# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1858_S380 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 380 Eingesandt zum Kirchlich⸗Zeitgeschichtlichen. klärten und gebildeten Glieder einer Kirche, welche Achtung verdient, geneigt sein werden, die Gemeinschaft derselben zu verlassen.“ Nach solchen Aussprüchen kann es kaum noch auffallend sein, von den verschiedenen protestantischen Gemeinschaften dieses Landes, also die lutherische wie die calvinistischen, aus Dr. Reynolds Munde zu vernehmen, daß sie „auf eine herzliche Annahme der heil. Schrift und ihrer von Gott eingegebenen Lehren gegründet sind.“ Wer so wie Dr. Reynolds das Bekenntniß der lutherischen Kirche oder irgend einer anderen religiösen Gemeinschaft als Eine Darstellungsweise des wahren christlichen Glaubens ansehen kann, wer von Puritanern sagen kann, daß sie den wahren Glauben hätten, wie sie ihn aus Gottes eigenem Worte empfangen, wer endlich den calvinistischen Secten dieses Landes grade so gut wie der lutherischen Kirche eine herzliche Annahme des Wortes Gottes zuspricht, der ist kein Lutheraner, der steht nicht im Glauben der Augsburgischen Confession und des kleinen Katechismus Luther's: denn danach gibt es nicht vielerlei Darstellungsweisen der christlichen Wahrheit in der Welt, sondern nur eine einzige und zwar die allein in Gottes Wort begründete des lutherischen Bekenntnisses; auch erkennen sie den Glauben von Calvinisten als solchen nicht als den wahren an, sondern verwerfen und verdammen ihn in allen Stücken, in welchen er vom lutherischen abweicht, als einen „Gottes eigenem Worte“ widerstreitenden Irrthum; und darum kann man nach dem Bekenntnisse unserer Kirche den verschiedenen Secten dieses Landes als solchen keine herzliche Annahme des Wortes Gottes beilegen, da ja grade unsere Kirche denselben die Kirchen- und Abendmahlsgemeinschaft verweigert, weil sie Gottes Wort nicht herzlich und aufrichtig annehmen. Darum sind in obigen Aussprüchen des Dr. Reynolds nimmermehr lutherische, sondern unirte Grundsätze enthalten. Schick. Eingesandt zum Kirchlich⸗Zeitgeschichtlichen. Als ich Vorstehendes schon geschrieben hatte, kam mir der nachstehende charakteristische Aufsatz im „Olive Branch“ vom 10. November zur Hand, den ich ohne Commentar in genauer Uebersetzung hier folgen lasse: „Die Norwegische Professur in St. Louis.“ „Wir finden den folgenden Artikel im Missionary vom 4. d. M.: „„Norwegische Professur. — Die norwegische lutherische Synode von Wisconsin und den benachbarten Staaten, welche etwa 15 Pastoren und vielleicht 12,000 Communicanten zählt, hat neulich beschlossen, wie unsern Lesern mitgetheilt worden ist, eine Professur am Concordia College in St. Louis, Mo., zu fundiren. Manche dachten, daß dies nicht ausgeführt werden würde, aber obgleich erst in drei oder vier Predigtdistricten in Iowa und Wisconsin Subscriptionen gesammelt worden sind, so beläuft sich doch die erlangte Summe schon auf $7000! In einigen Gemeinden haben fünf oder sechs