# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1922_S26 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 26 Verhandlungen der achtundzwanzigſten Verſammlung In dieſem Jubeljahr gedenken wir der mancherlei Wohltaten, die der gütige Gott und Vater im Himmel unſern Vätern, uns und unſern Kindern erwieſen hat und noch erweiſt durch dieſe ihm wohlgefällige kirchliche Vereinigung, und danken ihm mit Herzen, Mund und Händen. Hierbei gedenken wir auch ganz beſonders des großen und unverdienten Segens, den er auf die Hauptarbeit der Synodalkonferenz in den letzten fünfundvierzig Jahren gelegt hat: auf die Negermiſſion. Auf ihrer ſechſten Verſammlung, die in der Emanuelskirche zu Fort Wayne, Ind., im Jahre 1877 gehalten wurde, beſchloſſen die Delegaten einſtimmig und mit Begeiſterung, „eine Heidenmiſſion, und zwar für jetzt unter den heidniſchen oder doch religiös verwahrloſten und verlaſſenen Negern dieſes Landes, anzufangen und zu betreiben“. Durch Gottes Segen und Gedeihen iſt das Samenkorn, das damals gepflanzt wurde, zu einem großen Baum herangewachſen, der ſeine Zweige ausbreitet über elf verſchiedene Staaten der Union. Der Anfang der Negermiſſion war zwar unſcheinbar und gering. Das iſt ja die Weiſe im Reich Gottes. Die Synodalkonferenz ſetzte eine Kommiſſion oder Behörde zur Leitung des Werkes ein. Dieſe Kom⸗ miſſion beſtand aus P. J. F. Bünger, P. C. F. W. Sapper und Herrn J. Umbach, ſämtlich in St. Louis wohnhaft. Die Behörde berief noch in demſelben Jahr (1877) den erſten Miſſionar, J. F. Döſcher. Er wurde im Oktober bei Gelegenheit der Synode des Weſtlichen Diſtrikts der Miſſouriſynode zu Altenburg, Perry County, Mo., feierlich abge⸗ ordnet. Die ihm zunächſt geſtellte Aufgabe war, paſſende Miſſions⸗ plätze im Süden zu finden. Seine Reiſe führte ihn nach Memphis, Little Rock, Miſſiſſippi, Louiſiana, Alabama, Georgia und Florida. In Little Rock gründete er den erſten Miſſionspoſten. Zu Oſtern des fol⸗ genden Jahres (1878) kam der junge Predigtamtskandidat Friedrich Berg als erſter ſeßhafter Miſſionar nach Little Rock und organiſierte im Juli unſere erſte Negergemeinde. Sie beſteht heute noch. Auch in New Orleans gründete Döſcher einen Miſſionspoſten, nämlich in dem alten, baufälligen und verlaſſenen Sailors' Home in der Nähe des Miſſiſſippi. So entſtand unſere Mount Zionsgemeinde in New Orleans. Das geiſtliche Elend der Neger, das Döſcher in Little Rock, New Orleans uſw. fand, ſpottete aller Beſchreibung. Die armen Schwarzen waren zwar vor etwa einem Jahrzehnt von der leiblichen Sklaverei frei geworden, aber die meiſten von ihnen ſchmachteten noch in der viel ſchrecklicheren Knechtſchaft der Sünde und wußten nichts von der großen goldenen Freiheit, die Chriſtus durch ſein Leben, Leiden und Sterben allen Menſchen erworben hat, ſie ſeien weiß, rot, gelb oder ſchwarz. Auch hier mußte man ſingen und ſagen: Die armen Heiden jammern mich, Denn groß iſt ihre Not; Ach lieber Gott, erbarme dich! Sie ſind in Sünden tot. Sie kennen auch den Heiland nicht, Der ihre Sünden trug; Sie leben ohne Troſt und Licht Und liegen unterm Fluch. [Die beiden Strophen ſind nebeneinander geſetzt gedruckt.] Zu Ende der erſten zehn Jahre (1887) ſtanden drei Miſſionare im Dienſt der Negermiſſion, die auf fünf Miſſionsſtationen etwa 300