# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1922_S29 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1922. 29 iſt Gottes Wort, wovon der Apoſtel ſagt, daß es unterweiſt zur Selig⸗ keit, daß es nütze iſt zur Lehre, zur Strafe, zur Beſſerung, zur Züchti⸗ gung in der Gerechtigkeit, daß ein Menſch Gottes ſei vollkommen, zu allem guten Werk geſchickt. Es kommt nur ganz vereinzelt vor, daß Eltern das Anſinnen ſtellen, daß ihre Kinder vom Religionsunterricht entbunden ſein ſollen. In der Regel machen die Kinder gern mit. Wenn Schreiber dieſes bei ſeinen amtlichen Beſuchen die Kinder fragt, was denn wohl das Beſte ſei, was ſie in der lutheriſchen Schule lernen, lautet die Antwort: „Der Katechismus“ — „Die Bibliſche Geſchichte“ — „Gottes Wort.“ Nur einmal ſagte ein ganz kleiner Knirps: “De Fu'st Readah.” Der Lehrer erklärte mir dieſe Antwort, indem er ſagte, der kleine Junge ſei gerade in den First Reader verſetzt worden. In Plaquemine, La., war unſere Miſſionsſchule erſt vor vier Monaten er⸗ öffnet worden, als ich ſie viſitierte. Zwei Knaben trugen mein Gepäck, als ich zum Bahnhof ging. Wir kamen an der ſtädtiſchen Schule für Negerkinder vorbei. Es war ein anſehnliches Gebäude, während unſere Schule in einem alten, verfallenen Plantagenhaus an der Stadtgrenze ihre Heimat hatte. Drei Lehrer unterrichteten etwa hundert Kinder, während wir nur einen Lehrer für hundert Schüler hatten. Und doch ſagten die beiden Knaben im Vorbeigehen bei jener Schule: Die lutheriſche Schule iſt die beſte in der Stadt. Da lernen wir Gottes Wort. Die Schule wird mit Geſang und Gebet eröffnet und geſchloſſen. Mittels des Wortes Gottes werden die Schüler auferzogen in der Zucht und Vermahnung zum HErrn. Und wer etwa eine Schule ſehen möchte, in der ganz ausgezeichnete chriſtliche Disziplin herrſcht, der beſuche ein⸗ mal Lehrer Seeberrys Klaſſe in der St. Paulsſchule zu New Orleans. Gerade auch durch ihre gute Zucht und Ordnung haben unſere Miſſions⸗ ſchulen einen guten Ruf bekommen. Trotz des Schulgeldes laſſen daher viele Eltern ihre Kinder an der öffentlichen Freiſchule vorbeigehen zur lutheriſchen Schule. Welch einen Segen bringen dieſe Kinder mit in die Häuſer und Familien, wenn ſie ihre lutheriſchen Lieder ſingen, ihren Katechismus und ihre bibliſche Geſchichte laut lernen und herſagen! Wie manches Samenkorn göttlichen Wortes fällt da in die Herzen der Eltern und anderer Hausgenoſſen! Den Katechismus müſſen die Kinder genau lernen und fließend herſagen können. Neueintretende Schüler machen zuerſt natürlich auch Fehler. So ſagte zum Beiſpiel ein neuer Schüler, ein großer Knabe, die Erklärung des erſten Artikels ſo her: “I believe that God has made me and all — preachers.” Vor einigen Jahren traf ich in einer unſerer Landſchulen in North Carolina ein kleines ſieben⸗ jähriges Mädchen, das alle ſechs Hauptſtücke und ſogar die Chriſtlichen Frageſtücke fein und fließend herſagen konnte. Natürlich lernen ſie auch unſere lieblichen lutheriſchen Lieder und ſingen ſie gern daheim und auf der Straße beim Spiel und bei der Arbeit. Kommt da unten in Dixie ein ſchwarzer lutheriſcher bootblack die Straße entlang und ſingt fröh⸗ lich ein Lied nach dem andern: “Come, Follow Me, the Savior Spake”,