# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1922_S23 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1922. 23 Dieſe allgemeinen Fehler, ihre Macht über uns und ihren verderb⸗ lichen Einfluß auf unſere Sache müſſen wir bußfertig abtun. Da finden ſich auch Fehler, die ſpeziell das Schulweſen betreffen. Der Kern aller dieſer Fehler mag darin liegen, daß mir bei der Schule die Form leicht wichtiger wird als das Weſen. Daraus erwächſt bei mir manchmal ein übermäßiger Eifer, in geſetzlicher Weiſe die Ge⸗ meindeſchule zu betonen, manchmal eine gewiſſe Trägheit, daß ich die Schule gleichſam als ein notwendiges übel anſehe. Daraus kommt es dann auch, daß mir die öffentliche Schule mit ihrer großartigen Glie⸗ derung, mit ihrem bis ins einzelnſte ausgearbeiteten Lehrplan uſw. faſt für muſtergültiges Ideal erſcheinen will. Daraus erwächſt es dann weiter, daß ich mit der öffentlichen Schule in Wettbewerb trete oder ihre Anerkennung ſuche. Daraus fließt ferner, daß ich ihre Erziehungs⸗ methoden nachahme, daß ich den Religionsunterricht faſt als Laſt empfinde, daß ich ihn mechaniſch treibe, daß er, ſtatt für die ganze Arbeit den Geiſt zu beſtimmen, zum Fachunterricht herabgewürdigt wird. Mit dieſen und dergleichen Anfechtungen habe ich viel zu kämpfen; ſie haben mich vielfach müde gemacht und meine Arbeit gelähmt. Und wie mir ſcheint, bin ich in dieſem Stück auch nur ein Kind meiner Zeit. Die ganze Luft ſcheint förmlich mit derartigen Anſichten geſchwängert zu ſein. Das muß daher der erſte, der Hauptſieg ſein, daß wir unſere Fehler bußfertig erkennen und überwinden. Zu dem Siege, der unſerer Zeugenarbeit entſpricht, gehört es ſo⸗ dann, daß wir mit neuem Eifer für unſere Schule erfüllt werden. Da gibt es noch viel zu tun. Sehen wir unſere Schulgebäude an; ſie ſind oft nicht in einem ſolchen Zuſtande, wie ſie es ſein ſollten. Nicht nur in armen Gemeinden, die nur mit äußerſter Anſtrengung ihre jetzige Schule erhalten, iſt dies der Fall, ſondern auch in wohlhaben⸗ deren. Die Ausſtattung der Schulen mit Lehr⸗ und Unterrichtsmitteln könnte wohl überall viel beſſer ſein, als ſie iſt. Es befinden ſich immer noch nicht alle Kinder unſerer eigenen Gemeinden in unſern Gemeinde⸗ ſchulen. Es könnten viele fremde Kinder gewonnen werden. Von Synode wegen ſtellt man wohl gerne Reiſeprediger an, aber in der An⸗ ſtellung von Lehrern an Miſſionsgemeinden könnte noch viel mehr ge⸗ ſchehen. Es fehlt auch noch ſehr an geeigneten Lehrkräften; wie lange müſſen oft Gemeinden berufen, bis es ihnen endlich gelingt, eine Vakanz in ihrer Schule zu füllen! Und wenn wir mit neuem Eifer ans Schul⸗ werk gehen, werden wir in Zukunft eher mehr als weniger Lehrer be⸗ nötigen als bisher. Unſere Lehrerſeminare ſind nicht ſo ausgeſtattet, weder mit Lehrkräften noch mit Lehrmitteln, wie ſie ſein ſollten. überall, wo wir auch hinblicken mögen, findet der Eifer für die Schule reichlich Gelegenheit, ſich zu betätigen. Solchen Eifer wollen wir nicht darum beweiſen, daß wir vor der Welt mit großartigen Leiſtungen paradieren können. Dann wäre der ſcheinbare Sieg eine vernichtende Niederlage. Den Eifer wollen wir auch nicht in der Meinung beweiſen, als ob wir dann vor den Angriffen