# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1922_S20 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 20 Verhandlungen der achtundzwanzigſten Verſammlung wer ihnen Raum gibt, verderbt damit den Schulkampf. Wem ein ſolcher Sieg vorſchwebt, wird ganz naturgemäß auch ſeinen Kampf da⸗ nach einrichten, daß er ihn erringe. Und wenn die Wahrſcheinlichkeit eines ſolchen Sieges ſchwindet, wird er ſich zu einem mehr oder weniger geſchickten ſtrategiſchen Rückzug entſchließen, um zu retten, was noch zu retten iſt. Beides, eine ſolche Kampfesweiſe und ein ſolcher Rückzug, bedeutet eine Niederlage, da es nicht aus der Art eines Zeugen JEſu fließt. Aber iſt es denn etwas Unrechtes, wenn Gegner unſer Schulweſen erkennen, wenn ſie merken, daß ſie ſich bisher ein ganz verkehrtes Bild davon gemacht haben, wenn ſie nun ihren Irrtum eingeſtehen und unſern Schulen eine gewiſſe Anerkennung und Bewunderung zollen? Iſt es unrecht, wenn die Feinde merken, daß ſie um ihrer eigenen politiſchen Zukunft willen die Schulfrage in Ruhe laſſen müſſen? Iſt es unrecht, wenn wir uns eines ſolchen Sieges über unſere Feinde freuen? Oder iſt es unrecht, wenn wir einen ſolchen Sieg anſtreben? Dann müßten wir unſere Väter verdammen, die vor mehr als dreißig Jahren, beſonders in Wisconſin und Illinois, einen derartigen Schul⸗ kampf geführt haben. Dann müßten wir ein irdiſches Gut, das uns Gott in dieſem Lande gegeben hat, das allgemeine Stimmrecht, undank⸗ bar verkennen. Aber wir ſollen nicht wähnen, daß das der eigentliche vom Heiland uns verheißene Sieg ſei, dem wir alle Aufmerkſamkeit ſchenken müßten. Einen ſolchen Sieg hat uns der Heiland nirgends verheißen. Er wies ſeine Jünger jedesmal energiſch zurecht, wenn ſie von ſolchen Siegen träumten. Zuletzt noch, im Augenblick ſeiner Himmelfahrt, ſagt er: „Es gebühret euch nicht, zu wiſſen Zeit oder Stunde, welche der Vater ſeiner Macht vorbehalten hat“, Apoſt. 1, 7. Gott hat je und je ſeiner Kirche ſolche Siege gegeben. Man denke z. B. daran, wie er Abraham als künftigen Beſitzer und eigentlichen Herrn Kanaans dadurch vor aller Welt öffentlich dokumentierte, daß er ihm den glänzenden Sieg über die verbündeten Könige des Oſtens ver⸗ lieh, 1 Moſ. 14. Es mag auch infolge davon mancher der Predigt Abrahams willigeres Gehör geſchenkt haben. Oder man denke an die Zeit der Reformation, da Karl V. durch die Weltpolitik, durch ſeine Reibungen mit König Franz von Frankreich und durch die Behelligungen ſeitens der Türken immer wieder daran gehindert wurde, energiſchere Maßregeln zur Unterdrückung der Reformation zu ergreifen. Oder man denke an unſere eigenen Schulkämpfe gegen Ende der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Damals waren es die Republikaner, die den beiden Staaten Wisconſin und Illinois das Bennett⸗, reſpektive das Edwards⸗Geſetz aufhalſten. Als ſich ſodann ein Sturm der Ent⸗ rüſtung in den Kirchenkreiſen erhob, die eigene Parochialſchulen unter⸗ hielten, erſahen die Demokraten eine günſtige Gelegenheit, daraus politiſches Kapital zu ſchlagen und ſich von dieſer Woge in die Ämter tragen zu laſſen, die ihnen lange Jahre verſagt geweſen waren. Viele