# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1922_S21 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1922. 21 wußten gar nicht, um was es ſich eigentlich handelte. Ehe ſie ihre Rede⸗ touren antraten, mußten ſie ſich erſt von unſern Kirchenbeamten die nötige Information holen, damit ſie nicht etwa für eine Sache ein⸗ träten, gegen die ihre Partei doch Stellung genommen hatte. So hat Gott je und je, wenn die Stunde ſeiner Macht geſchlagen hatte, ſolche Siege verliehen. Wir ſollen uns ihrer freuen und ihm dafür danken. Es mag ſein, daß uns auch jetzt Gott noch einmal durch einen ſolch unverdienten Sieg eine Ruhepauſe zur Entwicklung unſers Schulweſens geben will. Mancherlei Anzeichen ſcheinen darauf hinzudeuten. Der jetzige Schulkampf kam zum Ausbruch, als während des Krieges die Ge⸗ müter aufs höchſte erregt waren und man nicht ruhig erwägen und urteilen konnte. Die Feindſchaft war ſchon lange dageweſen, hatte ſich aber nicht offen hervorgewagt. Nun aber erſah ſie ſich eine günſtige Ge⸗ legenheit, unter dem Deckmantel des Patriotismus der chriſtlichen Schule den Todesſtoß zu verſetzen. Der Kriegsenthuſiasmus iſt verrauſcht, der Katzenjammer hat eingeſetzt. Da iſt es nicht eben populär, noch viel mit dem Kriegsgerippe zu klappern. Dazu kommt noch dies: Die Gegner unſerer Schule erwieſen ſich auch in anderer Beziehung als engherzige Leute, die alte Gewohnheiten mit Gewalt auszurotten und die perſön⸗ liche Freiheit auf ein Mindeſtmaß zu reduzieren ſuchten. Während des Krieges wagte ſo recht niemand, ihnen entgegenzutreten, jetzt aber regt man ſich. Die Leute werden diskreditiert, und dadurch verliert auch ihr Angriff auf unſere Schule ein gut Teil ſeiner Stoßkraft. Es bereitet ſich überhaupt, wie es ſcheint, im ganzen Lande ein politiſcher Um⸗ ſchwung vor, oder vielmehr, die Kräfte, die vor zwei Jahren in der Präſidentſchaftswahl mit blindem Eifer drauflosſchlugen in der naiven Annahme, daß die Gewählten den Sinn verſtehen würden, ſchlagen jetzt mit etwas ſorgfältigerer Auswahl auf die, die ſie für Feinde des ge⸗ wöhnlichen Volkes halten. Das mag unſerer Schule zugute kommen. Im ganzen iſt die politiſche, ſoziale und ökonomiſche Lage im Lande eine recht erregte und hält die beſtellten Führer beſtändig in Atem, ſo daß ſie weniger Zeit finden, Vorſtöße gegen unſere Schule zu planen und aus⸗ zuführen. So ſehr uns auch dieſe allgemeinen Leiden, die über das ganze Land gehen, mitbetreffen, und ſo brünſtig wir auch um Abwen⸗ dung und Linderung bitten und an unſerm Teil dahin arbeiten, ſo mögen ſie doch in Gottes Hand die Mittel ſein, uns im Schulkampf einen Sieg ſeiner Macht zu verleihen. Auf etwas anderes ſei in dieſer Verbindung noch hingewieſen. Be⸗ ſonders durch Herrn Bryan iſt die Frage des Darwinismus in jüngſter Zeit in unſerm Lande aufgerollt worden. Was die ſchließlichen Reſul⸗ tate ſein werden, läßt ſich nicht vorausſagen. Eins aber hat die Be⸗ wegung bewirkt: ſie hat klar gezeigt, welcher Geiſt in den öffentlichen Lehranſtalten des Landes weht. Dadurch mögen viele aufgerüttelt werden, daß ſie einigermaßen verſtehen lernen, warum wir unſere Kin⸗ der der öffentlichen Schule nicht anvertrauen wollen. So ſcheint manches darauf hinzudeuten, daß uns Gott noch ein⸗