predigt. Als die dann zu Ende war, riefen ſie wieder: “Preach on! If you can stand it, we can, too.” So mußte er zum drittenmal predigen. — Die Kollekte wird in unſern meiſten Negergemeinden etwas anders erhoben als in unſern weißen Gemeinden. Ein Vorſteher tritt vorne hin und ſtellt den Kollektenteller auf einen kleinen Tiſch. Ein Lied wird geſungen. Während des Geſanges treten die Leute hervor und legen ihre Gabe ein. Wenn nötig, gibt der Vorſteher ihnen Kleingeld. — Bei der Abend⸗ mahlsfeier geht es ruhig her. Mit Anſtand und Ehrerbietung treten die Gäſte an den Tiſch des HErrn. Weiße Lutheraner im Süden, die einmal gelegentlich einen Gottesdienſt in der Negermiſſion beſuchen, ſprechen ihre Verwunderung aus über das nette Betragen unſerer Leute. So ſprach neulich ein Beſucher in New Orleans: „Die Neger in der Miſſion ſind ja geradeſo ruhig und geſittet wie unſere deutſchen Ge⸗ meinden, die ich hier geſehen habe.“ Früchte des Wortes. Auch in der Negermiſſion beweiſt das Wort unſers Gottes ſeine Wundermacht. Es wirkt die Wiedergeburt und Heiligung. Auch ganz tiefgefallene Neger ſind durch unſere Diener am Wort neue, andere Menſchen und Chriſten geworden zur großen Verwunderung ihrer Nach⸗ barn. Hunderte, Tauſende von armen Schwarzen hat der Heiland durch unſere Miſſion errettet von der Obrigkeit der Finſternis und hat ſie ver⸗ ſetzt in ſein Gnadenreich, in dem ſie haben die Erlöſung durch ſein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. Wie einſt der Kämmerer aus dem Mohrenland, ziehen ſie nun fröhlich ihre Straße. Durch die Kraft des Heiligen Geiſtes kämpfen ſie auch gegen Teufel, Welt und Fleiſch und wandeln in guten Werken. Das geſchieht freilich, wie bei uns, ſo auch bei ihnen in großer Schwachheit. Und doch gibt es hier freudige über⸗ raſchungen. Einer unſerer weißen Miſſionare erklärte einmal: „Wenn wir unſere ſchwarzen Chriſten in ihren armſeligen Hütten aufgeſucht haben, ſie zu tröſten, haben wir oft ſo ſtarken Glauben, ſolche Geduld und gewiſſe Hoffnung göttlicher Gnade bei ihnen gefunden, daß wir be⸗ ſchämt und getröſtet von ihnen gegangen ſind, Gott innig dankend, der ſolche ſelige Frucht auf unſere ſchwache Arbeit gelegt hat.“ Auch die⸗ jenigen, die draußen ſind, merken es, daß es in der lutheriſchen Neger⸗ kirche anders iſt als in andern Negerkirchen. Eine Frau in Alabama erklärte vor nicht langer Zeit: „Ich möchte mich auch wohl der lutheri⸗ ſchen Kirche gliedlich anſchließen; aber in dieſer Kirche kann ich nicht genug ſündigen.“ Ein ſüdlicher Geſchäftsmann, der viel geſchäftlichen Verkehr mit Schwarzen hat, ſagte einmal dem Schreiber gegenüber: „Wenn alle Neger wären wie die lutheriſchen, ſo wären ſie all right.“ Ein ſüdliches Blatt ſchrieb vor einigen Jahren: „Viele von unſern