# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1922_S6 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 6 Verhandlungen der achtundzwanzigſten Verſammlung 10, 20. Und von Verbindungen und gemeinſchaftlichen Unternehmungen ſeitens der „Kirchen" ſagt der heilige Apoſtel: „Ich ermahne euch, liebe Brüder, daß ihr aufſehet auf die, die da Zertrennung und Ärgernis an⸗ richten neben der Lehre, die ihr gelernet habt, und weichet von den⸗ ſelbigen!" Röm. 16, 17. Von aller ſolcher Gemeinſchaft gilt das ernſte „Sehet euch vor!" unſers Heilandes, Matth. 7, 15. Wie ſteht es nun mit unſerer Synodalkonferenz? Liebe Brüder, wir wiſſen aus Gottes heiligem Wort, daß ſie eine von Gott gegebene Gemeinſchaft iſt, an der darum Gott Wohlgefallen hat, und über die wir uns als Gotteskinder nur freuen dürfen. Denn ſie iſt gegründet und ſteht vom erſten Tage an bisher in der von Gott ſelbſt gegebenen Einigkeit des Glaubens. Iſt es doch Gottes Geiſt, der den Glauben, den niemand aus eigener Vernunft noch Kraft haben kann, in unſern Herzen wirkt und erhält. Dieſen alleinſeligmachenden Glauben an Chriſtum, unſern Heiland, hat der Heilige Geiſt in dir, mein lieber Mitchriſt, und in mir wie in ungezählten Menſchenherzen geſchaffen. Und dieſer rechte einige Glaube iſt das heilige Band, mit dem Gott ſelbſt uns und alle Chriſten in der Welt zu der Gemeinſchaft verbindet und vereinigt, von der wir bekennen: „Ich glaube eine heilige, chriſtliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen." Nun iſt dieſe Gemeinſchaft der Heiligen freilich unſichtbar, weil der rechte einige Glaube, den der Heilige Geiſt gibt und der alle Chriſten verbindet, für uns nicht wahrnehmbar iſt. Aber der Heilige Geiſt wirkt und erhält dieſen Glauben und dieſe Glaubenseinigkeit durch das Wort des Evangeliums, das wir hören und leſen und das uns durch unſere Taufe und durch das Sakrament des Eſſens und Trinkens beſiegelt wird. Durch dieſe äußerlichen Mittel ſchafft er die Einigkeit und die Gemeinſchaft, die er will. Aus dem Wort, das uns gepredigt wird und das wir hören, kommt nach dem Zeugnis des Apoſtels der Glaube, Röm. 10, 17. Und aus dem Wort, das wir leſen; denn die Heilige Schrift „kann dich unterweiſen zur Seligkeit durch den Glauben an Chriſtum JEſum", 2 Tim. 3, 15. Und aus der Taufe; denn der Apoſtel ſagt: „Laſſe ſich ein jeglicher taufen, . . . ſo werdet ihr empfahen die Gabe des Heiligen Geiſtes", Apoſt. 2, 38. So haben wir unſern gemeinſamen Glauben und ſind vereinigt durch dieſe äußerlichen Gnadenmittel. Das iſt die Gemeinſchaft, die unſer großer Hoherprieſter für uns vom Vater erbeten hat — die wir darum ihm zu verdanken haben —, als er ſprach: „Ich bitte aber nicht allein für ſie, ſondern auch für die, ſo durch ihr Wort an mich glauben werden, auf daß ſie alle eins ſeien", Joh. 17, 20.21. Und ſein Apoſtel erklärt: „Wir ſind durch einen Geiſt alle zu einem Leibe getauft", 1 Kor. 12, 13. Und wiederum: „So ſind wir viele ein Leib, dieweil wir alle eines Brotes teil⸗ haftig ſind", 1 Kor. 10, 17. Nach alledem iſt wahrer Glaube nichts anderes als Vertrauen auf Gottes heiliges Wort; er verläßt ſich auf das Wort, hängt an dem