# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1922_S17 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1922. 17 wartet er darauf von uns, daß wir ihn täglich aufs neue in ſeinem Wort und Sakrament erleben und erfahren. „Schaffet, daß ihr ſelig werdet, mit Furcht und Zittern! Denn Gott iſt's, der in euch wirket beide das Wollen und das Vollbringen nach ſeinem Wohlgefallen“, Phil. 2, 12. 13. „Darum, liebe Brüder, tut deſto mehr Fleiß, euren Beruf und Erwählung feſt zu machen“, 2 Petr. 1, 10. Zeugen will der HErr JEſus in der Welt haben. Was das Erlebnis iſt, das wir bezeugen ſollen, iſt aus dem an⸗ fangs Geſagten klar. Es iſt das Großartigſte, das einem Menſchen widerfahren kann, daß nämlich ſein ganzes Herz und Gemüt von Grund auf umgewandelt wird, daß er neugeboren, ein neuer Menſch wird, der durch dieſe Umwandlung den Frieden Gottes erfahren hat und täglich aufs neue erfährt. Darin liegt mancherlei, das im einzelnen zu betrachten uns jetzt zu weit führen würde. Nur zwei Stücke wollen wir zunächſt ein wenig näher ins Auge faſſen. Einmal iſt damit dieſes gegeben, daß man uns nicht erſt zur Ablegung unſers Zeugniſſes drängen und treiben muß. Mit dem Erlebnis iſt uns die Zeugenart gegeben. Das Zeugen wächſt unmittelbar aus unſerer neuen Natur hervor. Dadurch unterſcheidet ſich unſer Zeugen von manchem andern Zeugnis. Mancher hat etwas erlebt, aber er mag nicht davon reden. Will man ein Zeugnis von ihm haben, ſo muß man förmlich Gewalt anwenden. Das Erlebnis, das wir gehabt haben, iſt derart, daß wir nicht allein mit Freuden davon zeugen, daß es ſelbſt zum Zeugen treibt, daß es verſchwindet, ſobald wir aufhören, davon zu zeugen. Ohne daß man uns auffordern oder gar nötigen muß, zwingt uns das Erlebnis ſelbſt zum Zeugnis. Ja, wenn man uns das Zeugnis verbieten will, iſt unſere Antwort mit Petrus und Johannes: „Wir können's ja nicht laſſen, daß wir nicht reden ſollten, was wir geſehen und gehöret haben“, Apoſt. 4, 20. Mit dem Erlebnis iſt zum andern auch die Art des Zeugniſſes ge⸗ geben. Die meiſten unſerer Erlebniſſe ſind derart, daß ſie außer uns geſchehen, unſer Zeugnis von ihnen beſchränkt ſich daher naturgemäß auf Worte; wir reden von ihnen. Das Erlebnis aber, da wir gläubig werden, iſt das Allerinnerlichſte, was ſich denken läßt. Dazu bringt dieſes Erlebnis eine gänzliche Umwandlung unſerer Geſinnung mit ſich. Es liegt deshalb in ſeiner Art, daß unſer ganzes Leben von ihm Zeug⸗ nis gibt. Das Leben, das doch aus dem Herzen fließt und die äußere Darſtellung der Herzensgeſinnung iſt, geſtaltet ſich naturgemäß im Ein⸗ klang mit der Grundſtimmung des Herzens. Und da nun Chriſtus durch den Glauben in unſerm Herzen wohnt, ſo muß auch in unſerm Leben Chriſtus zur Darſtellung kommen. Chriſtus wird in uns Geſtalt gewinnen; wir werden wandelnde Ebenbilder Chriſti ſein. Zeugen Chriſti ſind wir. Zeugen Chriſti ſind wir in allem, was wir tun. Wenn wir eſſen oder trinken, oder wenn wir nicht eſſen, nicht trinken, ſo tun wir es als Zeugen Chriſti zur Ehre Gottes. Zeugen