# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1922_S27 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1922. 27 gewonnene Seelen in Pflege hatten. Vier Jahre ſpäter (1891) führte der HErr der Ernte die Negermiſſion nach North Carolina. Das Werk nahm nun einen erfreulichen Aufſchwung. Zu Ende des zwanzigſten Jahres gab es an 18 Orten 1400 getaufte Glieder oder Seelen und zu Ende des dreißigſten Jahres an 30 Orten 1900 Seelen. Dann ging es etwa ſieben Jahre etwas langſam voran. Infolge des Collegebaues zu Greensboro ſeufzte nämlich die Miſſionskaſſe unter einer großen Schuldenlaſt. Gott half dieſe Schuld nicht nur abtragen, ſondern öffnete ums Ende 1915 ganz unerwartet eine weite Tür zu einem neuen, hoffnungsvollen Feld im Schwarzen Gürtel Alabamas. Dort haben unſere lieben Miſſionare binnen ſechs Jahren das helle Licht des Evangeliums immer weiter hineintragen dürfen in die Finſternis der Sünde, des Aberglaubens und Unglaubens, und das von ihnen ver⸗ kündigte Evangelium hat durch des Heiligen Geiſtes Gnade Hunderte und aber Hunderte von armen Schwarzen erleuchtet zum ewigen Leben. In der erſten Hälfte des gegenwärtigen Jahres haben ſie durch die heilige Taufe und durch die Konfirmation gegen 200 Seelen in die lutheriſche Kirche aufgenommen. Obwohl bereits an 17 Orten Ge⸗ meinden und Predigtplätze (2) beſtehen, ſo iſt doch nur die Oberfläche dieſes Miſſionsfeldes erſt berührt worden. Es iſt ein großes, hoff⸗ nungsvolles Feld. „Bittet den HErrn der Ernte, daß er Arbeiter in ſeine Ernte ſende!“ Gerade auch durch die Arbeit auf dem Alabama⸗ Feld hat die Miſſion in den letzten ſechs Jahren die ungeahnte Zunahme von mehr als 1350 Seelen erfahren. Die Seelenzahl beträgt zur⸗ zeit 3725. Laut des letzten Zenſus wohnen 10,463,013 Neger in den Ver⸗ einigten Staaten. Zehntauſende, Hunderttauſende von dieſen ſind kirchlos und ſitzen in Finſternis und im Schatten des Todes. Unzählige von denen, die zwar zu einer Kirche gehören, wiſſen trotzdem nichts von der Gnade Gottes in Chriſto JEſu. Von dieſer Gnade wird ihnen nichts gepredigt. Statt deſſen predigen ihnen ihre oft unwiſſenden und unſittlichen „Prediger“ ihre eigenen Träume. Es iſt faſt unglaublich, was da alles im Namen der chriſtlichen Religion geleiſtet wird. Sie kümmern ſich nicht um das Seelenheil ihrer Zuhörer. Ihr Hauptziel iſt, den Leuten Geld aus den Taſchen zu klopfen. Sie ſind zumeiſt blinde Blindenleiter. Die meiſten von ihnen haben nie auf einer Pre⸗ digeranſtalt ſtudiert. Viele haben nicht einmal eine gewöhnliche Schule beſucht und können weder leſen noch ſchreiben. Aber ſchreien und brüllen können ſie wie die bibliſchen Ochſen zu Baſan. Hirte und Herde leben nicht ſelten in ganz offenbaren Schanden und Laſtern. Es iſt zum Erbarmen. Daß wir nicht übertreiben, mag eine Ausſprache einer kompetenten und unparteiiſchen Perſon dartun. Der bekannte Negerführer Booker T. Waſhington (geſtorben 1915) ſagt: „Drei Viertel der Baptiſten⸗ und zwei Drittel der Methodiſten⸗ Negerprediger ſind weder in geiſtiger noch moraliſcher Beziehung fähig, andern das Evangelium zu predigen oder andern ein Führer zu ſein.