# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1858_S384 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 384 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. Frankfurt zu halten. Es mehrt sich dabei jährlich unsere Zahl, ein gewiß hocherfreulicher Beweis des gesegneten Fortgangs unsrer Kirche.“ (Kirchenbl.) Rostock. Für die durch das Ausscheiden Prof. Baumgarten's erledigte ordentliche Professur an der Universität zu Rostock ist der Licentiat und Privatdocent der Theologie Bachmann an der Universität zu Berlin berufen worden. Derselbe hat den Ruf angenommen. Er ist ein Sohn des Consistorialraths Bachmann daselbst und bereits durch mehrere schriftstellerische Arbeiten auf dem Gebiete der alttestamentlichen theologischen Wissenschaft rühmlichst bekannt. Seine neueste Schrift führt den Titel: „Die Festgesetze des Pentateuchs, aufs neue kritisch untersucht von Johannes Bachmann. Berlin, Verlag von W. Schulze. 1858.“ (Nordd. Corr.) Gießen. Baumgarten sollte nach Gießen an Credners Stelle. Das wäre für Gießen, falls er nicht abgelehnt hätte, eine wesentliche Verbesserung; denn mag sich auch B. sein besonderes Theil aus der Bibel herauslesen, er kennt doch eine göttliche Offenbarung, die nicht aus eigener Vernunft noch Kraft ist. Diese Berufung ist aber von einer andern Seite geeignet, unsere Lage aufzuklären. Baumgarten, in Meklenburg vom Amte entfernt, findet im großherzoglichen Hessen wieder eine Anstellung. Das ist nicht der erste Fall dieser Art. Steinacker hat seines Unglaubens wegen Hannover räumen müssen und findet eine Anstellung als Pastor im herzoglichen Sachsen, wo er Liszt besingt, als wäre er der Herr Christus selbst. Noch in diesem Jahre ist Liegel als Hofprediger nach Koburg berufen, wiewohl er in Hannover aus kanonischen Gründen, den Wandel betreffend, aus der Liste der Candidaten gestrichen war. Hier geht Regiment wider Regiment. Noch großartiger wird dieser Gegenkampf im Herzogthum Gotha getrieben, wo man zu Dutzenden die Ehepaare einsegnet, deren Verbindung der preußische Oberkirchenrath für ehebrecherisch erklärt. Ein paar Fälle für viele. Alle diese Kirchenregierungen, die sich in wichtigen Thatsachen und Grundsätzen offen bekämpfen, schicken nach Eisenach oder Dresden ihre Abgeordneten, um durch ein gemeinsames Handeln eine Einheit der evangelischen Kirche Deutschlands herzustellen und darzustellen. Heißt das nicht mit einem Siebe Wasser schöpfen? Unsere Zeit wills nicht glauben, daß alle Einheit Schein, und alles Bauen vergebens ist, so lange die Einheit in der Lehre und den festen kirchlichen Grundlagen fehlt. Was bei der vielen Mühe und Arbeit herauskommt, ist armes Werk, das mit Undank oder gar mit Spott lohnt. (Neues Zeitbl.) Brömel wider Baumgarten. Der Freimund schreibt: In der Baumgarten'schen Sache hat der Superintendent des Herzogthums Lauenburg, Consistorialassessor und Pastor A. Brömel „ein neues Votum“ unter der Aufschrift: „Herr Prof. Dr. v. Hofmann und die Actenstücke, die Amtsentlassung des Professors der Theologie Dr. Baumgarten in Rostock betreffend“, mit dem Motto: „Eines Mannes Red, eine halbe Red: Man verhör sie alle beed“ — bei Schlawitz in Berlin (1858 gr. 8. 34 S. Pr. 27 kr.) ausgehen lassen. Darin weist er in ruhiger, aber kräftiger Weise nach, daß Dr. von Hofmann, als ein Gesinnungsverwandter Baumgarten's, dessen Vertheidigung eben nicht in der offensten Weise geführt, indem er Citate aus Baumgarten's Schrift theils da abgebrochen, wo der Irrthum Baumgarten's offen hervortrat, theils solche offenbar irrthümliche Stellen zu citiren geflissentlich unterlassen, theils Baumgarten's Ausdrücke wider den Zusammenhang günstig ausgebeutet habe. Dabei macht er zugleich offenbar, daß Baumgarten enthusiastische, antinomistische, katholisirende Gedanken (letztere namentlich in der Rechtfertigungslehre) hege und eine bittere Verachtung der Bekenntnißschriften zur Schau getragen habe. Es wird aber auch durch diese Schrift offenbar, daß diese Irrthümer alle schon im „Sacharja“ des Dr. Baumgarten vorkommen, den er bereits im J. 1854—55 geschrieben. Auch wird das gegen Baumgarten im einzelnen beobachtete Verfahren durch diese Schrift nicht in ein anderes Licht gestellt, da dies ganz außer dem Zweck derselben lag. Jedenfalls aber ist's lohnend, auch „diese andre Red“ zu hören. * * *