# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1922_S12 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 12 Verhandlungen der achtundzwanzigſten Verſammlung IV. Den Kampf um unſere Schule werden wir nur dann richtig führen, wenn wir uns deſſen lebendig bewußt bleiben, daß der Heiland uns zu ſeinen Zeugen berufen hat. Unſere Gründung und Erhaltung von chriſtlichen Schulen, unſere Arbeit in unſern Schulen iſt nur eine Form, in der wir unſere Zeugen⸗ tätigkeit verrichten. Sobald wir das aus dem Auge verlieren, oder ſo⸗ bald wir dieſes Motiv mit andern vermiſchen laſſen, iſt unſere Arbeit in der Schule nicht mehr von der rechten Art. Zeugen unſers Heilandes ſollen wir ſein in allem, was wir unternehmen. Ein jeder fühlt es wohl ohne weiteres, daß uns der Heiland etwas Großes ſagt, wenn er ſpricht: „Ihr werdet meine Zeugen ſein.“ Wozu braucht der Heiland Zeugen in der Welt? Wenn wir auf ſeine Natur ſehen, daß er Gottes Sohn iſt, müſſen wir je ſagen, daß er keines Zeugen bedarf. Und ſollte er als Heiland eines Zeugen bedürfen? Sollte es nicht genügen, daß der Welt die Kunde von ſeinem Erlöſungswerk mitgeteilt wird? Sollte ſie, die im Tode liegt, dieſer Botſchaft nicht ohne weiteres zufallen? Sollte man nicht erwarten, daß die Kunde von der geſchehenen Erlöſung ſich wie ein Lauffeuer verbreite? Was bedarf der Heiland da weiter Zeugen? Doch er ernennt uns dazu. Was will er damit ſagen? Wir müſſen je bekennen, daß wir von Natur nicht zu Zeugen JEſu taugen. Von Natur treten wir immer für das gerade Gegenteil von dem ein, was unſer Heiland vertritt. Das ganze Leben unſers Heilandes hatte nur ein Ziel: Sünder ſelig zu machen. Was verſtehen nun die Menſchen unter Seligkeit? Wir brauchen noch gar nicht einmal ſolche Leute in Betracht zu ziehen, die wie der verlorne Sohn im Huren und Praſſen ihre Seligkeit ſuchen. Von ehrbaren Menſchen wird ihr Treiben verworfen. Aber von den meiſten Menſchen wird doch als weſentlich zur Seligkeit dieſes gerechnet, daß wir geſund und frei von Schmerzen ſind, daß wir hinreichend Nahrung und Kleidung haben. Wo dieſes fehle oder nur ungenügend vorhanden ſei, da könne man von Glück und Seligkeit nicht reden. Andere, die etwas vornehmer ſein wollen, ſuchen die Seligkeit in den feineren Genüſſen dieſes Lebens. Sie treiben daher mit Fleiß die Wiſſenſchaften. Sie ſuchen in die tiefſten Geheimniſſe der Natur, der Geſchichte, der Philoſophie einzudringen, und meinen, nur dann könne man glücklich und zufrieden ſein, wenn man klug ſei und aller Rätſel Löſung gefunden habe. Darin werde man aber auch gewiß ſelig ſein. — Oder ſie geben ſich der Pflege der Kunſt hin. Sie freuen ſich, wenn Redner oder Dichter erhabene Wahrheiten in erhabener Sprache zum Ausdruck bringen; wenn Bildhauer oder Maler großartige Objekte in vollendeter Schönheit darſtellen; wenn Muſiker alle Gefühle, deren die menſchliche Seele fähig iſt, in ſchmelzenden Melodien, in gewaltigen Harmonien zum Ausdruck bringen und ähnliche im Hörer hervorrufen. Andern iſt Seligkeit ohne Macht nicht denkbar. Perſönlich wollen